Aachen/Düren – Der Unfall, wegen dem die Autobahn 4 am Montagmorgen stundenlang gesperrt war, steht offenbar in Zusammenhang mit mehreren schweren Verbrechen. Der Mann, der auf der Autobahn zwischen Weisweiler und Düren überfahren wurde, soll mehrere Menschen mit einem Messer zum Teil lebensgefährlich verletzt haben. Die Identität des Mannes ist noch nicht geklärt.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Aachen hatte sich der Täter von einem 50 Jahre alten Taxifahrer gegen ungefähr 1 Uhr aus dem niederländischen Heerlen in die Aachener Innenstadt fahren lassen. Nach der Ankunft in der Pontstraße, so Jost Schützeberg von der Staatsanwaltschaft Aachen, griff er gegen 1.25 Uhr den niederländischen Fahrer mit einem Messer an und verletzte ihn schwer. Wenige Minuten später soll er nicht weit entfernt in der Saarstraße einen weiteren Autofahrer überfallen haben - offenbar ein zufällig anwesender Anwohner. Als sich dieser weigerte, ihm Geld zu geben, fügt der mutmaßliche Täter auch diesem Mann schwere Verletzungen mit seinem Messer zu. Schützeberg: „Beide Personen – der Taxifahrer und der Anwohner – befinden sich in stationärer Behandlung.“
Dann soll der Unbekannte sich ein weiteres Taxi gerufen haben, das ihn nach Köln bringen sollte. Vor der Raststätte Rurscholle auf der A4 bei Düren soll er gegen 3 Uhr den Fahrer zum Anhalten aufgefordert haben. Während er auf seinen Fahrgast wartete, wurde der Taxifahrer von der Zentrale per Funk gewarnt und konnte sich in Sicherheit bringen.
Sofort tot
Als der Mann merkte, dass sein Taxi verschwunden war, griff er offenbar einen Lastwagenfahrer aus Estland an und verletzte ihn lebensgefährlich. Anschließend lief er auf die Autobahn. Dort wurde er von einem Auto offenbar ungebremst überfahren. Der Mann soll sofort tot gewesen sein.
Über den Mann und die Hintergründe der Tat ist bislang noch nichts bekannt. Die Aachener Staatsanwaltschaft weiß derzeit weder, wer der Täter ist noch woher er kam. Der Mann sprach offenbar Englisch mit seinen Opfern. „Wir wissen aber nicht, ob der Mann auch aus dem englischen Sprachraum kommt“, sagte Staatsanwalt Schützeberg auf Anfrage: „Wir haben zwar eine erste Spur, welche die Identität des Mannes klären könnte. Diese muss aber noch überprüft werden.“ Die Autobahn zwischen Weisweiler und Düren in Fahrtrichtung Köln war bis ungefähr 10 Uhr zur Spurensicherung gesperrt. Im morgendlichen Berufsverkehr kam es in der Folge zu kilometerlangen Staus.
