Ausschuss für Klima und Umwelt gibt grünes Licht für das Projekt, das mit Künstlicher Intelligenz präzise Wetterprognosen ermöglichen soll.
FlutkatastropheNeues Radar soll im Bergischen früher vor Starkregen warnen

Frühzeitig berechnen, welche Folgen Starkregenereignisse haben, soll ein neu aufzubauendes KI-gestütztes Radarsystem im Bergischen.
Copyright: Christopher Arlinghaus
Ein regionales Radarsystem und dessen Auswertung mit Künstlicher Intelligenz sollen künftig im Bergischen Land helfen, Starkregenflutkatastrophen wie im Juli 2021 besser vorherzusagen. Einstimmig hat sich der Ausschuss für Klimawandelanpassung, Umwelt und Kreisentwicklung, kurz: KUK, am Dienstagabend dafür ausgesprochen, das wie berichtet im Rahmen des Strukturförderprogramms Regionale 2025 auf den Weg gebrachte Projekt zusammen mit dem Oberbergischen und dem bergischen Rhein-Sieg-Kreis zu starten.
Dafür sollen 28.000 Euro aus dem Regionale-2025-Budget für das Projekt KIRa-Berg freigegeben werden, das für „KI- und Radar-gestütztes integriertes Überflutungsmanagementsystem im Bergischen Land“ steht. Das Projekt ist eine Reaktion darauf, dass die Starkregenflut vom Juli 2021 nicht nur massive Schäden verursacht, sondern auch deutlich gemacht hat, dass die bestehenden Warnsysteme und -strukturen in der Region optimiert werden müssen.
Zentraler Bestandteil ist ein hochauflösendes X-Band-Radarsystem
Aus diesem Grund hatten sich die Landräte des Rheinisch-Bergischen Kreises, des Oberbergischen Kreises, des Rhein-Sieg-Kreises und des Ennepe-Ruhr-Kreises sowie die Oberbürgermeister mehrerer Städte, darunter Leverkusen und Wuppertal, zusammengeschlossen, um die Kooperation „Überflutungsvorsorge an Agger und Wupper (ÜVAW)“ ins Leben zu rufen.
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Die geplanten Maßnahmen des KIRa-Berg-Projekts sind vielversprechend und innovativ. Ein zentraler Bestandteil ist der Aufbau eines hochauflösenden X-Band-Radarsystems. Dieses System soll in der Lage sein, kleinräumige Starkregenereignisse mit einer Präzision zu erfassen, die das bestehende, bundesweite Radarnetz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) nicht bietet.
Ein Musterprojekt für ganz Deutschland – wenn nicht sogar darüber hinaus
Die aktuelle Technologie hat sich laut Organisatoren als unzureichend erwiesen, da sie nicht in der Lage ist, lokal begrenzte Wetterereignisse genau vorherzusagen. Zusätzlich zum bergischen Regenradar soll daher nun ein KI-Hybrid-Modell entwickelt werden, das in der Lage ist, Überflutungen sowohl durch Niederschlag als auch durch Gewässer in Echtzeit zu simulieren. Dies ermöglicht nicht nur eine präzisere Risikoabschätzung, sondern verbessert auch die Entscheidungsgrundlage für die beteiligten Fachbehörden erheblich. Das System wird durch interaktive „Was-wäre-wenn-Analysen“ ergänzt, die eine flexible Planung und Bewertung von Schutzmaßnahmen, wie etwa mobilen Schutzwänden oder Evakuierungsrouten, ermöglichen.
„Wir wären dann so schnell wie niemand sonst in Deutschland“, stellte Umweltdezernent Heiko Krause in Aussicht. Peter Lautz (CDU) betonte, dass das Projekt schnell vorangetrieben werden müsse. Auch Bodo Jakob (SPD) begrüßte das Projekt: „Eine hervorragende Geschichte.“ Und Markus Plagge (Grüne) nannte es ein „Musterprojekt für ganz Deutschland – wenn nicht sogar darüber hinaus“.
Das Projekt wird in Kooperation mit renommierten Partnern durchgeführt
Die Verbesserung der Überflutungsvorsorge ist besonders wichtig für das Bergische Land, das aufgrund seiner Topografie, dichten Gewässerlandschaft und hohen Niederschlagsmengen besonders anfällig für Überflutungen ist. Mit dem KIRa-Berg-Projekt soll ein umfassendes und integriertes Überflutungsmanagementsystem entwickelt werden, das Fachbehörden und Krisenstäbe in die Lage versetzt, Überflutungsgefahren frühzeitig zu erkennen und effektive Maßnahmen zu planen und umzusetzen. Das Projekt wird in Kooperation mit mehreren renommierten Partnern durchgeführt, darunter die TH Köln, die Universität Bonn und das Hochwasserkompetenzzentrum NRW.
Zunächst wird das System wie berichtet im Oberbergischen Kreis getestet und optimiert, bevor eine flächendeckende Ausweitung auf die gesamte Region der ÜVAW im Bergischen Land erfolgt.

