- Mehrere Baustellen in Köln und Bonn haben in den letzten Wochen für chaotische Zustände gesorgt.
- Vor allem Pendler sind von den Sperrungen erheblich betroffen.
- Die eingesetzten Ersatzbusse und -fahrpläne funktionieren dabei nicht perfekt.
Köln – Zehn Tage nach Beginn der Sanierungsarbeiten an der Eisenbahnüberführung „Eifelwall“ mit Zugausfällen vor allem auf der Eifelstrecke von und nach Köln und dem Ausfall des Halts in Köln-Süd in südlicher Richtung hat sich die zunächst chaotische Situation am Bahnhof Hürth-Kalscheuren deutlich entspannt. Dazu beigetragen hat auch eine Verkettung von Bauarbeiten auf den Stadtbahnlinien 16 und 18.
Seit Montag setzt DB Regio in den Hauptverkehrszeiten sechs Busse im Schienenersatzverkehr (SEV) zwischen Kalscheuren und dem Kölner Hauptbahnhof ein. Seither ist es auf dem Umsteigebahnhof deutlich leerer geworden. Nach Angaben eines Bahnsprechers werde zurzeit geprüft, ob der SEV um den Anschluss an die Züge um 9.30 Uhr und 10.06 Uhr erweitert werden kann.
Mehr als eine Stunde Wartezeit in Kalscheuren
Seit dem Start der bis zum Ende der Herbstferien laufenden Brückenarbeiten ist Kalscheuren nämlich Umsteigebahnhof für Zugpendler aus der Eifel. Die Linien RE22 und RB24 enden dort, die Linie RE12 fällt während ganz aus. Das führte gleich in der ersten Woche zu chaotischen Verhältnissen. Weil die Nahverkehrszüge aus Bonn morgens ohnehin sehr voll sind, zudem in Köln die Anuga stattfand, und wegen der Brückensanierung nur zwei statt drei Züge pro Stunde von Bonn nach Köln fahren, mussten Fahrgäste zeitweise mehr als eine Stunde in Kalscheuren ausharren, um Platz in einer Bahn zu finden. Ersatzbusse hatte die Bahn zunächst nur für die Wochenenden bestellt.
Das könnte Sie auch interessieren:
Bei DB Regio und dem Nahverkehr Rheinland hagelte es Beschwerden. „Das ist nicht optimal gelaufen“, räumte ein Bahnsprecher ein. Aber auch der erste Versuch der Abhilfe war nicht von Weitsicht gekennzeichnet beziehungsweise nicht mit den Kölner Verkehrsbetrieben abgestimmt: Sechs Ersatzbusse sollten die Eifelpendler in den Hauptverkehrszeiten von Kalscheuren zum Klettenbergpark in Köln bringen, wo sie in die Stadtbahnlinie 18 zum Hauptbahnhof umsteigen sollten. Die aber hat seit Samstag zwischen Barbarossaplatz und Appellhofplatz für zwei Wochen ebenfalls den Verkehr eingestellt, weil die KVB Schienen, Weichen und den Schallschutz erneuert. Offenbar wussten weder KVB noch DB Regio von der jeweils anderen Baustellenplanung, obwohl sich Vertreter regelmäßig in großen Abstimmungsrunden treffen, an denen auch der NVR teilnimmt.
Als Konsequenz verkehren Ersatzbusse nun seit Montag zwischen Kalscheuren über Köln-Sülzgürtel zum Kölner Hauptbahnhof. Die Einschränkungen im Zugverkehr dauern bis 28. Oktober, 1 Uhr. Keine Alternative für Pendler ist auch die Stadtbahnlinie 16. Die Strecke ist noch bis 27. Oktober wegen Weichenarbeiten zwischen Köln und Bonn unterbrochen. Zwischen Hersel und Tannenbusch Mitte pendeln Ersatzbusse.
Brückenarbeiten
Die Eisenbahnüberführung „Eifelwall“ in Köln ist mehr als 100 Jahre alt und wird von Zügen des Fern-, Nah- und Güterverkehrs stark befahren. Sie überspannt zwei Fahrbahnen und zwei Fuß- und Radwege. Für die Sanierung der Brücke bleibt die Straße Eifelwall für den Kraftverkehr voraussichtlich bis Jahresende gesperrt, zeitweise auch für Fußgänger.



