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Enorme Zahl an EinsätzenJahresbilanz für die Freiwillige Feuerwehr Bornheim

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Ein Vollbrand im September in Bornheim.

Ein Vollbrand im September in Bornheim.

Die Freiwillige Feuerwehr Bornheim verzeichnete 2025 mit 411 Einsätzen ein „einsatzreiches und anspruchsvolles Jahr“, ohne Großschadenslage.

Als es im Mai nach einem Schwelbrand in einem Silo im Rüttersweg in Rösberg eine Verpuffung gab, hatten ruckzuck 25 Feuerwehrleute aus anderen Teilen der Stadt Bornheim den 15 Kameraden an der Unglücksstelle zu Hilfe eilen müssen.

Nicht immer wurde es so brenzlig, wenn im vorigen Jahr die Feuerwehr in der Vorgebirgsmetropole verständigt wurde, doch bis Jahresende läpperte sich allein die schiere Zahl der Alarmierungen. 411 Einsätze weist die Bilanz der Freiwilligen Feuerwehr auf, die nun im Bornheimer Rathaus vorliegt. 

Ein Schwelbrand im Silo hält die Feuerwehr im Mai auf Trab.

Ein Schwelbrand im Silo hält die Feuerwehr im Mai auf Trab.

2025 war ein „einsatzreiches und anspruchsvolles Jahr“, heißt es in der Zusammenfassung, und in der ist auch von einer hohen Belastung und einem starken Engagement die Rede. Sätze wie „Neben den klassischen Aufgaben der Brandbekämpfung und technischen Hilfeleistung prägten insbesondere zahlreiche Unterstützungsleistungen für den Rettungsdienst, Einsätze auf Gewässern sowie umfangreiche organisatorische Tätigkeiten das Einsatzgeschehen“ klingen zwar nicht spannend, zeigen aber, wie anspruchsvoll und vielfältig die Anforderungen waren.

Belastung für Körper und Geist

Dazu die Feststellung zur Zahl der 411 Einsätze: „Dieser recht hohe Wert wiegt umso schwerer, da 2025 keine sogenannte Großschadenslage mit vielen Einzeleinsätzen, wie z.B. das Starkregenereignis in 2021, zu verzeichnen war.“ Also recht wenig, von dem man noch den Enkeln erzählen könnte, aber doch immens viel zu tun.

Ja, Feuerwehrleute haben immer wieder mit schrecklichen Ereignissen zu tun, tödlichen Unfällen oder müssen Schwerverletzte aus Wracks holen, wie etwa im Juli, als auf der Straße zwischen Kardorf und Merten an der Einmündung Eichenweg zwei Personenwagen heftig kollidierten. Mehr als 40 Feuerwehrleute eilten dorthin, einige von ihnen befreiten die drei Insassen der in ein Feld geschleuderten Autowracks; vor allem die Beifahrerin hatte schonend aus dem zerdrückten Blech herausgeholt werden müssen.

Mehr als 40 Rettungskräfte und Feuerwehrleute eilten zur Hilfe, als im Juli zwei Personenwagen kollidierten.

Mehr als 40 Rettungskräfte und Feuerwehrleute eilten zur Hilfe, als im Juli zwei Personenwagen kollidierten.

Letztlich glimpflich ging es im September beim Vollbrand im Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses in Roisdorf aus, als zunächst zwei der 21 Bewohner vermisst wurden. Eine Person hatte sich in den Keller geflüchtet, wie erst spät klar wurde. 120 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen an, um Leben zu retten und auch Sachwerte. Solche Einsätze sind nicht nur zeitlich und körperlich belastend, sondern auch mental.

Enge Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst

Die Jahresbilanz zeigt auch Entwicklungen auf. So haben Einsätze zugenommen, mit denen die Feuerwehr den Rettungsdienst unterstützt, etwa beim Tragen von Verletzten – auch über die Drehleiter. Immer wieder muss die Feuerwehr mit ihrer Spezialausrüstung ran, um eine Tür zu öffnen, hinter der ein hilfloser Mensch wartet. Die hohe Zahl an Alleinlebenden und Pflegebedürftigen ist ein Grund dafür. Die enge Zusammenarbeit von Feuerwehr und Rettungsdienst ist also immer wieder gefragt und wird auch so geübt.  

Einsätze am Rhein und an anderen Bornheimer Gewässern kamen ebenfalls vor. Dabei ging es meist um vermisste Personen. Sogar am Stadtfeuerwehrtag hieß es: Ausrücken zur Personensuche! Und das Ende war nicht schön. Der vermisste 51-Jährige wurde unter Wasser entdeckt und konnte nur noch tot geborgen werden.

An der Stadtgrenze ist für die Bornheimer Feuerwehr nicht zwingend Schluss. So waren Einsatzkräfte aus Bornheim beide Male dabei, als es in einem Entsorgungsbetrieb in der Gemeinde Swisttal brannte. Mit ein Grund, warum die Bilanz auch Lob beinhaltet: Von „großem Engagement, hoher Fachkompetenz und starkem ehrenamtlichem Einsatz“ ist die Rede. Die Mitglieder der Feuerwehr leisteten einen maßgeblichen Beitrag zur Sicherheit der Bürger – „rund um die Uhr und in einer beeindruckenden Bandbreite an Aufgaben“. 

Prävention aus dem Rathaus

Während die Feuerwehr aktiv Gefahren abwehrt, ist die Prävention Sache des „vorbeugenden Brandschutzes“ im Rathaus. Von einer hohen Zahl an „Brandverhütungsschauen“ ist die Rede. Solch eine „Schau“ findet auch jedes Mal statt, wenn irgendwo in Bornheim ein Festzelt genutzt werden soll, also noch unabhängig von der Inaugenscheinnahme durch das Ordnungsamt und das Bauordnungsamt.

Der aktuelle Jahresbericht weist sogar auf die „Arbeit im Hintergrund“ hin. Denn da gibt es tatsächlich auch hauptamtliche Kräfte, etwa die Gerätewarte. Regelmäßige Fahrzeugwartung, die Wartung und Pflege persönlicher Schutzausrüstung sowie die  Organisation und der Unterhalt der Kleiderkammer sind somit ebenfalls erfasst.

Zur Unterbringung der Feuerwehr steht in dem Bericht nichts. Das angestrebte feuerwehrtechnische Zentrum am Hellenkreuz hängt von der Entwicklung des Bebauungsplanes Bo 27 ab. Der Neubau soll ein gemeinsames Dach für die Löscheinheiten Bornheim, Brenig und Dersdorf bieten und auch einen separaten Raum für die Umkleide der Jugendfeuerwehr.