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IHK-KonjunkturumfrageOberbergs Industrie steht weiterhin unter enormem Druck

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Zahlreiche Container werden am Container Terminal Altenwerder (CTA) der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) gelagert und verladen.

„Auf der Welt waren unsere Produkte in der Vergangenheit immer ein Stück besser als teurer. Dieser Mehrpreis war es vielen Menschen wert. Doch diese Zeiten scheinen vorbei“, sagte Michael Sallmann zum Export.

Gute Laune haben im Oberbergischen Kreis laut der Umfrage der Industrie- und Handelskammer aktuell nur die Maschinenbauer.

Zum sechsten Mal in Folge bewerten die meisten Unternehmen in der Region ihre Geschäftslage als schlecht. Und: Geht es nach der großen Mehrheit, wird die nahe Zukunft noch düsterer. Das sind die beiden Kernaussagen der Frühjahrs-Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer zu Köln, deren Ergebnisse für die Region und das Oberbergische am Montag Michael Sallmann, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Oberberg, in Gummersbach vorgestellt hat.

Danach bewegen sich alle Konjunkturindikatoren im negativen Bereich, als Ergebnis rutscht der sogenannte Konjunkturklima-Indikator der IHK weiter ab auf jetzt 85,2 Punkte – und damit deutlich unterhalb der Wachstumsschwelle von 100 Punkten.

Keine Nachbesetzung von Stellen im Oberbergischen

Nur 18 Prozent der oberbergischen Betriebe beschreiben ihre Lage in der ab dem 23. März, also nach dem Beginn der Angriffe auf den Iran, durchgeführten Umfrage als gut. 52 Prozent sprechen von Stagnation, bei etwa einem Drittel der befragten Firmen hat sich die Lage verschlechtert. Auch was den Blick auf die nächsten zwölf Monate angeht, sind die Optimisten deutlich in der Minderheit: Nur sechs Prozent der Unternehmen erwarten eine Verbesserung der Lage, vier von zehn rechnen mit einer weiteren Verschlechterung. „Das hat uns schon überrascht, dass sich die Zukunftsaussicht, ausgehend von einer ohnehin schwachen Geschäftsentwicklung noch einmal deutlich eintrübt“, sagte Sallmann am Montag.

Gerade in Oberberg schlagen die Sorgen der Industrie voll auf das Gesamtergebnis durch: Satte 45 Prozent der Betriebe rechnen mit rückläufigen Exportzahlen, zu Jahresbeginn waren es noch zehn Prozentpunkte weniger gewesen. Die Kapazitätsauslastung liegt bei 74 Prozent, auch dies deutlich unter dem langjährigen Mittelwert von 80. In der Folge denken 37 Prozent über einen Stellenabbau nach. Mit Blick auf den einigermaßen stabilen oberbergischen Arbeitsmarkt erklärte Sallmann: „Freie Stellen durch den Renteneintritt der Babyboomer-Generation werden häufig nicht neu besetzt.“

Die Hoffnungsschimmer sind zwar noch klein, es gibt sie aber: Die Maschinenbauer etwa verzeichnen steigende Aufträge, hier werten inzwischen 22 Prozent die aktuelle Lage als gut. Und auch vom Hochbau gebe es durch die gezielten Investitionsprogramme von Land und Bund erste positive Signale, so Sallmann.

Regelrecht abgestürzt sind dagegen die Werte für Dienstleistungen für Privathaushalte. „Die Menschen halten aus Angst vor Arbeitslosigkeit lieber ihr Geld zusammen“, erläuterte Michael Sallmann. Gleiches gelte für das weiter schwächelnde Hotel- und Gaststättengewerbe, für das der Geschäftsstellenleiter auch durch die Fußball-Weltmeisterschaft keine spürbare Belebung erwartet: „Die Anstoßzeiten sind fürs Public Viewing regelmäßig einfach zu spät.“