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„Wow“Furore bei „Bares für Rares“ um „Faserspinne“ von Chemiekonzern Bayer

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Petra und Ekkehard Seegers (v.r.) mit Horst Lichter und Detlev Kümmel bei „Bares für Rares“.

Petra und Ekkehard Seegers (v.r.) mit Horst Lichter und Detlev Kümmel bei „Bares für Rares“.

Das Ehepaar hat Jahrzehnte für Bayer gearbeitet. Wie viel Wert ihr Verkaufsobjekt hat, war aber im Vorfeld nicht bekannt.

Mit einem Kunstwerk eines Meisterschülers von Joseph Beuys sind Petra und Ekkehard Seegers aus Dormagen am Rhein bei Köln zu „Bares für Rares“ in die Sendung vom Dienstag (3. Februar) gekommen. Was das Stück eigentlich genau wert ist, wussten sie allerdings noch nicht. „Die Schätzungen darüber gehen im Internet sehr weit auseinander“, so Ekkehard Seegers vor der Sendung.

Nicht nur das Kunstwerk selbst, auch der Umstand, wie das Ehepaar aus Dormagen ursprünglich an das Objekt gekommen ist, sorgte bei „Bares für Rares“ für Furore. Tatsächlich habe er den wertvollen Druck von seinem ehemaligen Chef zum Ausstand bekommen, erzählt Seegers im Gespräch mit ZDF-Moderator Horst Lichter.

„Bares für Rares“: Ehepaar arbeitete für Bayer

Sowohl Petra als auch Ekkehard Seegers haben lange Jahre bei einem „großen Chemiekonzern am Rhein“ gearbeitet, so das Ehepaar weiter. Welcher Konzern damit gemeint ist, wusste nicht nur Horst Lichter sofort: Bayer.

Bereits seit 1895 ist der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer in Leverkusen ansässig. Die Seegers haben ihrerzeit jedoch im Bayer-Werk in Dormagen gearbeitet, der sogenannten „Faserspinne am Niederrhein“. Jahrzehntelang wurden hier Perlon und Dralon hergestellt.

Das Ehepaar Seegers bei „Bares für Rares“. Sowohl Petra (l.) als auch Ekkehard Seegers haben lange Jahre für Bayer gearbeitet.

Das Ehepaar Seegers bei „Bares für Rares“. Sowohl Petra (l.) als auch Ekkehard Seegers haben lange Jahre für Bayer gearbeitet.

Das Kunstwerk von Anatol Herzfeld sei bei einer Veranstaltung zum 125-jährigen Jubiläum Bayers entstanden, erinnert sich der ehemalige Mitarbeiter Ekkehard Seegers. Tatsächlich habe er die Aktion damals organisiert. Das Bild solle die Arbeit in der „Faserspinne“ zeigen, so Seegers weiter.

„Bares für Rares“-Expertise enthüllt Meisterschüler von Joseph Beuys

Technisch gesehen handele es sich um einen Abdruck, nahm Detlev Kümmel seine Expertise für „Bares für Rares“ aus. Eine Kaltnadelradierung, die erste von insgesamt 30 Stück aus der limitierten Auflage. Kümmel bestätigt, es handele sich um eine Auftragsarbeit von Bayer zum 125-jährigen Jubiläum im Jahr 1988.

Bayer-Kunstwerk bei Bares für Rares

Das Bayer-Kunstwerk bei der Expertise von „Bares für Rares“. Es zeigt die „Faserspinne am Rhein“.

Bei dem Künstler handelte es sich um Anatol Herzfeld, einen bekannten Meisterschüler von Joseph Beuys. Die zentrale Figur in dem Kunstwerk zeige Arachne, die Weberin aus der griechischen Mythologie, klärte Detlev Kümmel auf.

Der Zustand des Drucks und auch des kunstvollen Rahmens seien gut, so der Experte abschließend. Aber war das Kunstwerk die 300 Euro wert, die sich das Dormagener Ehepaar gewünscht hatte? Detlev Kümmel lag sogar noch in einer Preisregion „etwas darüber“. Laut Expertenschätzung sei eine Preisspanne zwischen 350 und 450 Euro durchaus realistisch.

Ex-Bayer-Mitarbeiter bei „Bares für Rares“: „Nicht damit gerechnet“

Aufgrund der Regionalität, aber auch wegen des großen Namens Bayer sowie des bekannten Künstlers aus der Beuys-Schule, sorgte die Kaltnadelradierung auch im Händlerraum von „Bares für Rares“ für reges Interesse.

Die „Bares für Rares“-Händler überlegen bei der Begutachtung, wie weit sie bei den Verhandlungen gehen möchten.

Die „Bares für Rares“-Händler David Suppes (l.) und Benjamin Leo Leo überlegen bei der Begutachtung, wie weit sie bei den Verhandlungen gehen möchten.

Händlerin Susanne Steiger eröffnete die Verhandlung mit einem Gebot über 150 Euro. Die Geschichte hinter dem Kunstwerk entrang ihr ein „wow". Auch Jos van Katwijk sowie Benjamin Leo Leo und David Suppes stiegen sofort mit ein. Händler Leo Leo setzte sich schließlich mit einem Gebot über 300 Euro durch. Das Werk bleibt also zunächst am Rhein, Benjamin Leo Leo betreibt ein Antiquitätengeschäft in Köln.

Für Ekkehard Seegers ein freudiges Ergebnis. „Ehrlich gesagt, ich hätte nicht damit gerechnet. Ich hätte auch für 270 Euro verkauft“, verrät der Dromagener nach der Sendung im ZDF.