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Sperrung der NordbrückeIHK Bonn/Rhein-Sieg fordert integriertes Verkehrs-Konzept für die Region

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Die Nordbrücke in Bonn ist seit dem 9. Februar für  alle Fahrzeuge über 7,5 Tonnen, wie Lkw und den ÖPNV gesperrt. Ausnahmen gibt es nur wenige.

Die Nordbrücke in Bonn ist seit dem 9. Februar für alle Fahrzeuge über 7,5 Tonnen, wie Lkw und den ÖPNV gesperrt. Ausnahmen gibt es nur wenige.

Ein Konzept solle künftige Auswirkungen von Verkehrsmaßnahmen auf die Wirtschaft vor Ort besser analysieren und in Planungen einbeziehen.

Eigentlich sollten Unternehmen in Zeiten der wirtschaftlichen Stagnation dankbar für jeden Auftrag sein. „Tatsächlich ist es aber inzwischen so, dass Bonner Handwerksbetriebe mit Firmensitz am Bonner Stadtrand  immer öfter Aufträge aus der Innenstadt ablehnen“, schildert Kreishandwerksmeister Michael Christmann.

„Und ähnlich ist es mit Unternehmen aus dem Rhein-Sieg-Kreis, die zunehmend Aufträge von Kunden auf der jeweils anderen Seite des Rheins nicht mehr annehmen.“ Grund für dieses Verhalten ist, so schildern es Christmann und Stefan Hagen, der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg übereinstimmend, dass nicht nur Handwerker im Wirtschaftsraum Bonn/Rhein-Sieg immer öfter im Stau stehen und kaum noch Parkplätze finden.

Sperrung der Nordbrücke verschärft Verkehrsprobleme für die Wirtschaft

„Die Infrastruktur war für unsere Region lange ein eindeutiger Standortvorteil“, sagt der IHK-Präsident. „In den vergangenen 15 Jahren ist ihr Zustand aber mehr und mehr zu einer Belastung geworden“. Das zeige sich ganz aktuell an der Bonner Nordbrücke. Ihre Sperrung für den Schwerlastverkehr Mitte Februar verschärfe die ohnehin bestehenden Verkehrsprobleme in der Region weiter.

Für die IHK, die Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg und die Handwerkskammer Köln, die zu einem verkehrspolitischen Austausch mit Politikern und Kommunalverwaltungen geladen hatten, ist deshalb klar: Für Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis braucht es dringend ein integriertes Verkehrskonzept, das über kommunale Grenzen hinausgeht und den Bedürfnissen der heimischen Wirtschaft mehr Rechnung trägt.

Verkehrsauswirkungen auf Wirtschaft vor Ort müssen überprüft werden

Welche Anforderungen ein solches regionales Verkehrskonzept erfüllen muss, haben die Wirtschaftsverbände von den Verkehrsplanern der Durth Roos Consulting GmbH sowie der Isi GmbH erarbeiten lassen. „Es ist von entscheidender Bedeutung, in einem zukünftigen Verkehrskonzept die potenziellen Auswirkungen von Maßnahmen auf die Wirtschaft vor Ort sorgfältig zu analysieren und zu bewerten“, geben die Verkehrsplaner der Politik und im Kreis mit auf den Weg.

Diese müssten beispielsweise für den Wirtschaftsverkehr ein leistungsfähiges Hauptroutennetz definieren, bei dem im Tagesverlauf die Fahrspuren auf geeigneten Abschnitten flexibel genutzt werden können. Aber auch der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) und der Radverkehr müssten mit einem solchen Verkehrskonzept gestärkt werden.

Bonner Verkehrsentwicklungsplan 2020 gilt als Negativbeispiel für Konzepte

Wichtig, so betonen die Verkehrsplaner, sei aber auch, die Bestandteile eines künftigen regionalen Verkehrskonzeptes konsequent umzusetzen. Negativbeispiel sei da der Bonner Verkehrsentwicklungsplan 2020. Darin seien unter anderem ein Schienenanschluss für den Bonner Rheinhafen und die Müllverbrennungsanlage sowie der Erhalt der Güterverkehrsstelle Beuel vorgesehen gewesen. Stand heute sei aber keiner dieser Punkte umgesetzt worden.

Unabdingbar für eine Lösung der Verkehrsprobleme sei aber auch ein rascher Neubau und eine Erweiterung der Bonner Nordbrücke und des daran anschließenden sogenannten Tausendfüßlers, sind die Wirtschaftsverbände einhellig überzeugt. Es könne nicht sein, dass die A59 auf acht Fahrpuren ausgebaut werden solle, die Nordbrücke aber schlimmstenfalls vierspurig bleibe, so Hagen.

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Gemeinsam müssten alle Akteure in der Region Druck auf die Politik in Berlin machen, dass der Neubau der Nordbrücke möglichst rasch umgesetzt werde. „Das Beispiel der Rahmede Talbrücke der A45 zeigt, dass so etwas durchaus in vier Jahren machbar ist“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Hubertus Hille. Im Fall der eingestürzten Autobahnbrücke im italienischen Genua habe der Neubau sogar nur zwei Jahre gedauert.

Alle Akteure in der Region sollen Druck auf Berliner Politik machen

Hille vermutet, dass die Bedeutung der Bonner Nordbrücke für die Region Bonn/Rhein-Sieg und weit darüber hinaus einigen politisch Verantwortlichen in Berlin nicht bewusst sei. Deshalb müsse die Region gemeinsam und mit lauter Stimme ihre berechtigten Anliegen vertreten. Hille schlägt ein Bündnis vieler Akteure vor, dss für den raschen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur Druck macht.

„Dieses Bündnis muss zunächst in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis mit seinen Städten und Gemeinden geschlossen werden, kann dann aber konzentrisch erweitert werden“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer. Als nächstes könne sich aber beispielsweise auch Köln anschließen. Die Domstadt leide wie Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis massiv unter der Teilsperrung der Bonner Nordbrücke. „Den Schwerlastverkehr, der jetzt nicht mehr über die Bonner Nordbrücke rollen kann, den haben die Kölner jetzt auf der Autobahn in Rodenkirchen“, so Hille.