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Erste BilanzEifeler Kommunen bündeln Kräfte, um Tourismus anzukurbeln

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Das Bild zeigt die von Häusern umgebene Kirche und im Hintergrund Wald.

Ein bei Touristen beliebter Blick von ganz oben: die barocke Pfarrkirche St. Clemens in Heimbach.

Vor einem Jahr gründeten acht Kommunen die Rureifel Tourismus GmbH. Sie wollen ihr Gebiet als Ferien-Destination noch bekannter machen.

„Schön hier!“, heißt es selbstbewusst und die Neugierde weckend in der pfiffigen Werbung des neuen großen Tourismus-Players in der Region. Gerade hat er das erste Lebensjahr überstanden: Nach Einschätzung der Verantwortlichen war diese Premierensaison der Rureifel Tourismus GmbH mit Sitz im Simmerather Gewerbegebiet ein ausgesprochen gutes Jahr. Von dessen Arbeit fühlen sich immer mehr Gäste angesprochen und zu Besuchen inspiriert.

Für eine abschließende Bilanz sei es noch etwas zu früh, bremsen Geschäftsführer René Wissgott und Pressesprecherin Barbara Frohnhoff allzu große Euphorie, da erst im Frühjahr alle relevanten Zahlen vorlägen. Doch sie machen keinen Hehl daraus, dass die Vermarktungsgesellschaft ihrer acht Mitgliedskommunen bereits „auf einem sehr guten Weg“ sei, wie es Frohnhoff formuliert.

Heimbach hat sich mit sieben Partnern zusammengetan

In der Rureifel Tourismus GmbH machen die Stadt Monschau und die beiden Gemeinden Simmerath und Roetgen sowie die Stadt Stolberg – als ehemalige Partner der Monschauer Land Touristik GmbH – gemeinsame Sache mit den Städten Heimbach und Nideggen und den weiteren Dürener Kreiskommunen Hürtgenwald und Kreuzau sowie als zusätzliche Partner mit der Städteregion Aachen und dem Kreis Düren. Sie sind angetreten zum Wohle aller und natürlich insbesondere der regionalen Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe.

Und wie heißt es so schön in der in drei Sprachen verteilten Gästezeitung? „Die Eifel verliert nie ihren Reiz.“ Was wohl nicht nur die meisten Alteingesessenen so sehen dürften, sondern eben auch immer mehr zahlende und buchende Touristen. Und das – natürlich, im wahrsten Sinne des Wortes – zu allen Jahreszeiten. Dazu passt hervorragend das aufmunternde Schlagwort der engagierten und ehrgeizigen Freizeit-Organisatoren um Wissgott und seiner Mitgeschäftsführerin Astrid Joraschky: „Rureifel – wild auf Natur“.

Die drei Männer stehen an Tischen nebeneinander, Jochen Weiler spricht in ein Mikrofon.

Zwei Macher der Rureifel Tourismus GmbH: der Aufsichtsratschef und Bürgermeister von Heimbach, Jochen Weiler (v.l.), und Geschäftsführer René Wissgott mit dem IHK-Tourismus-Experten Philipp Piecha.

Ein Blick auf das  Bahnhofsgebäude.

Anlaufstelle für Touristen: das Heimbacher Nationalparktor im Bahnhofsgebäude.

Barbara Frohnhoff betont, dass die neue Gesellschaft auf ihren Start zum 1. Januar 2025 gut vorbereitet gewesen sei. Denn schon vorher habe es eine enge Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Tourismusbüros und -organisationen gegeben, zum Beispiel mit Blick auf gemeinsame Messeauftritte und Veranstaltungen, etwa im Rahmen der „Nationalpark-Erlebnisregion“. Neben Monschauer Land Touristik hätten vor Jahresfrist auch Rureifel Tourismus, Roetgen Touristik, Rursee Touristik, Monschau Touristik und Stolberg Touristik ihre Kräfte gebündelt zu einem einzigen, deutlich schlagkräftigeren Akteur.

„Wir sind zu einer Einheit zusammengewachsen“, sieht Barbara Frohnhoff schöne Erfolge heranreifen für ein überzeugendes Selbstverständnis. „Unsere Inhalte und Erfahrungen verbinden uns.“ Die neu formierten Teams kennen sich immer besser durch den regelmäßigen Austausch der Beteiligten, und sei es auch durch Videokonferenzen angesichts der dezentralen Struktur der Rureifel Tourismus GmbH. Immerhin ist die Gesellschaft auf zehn Standorte verteilt, sekundiert René Wissgott.

Nach Anlaufschwierigkeiten funktionieren die technischen Systeme

Mittlerweile seien auch die eingesetzten technischen Systeme, etwa zur Gästebuchung und Kassenabrechnung, in den verschiedenen Tourismus-Informationen nach anfänglichen technischen Hakeleien auf dem gleichen Standard. Zudem sei das Shop-Angebot für die Gäste gewachsen, von Souvenirs bis zu kleinen Alltagshelfern und Serviceartikeln wie „Fleckenstiften“, um ein kleines Malheur an der Kleidung zu bereinigen.

Für den neu formierten Tourismusanbieter sind 51 Mitarbeitende tätig, davon 18 als Festangestellte mit Vollzeitstellen. Dazu kommen 33 Minijobber und Teilzeitkräfte. In der Simmerather Zentrale sind – je nach wechselndem Aufgabengebiet – zehn bis zwölf Beschäftigte tätig, pro Tourismus-Information sind es ein bis zwei Fachkräfte. Angesichts dieser Personalstärke könnten nun mehr Leistungen für die Besucher der Eifel angeboten werden. Wissgott spricht hier von einer größeren Expertise, die passgenauere Angebote ermögliche.

Wir freuen uns auf eine gute Saison.
René Wissgott, Geschäftsführer

Spürbar gewachsen ist laut dem Geschäftsführer zudem die Nachfrage nach Prospekten. „Wir freuen uns auf eine gute Saison“, blickt Wissgott nach vorne und kündigt an, dass erneut der „Rureifel-Trail“ (RET) im Angebot für die Eifeler und ihre Gäste sei. Am Samstag, 18. April, soll es rund um die Burg Nideggen die dritte Auflage dieses von dem Triathleten Fabian Rahn aus Hürtgenwald organisierten „Wandertags“ – oder eher Geländelaufs – quer durch die Natur mit Strecken für Ultras bis zu 77 Kilometern und 2800 Metern Höhenunterschied geben. Aber auch „bescheidenere“ Strecken werden angeboten, auch für Kinder.

Angetan von der Entwicklung der Rureifel Touristik GmbH zeigt sich auch Heimbachs Bürgermeister Jochen Weiler (CDU), der Vorsitzende des Aufsichtsrats, auf Anfrage unserer Zeitung. Den kreisübergreifenden Zusammenschluss nennt er eine großartige Sache, um das gemeinsame Ziel, Touristen in die Region zu bekommen und für die Bürger eine Informationsplattform für Veranstaltungen zu schaffen, zu erreichen.

„Das hat einen tollen Charakter“, womit auch das Kirchturmdenken überwunden werde, so Weiler. Beim Zusammenrücken der verschiedenen Partner in der Rureifel sei es schon eine Herausforderung, alle unterschiedlich strukturierten Betriebsabläufe zu vereinheitlichen.

Weiler weiter: „Die beiden Geschäftsführer haben diese Aufgabe gut gemeistert und erste Projekte angestoßen. Ich bin sehr optimistisch, dass wir einen großen Wurf gelandet haben. Wir werden überall in Deutschland als Ferien-Destination wahrgenommen.“