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Innovative FirmenVor den Toren von Alfter soll ein Gewerbepark entstehen

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Aufnahmen vom Gewerbepark Alfter-Nord

Foto Projektstart 01

(von links): David Wesselowski, Marco Schmelzer, Christian Lanzrath, Wilhelm Windhuis, Frank Hebestreit und Thomas Poggenpohl.

Aufnahmen vom Gewerbepark Alfter-Nord Foto Projektstart 01 (von links): David Wesselowski, Marco Schmelzer, Christian Lanzrath, Wilhelm Windhuis, Frank Hebestreit und Thomas Poggenpohl.

Insgesmat 300.000 Quadratmeter Fläche stehen für das neue Areal zur Verfügung.

Die Sonne brennt vom Himmel, die Böden sind staubig, Pflanzen vertrocknen und die asphaltierten Straßen wirken so, als führten sie ins Nirgendwo – wer derzeit durch die riesigen Brachflächen zwischen Alfter und Bornheim fährt, braucht noch viel Vorstellungskraft, dass sich dort das Bild in den kommenden Jahren komplett wandelt und sich moderne, innovative Firmen ansiedeln werden.

Vermarkter ist die Wirtschaftsförderung Alfter

450.000 Quadratmeter ist das Gewerbegebiet Alfter-Nord vor den Toren von Bonn und Köln groß, auf 300.000 Quadratmetern werden sich künftig Unternehmer niederlassen, die Nachfrage sei groß, trotz der Wirtschaftskrisen und Kriege, schildert Thomas Poggenpohl von der Wirtschaftsförderung Alfter GmbH (WFA), die die Grundstücke für die Gemeinde vermarket: „Wir haben eine Liste von knapp 100 Unternehmen, die uns in den vergangenen 24 Monaten gesagt haben, sie brauchen händeringend einen Standort.“

Gesucht und gefunden hat eines der begehrten Grundstücke die Kölner Firma Metroloq die am Standort Alfter ihren mittlerweile sechsten Unternehmerpark realisieren wird. Kleinere Gewerbetreibende und Dienstleister können sich dann in eine der 20 Mieteinheiten, die auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern entstehen, flexiblen einrichten. Läuft alles nach Plan, können die ersten Unternehmer bereits 2027 einziehen, schilderten Metroloq-Konzeptionsmanager David Wesselowski und Geschäftsbereichsleiter Marco Schmelzer, als sie gemeinsam mit Alfters Bürgermeister Christian Lanzrath sowie Wilhelm Windhuis und Frank Hebestreit vom WFA-Aufsichtsrat ihr Projekt vorstellten.

So sieht es derzeit im vom Gewerbepark Alfter-Nord aus.

So sieht es derzeit im vom Gewerbepark Alfter-Nord aus.

„Für Alfter ist das heute ein wichtiger Tag, denn uns wird heute ein spannendes Projekt vorgestellt, eine Schnittmenge zwischen Lager- und Produktionshalle. Unser Ziel ist es, dass sich hier was dreht und was tut, dafür haben wir dieses Gewerbegebiet auf den Weg gebracht“, betonte Bürgermeister Christian Lanzrath: „Ich bin davon überzeugt, dass ein Unternehmerpark in dieser Form mit flexiblen Hallen genau der richtige Trittstein ist, den viele Unternehmer in der Region suchen, um ihr Geschäft zu erweitern und sich zu vergrößern. Damit leisten wir dann noch einmal einen zusätzlichen aktiven Schritt zur Wirtschaftsförderung.“

Metroloq plant bis zu 20 Mieteinheiten von 200 bis 500 Quadratmetern. Dabei handelt es sich um verschiedene flexible Hallentypen, die skalierbar, digital und nachhaltig sind. Ausgestattet werden die Einheiten mit High Speed-Glasfaser, einer intelligenten Energieversorgung, einem digitalem Zugangssystem sowie einer Mieter-App. Beheizt werden soll über eine dezentrale Luft-Luft-Wärmepumpe. Die Räumlichkeiten sind sicher abschließbar, hinzu kommen Gemeinschaftsbereiche mit einer Einbauküche. Gebaut wird der Unternehmerpark nach den modernsten Nachhaltigkeitsstandards in Holz-Hybrid-Modulbauweise sowie einer Photovoltaikanlage auf den Dachflächen. „Wir bieten den Unternehmern ein Rundum-sorglos-Paket“, betonte Wesselowski.

Im Vorgebirge ist die Firma Metroloq keine Unbekannte. Im Gewerbepark Bornheim-Süd (Hersel/Roisdorf)   hat das Unternehmen im Oktober 2025 bereits einen Gewerbepark fertiggestellt, allerdings mit kleineren Hallensegmenten: „Unser Projekt in Alfter sehen wir als komplementäre Ergänzung mit größeren Einzelflächen als in Bornheim“, erläuterte Wesselowski.

Ich bin davon überzeugt, dass ein Unternehmerpark in dieser Form mit flexiblen Hallen genau der richtige Trittstein ist, den viele Unternehmer in der Region suchen, um ihr Geschäft zu erweitern und sich zu vergrößern.
Christian Lanzrath, Bürgermeister Alfter

Zielgruppe sind Gewerbetreibende unterschiedlichster Art, unter anderem kleine Handwerksbetriebe oder Start-ups, die sich weiterentwickeln oder vergrößern möchten, aber noch nicht selbst Eigentum schaffen wollen, schilderte Marco Schmelzer. Der Branchenmix kann vielseitig sein: Da kann sich der Tischler neben dem Online-Verkäufer entfalten, in den bereits realisierten Unternehmerparks in Pulheim-Brauweiler, Erftstadt, Bergheim und Bornheim haben sich beispielsweise ein Fliesenleger, ein Sanitärhändler oder ein Händler, der Obstkörbe und Blumensträuße konfektioniert, angesiedelt.

Am Standort Bornheim haben auch die Stadtwerke Bonn eine Halle angemietet. Für die Unternehmer bringt dieses Konzept noch einen weiteren Vorteil: „Sie können sich untereinander austauschen, Netzwerke schaffen und Geschäfte anbahnen“, erläutert Schmelzer.

Der Bedarf für solche Angebote in der Region sei sehr hoch, immer wieder kämen Anfragen, solch einen Unternehmerpark auch anderswo zu realisieren.

Doch warum gerade Alfter? „Wir schauen uns im Speckgürtel der großen Städte Bonn bis Düsseldorf um, uns sind dabei die Zentralität und die Infrastruktur wichtig. Alfter hat eine gute Autobahn- und Bahnanbindung, so dass wir in diesem Einzugsgebiet bis zu zwei Millionen Menschen erreichen können“, erklärte Schmelzer.

Der Bauantrag sei nun in Vorbereitung. Vorher müsse aber laut Thomas Poggenpohl das gesamte Areal noch von der Bezirksregierung auf Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht werden. Vor einigen Wochen wurde dort bereits ein Blindgänger entdeckt und entschärft.

Aktueller Stand der vermarktung

Drei Grundstücke konnten in dem Gewerbegebiet Alfter-Nord bisher verkauft werden. 2025 wurde eine Fläche an einen international tätigen Teppichgroßhändler veräußert. Nun folgte Metroloq und es gibt einen weiteren Betrieb, der eine Fläche gekauft hat.

Insgesamt seien bislang rund 90.000 Quadratmeter vermarktet. Weitere Verhandlungen stünden an. Die Wirtschaftskrise merke man aber trotz der hohen Nachfrage auch, Anfang des Jahres hätte ein Unternehmen laut Poggenpohl seine Anfrage wieder zurückgezogen. Vor allem die Politik von US-Präsident Donald Trump mache die Sache nicht einfacher: „Die Unsicherheit ist aktuell leider größer geworden, aber wir sind zuversichtlich, dass wir die Grundstücke entsprechend vermarkten können.“ Zumal freie Flächen rar sind: In Bonn gibt es gar keine Flächen mehr, auch das benachbarte Gewerbegebiet Bornheim-Hersel ist gefüllt.

Ansiedlungswillige müssen sich an den von der Politik vorgegebenen Ansiedlungskriterien orientieren. Diese umfassen ein nachhaltiges Unternehmenskonzept, das nicht in zwei Jahren obsolet ist.

Sie sollen Arbeitsplätze schaffen. Und die Gemeinde möchte Gewerbesteuereinnahmen generieren. Deswegen haben beispielsweise Logistiker, die große Hallen bauen wollen, aber kaum Arbeitsplätze schaffen, keine Chancen. Alfter will bis 2045 klimaneutral werden. Daher müssen die Unternehmen entsprechende Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Die Erschließungsarbeiten sind bereits abgeschlossen. (fes)