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Sven HoterDie guten Geister der Silvesternacht

3 min

Köln – Hoter gehört zu einer ganzen Reihe von Kölnern, die genau dann arbeiten, wenn die meisten anderen das neue Jahrzehnt begrüßen: Sie sorgen dafür, dass die Feierlichkeiten reibungslos ablaufen, dass Menschen, die in Notsituationen geraten sind, auch in dieser Nacht versorgt werden - und dafür, dass die Spuren der Party morgen früh schon fast nicht mehr zu sehen sind.

Für Renzi Bayram fängt das große Aufräumen schon heute Vormittag an: Dann verteilt der Mitarbeiter der AWB 120-Liter-Tonnen auf der Severins- und der Deutzer Brücke. „Das Dumme ist nur, dass viele die Mülltonnen nicht benutzen.“ Die Menschen seien achtloser geworden, erklärt der 45-Jährige, der schon zum 23. Mal an Silvester „Brückendienst“ schiebt. Kurz vor Mitternacht werden er und 26 weitere Kollegen an der Deutzer Brücke ankommen - so kriegen sie auch das Feuerwerk mit. Kurz darauf geht's los: Holzstäbe und große Böllerbatterien werden per Hand eingesammelt, alles andere wird aufgekehrt und aufgesaugt. Findet er es schade, dass er an Silvester arbeiten muss? „Nein, meine Kollegen sind ja fast wie meine Familie - und ich liebe meinen Job.“

Ganz in der Nähe ist auch Joachim Totzke (49) im Einsatz: Er leitet den Außendienst der KVB und wird auf der Severinsbrücke jede einzelne Bahn begleiten, die die Brücke überquert: „Um sicherzugehen, dass nichts passiert.“ Er entscheidet auch, wann die Sperrung der Deutzer Brücke wieder aufgehoben wird. Wann er Feierabend macht? „So gegen drei, vier Uhr.“

Die ganze Nacht im Einsatz ist Julia Borsche: „Kinderkrankheiten kennen keinen Feierabend“, sagt die Assistenzärztin, die die Notaufnahme an der Amsterdamer Straße besetzen wird. Für sie ist dieser Dienst auch etwas Besonderes: „Es herrscht eine ganz spezielle Stimmung - und man hat Zeit für Gespräche, die sonst so gar nicht zustande kommen,“ erzählt die 33-Jährige. Um Mitternacht steigt die Belegschaft aufs Dach: „Von da hat man einen guten Blick aufs Feuerwerk.“

Davon wird Alexandra Hewing (41) nicht viel mitbekommen: Sie hält heute Nacht die Stellung in der Apotheke im Hauptbahnhof. „Wir haben zwar ein bequemes Klappbett, aber ich nutze die Zeit für den Papierkram, der zum Jahresende ansteht“, berichtet die Apothekerin. Bis zum Abend wird ihr ihre Kollegin Alexandra Billig zur Seite stehen. Mit welchen Malaisen sie bei ihren Kunden rechnet? „Ach, mit dem üblichen: Übelkeit, Kopfschmerzen, Magenprobleme.“

Damit wird Sven Hoter natürlich nicht zu kämpfen haben - er hält sich in der Arena schließlich streng an Wasser. „Sie können aber davon ausgehen, dass meine Frau auf mich wartet, wenn ich Neujahr nach Hause komme. Und zwar mit einem Gläschen Sekt.“