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ArzthelferinnenImmer mehr unbesetzte Stellen in NRW

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Symbolbild

Essen – Sie organisieren den Alltag in den Praxen der über 24.000 niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in NRW, sind die erste Patientenkontakt, oft Seelentröster und Blitzableiter: Medizinische Fachangestellte gehören zu den Berufsgruppen, die in der Pandemie besonders gefordert sind.

Die steigende Belastung in der seit einem Jahr laufenden Impfkampagne macht sich in vielen Praxen bemerkbar: Landesweit ist die Zahl der offenen Stellen für „Arzthelferinnen und Arzthelfer“ im Jahr 2021 um rund 24 Prozent gestiegen.

Das geht aus Daten der Bundesagentur für Arbeit hervor. Demnach waren im November 2021 3882 Stellen für Arzthelferinnen und Arzthelfer in NRW unbesetzt – ein Plus von rund 750 im Vergleich zu Januar. Mit dem Start der Impfungen nach Ostern 2021 ist der Bedarf in den Praxen deutlich gestiegen: Allein im Mai sind über 1160 neue Stellengesuche der Agentur für Arbeit gemeldet worden.

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Der Bedarf ist nicht überall gleich groß. Im Ennepe-Ruhr-Kreis hat sich die Zahl der offenen Stellen seit November 2020 nahezu verdoppelt. In Bochum lag sie im November 2021 bei 119 – rund 50 Prozent höher als im Januar. In Duisburg gab es 141 offene Stellen (plus 19 Prozent gegenüber Januar).

„Wenn da jemand wegbricht, ist das nicht so leicht aufzufangen“

Zugleich ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Fachkräfte in der Arzt- und Praxishilfe in vielen Städten deutlich gesunken. Landesweit ist sie um 17 Prozent zurückgegangen - von 4544 auf 3882. Erfasst worden sind dabei neben medizinischen auch zahnmedizinische und tiermedizinische Fachangestellte.

Aus Praxen im Ruhrgebiet heißt es immer häufiger, dass der Markt abgegrast sei. Ärzte berichten, dass sie ihre oft stark belasteten Mitarbeitenden auch mit Bonuszahlungen zu halten versuchen. Monika Baaken, Sprecherin des Hausärzteverbands Nordrhein, sagt, Frust und Stress seien in den Praxen groß. „Medizinische Fachangestellte sind ein wichtiger Bestandteil der oft ja kleinen Praxisteams. Wenn da jemand wegbricht, ist das nicht so leicht aufzufangen“, so Baaken.

Seit Jahren beschäftige sich der Verband mit der Frage, wie medizinische Fachangestellte fortgebildet werden könnten, damit sie mehr Verantwortung übernehmen und Aufstiegsmöglichkeiten erhalten können. So gebe es eine Fortbildung mit rund 200 Unterrichtsstunden, mit deren Abschluss die Frauen und Männer für bestimmte Leistungen auch selbst Hausbesuche machen könnten. „Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht“, so Baaken.