Öko-ProjektBücherei in Königswinter verleiht jetzt auch Saatgut

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Neu im Angebot: Bibliotheksmitarbeiterin Ulrike Ehresmann mit dem Saatgut. 

Königswinter – Dass man in einer Bibliothek Bücher und andere Medien ausleihen kann – das ist keine Neuigkeit. Neu hingegen ist, dass man sich dort auch Saatgut leihen kann. Beispielsweise in der Bibliothek im Schulzentrum Oberpleis, die seit 1996 ehrenamtlich geführt wird.

Das Konzept und das Ziel der „Saatgut-Büchereien“ und des Vereins zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) ist der Wunsch, alte und unbehandelte Pflanzensorten zu erhalten und auch weiterzugeben. Die Idee, die nun auch in Oberpleis umgesetzt wurde: Man kann sich Saatgut, verpackt in kleinen Tütchen, mit nach Hause nehmen und so neun Monate „leihen“. Auch Ungeübte können das, denn es gibt zusätzlich einen Newsletter, der während des Anbaujahres die Gärtner begleitet.

Saattüten zur Rückgabe liegen bereit

Neben dem Tütchen mit Samen braucht man rund zwei Quadratmeter Platz im Garten oder Hochbeet. Die Samen werden nach Anleitung zunächst ausgesät und bis zur Samenreife gepflegt. Einen Teil des Gemüses oder Salats darf man genießen. Ein Teil der Samen wird jedoch geerntet und getrocknet.

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In die vorbereiteten Saattüten für die Rückgabe kommt eine Portion Samen, das sind etwa 25 Stück. Wer mehr Samen abgeben möchte, kann dies gerne tun. Das neu gewonnene Saatgut kommt dann wieder gut beschriftet in die Bibliothek und die „geliehenen Samen“ gelangen so zurück, um im Folgejahr wieder ausgeliehen werden zu können. Damit alles leicht funktioniert, werden eher leicht zu vermehrende Sorten wie Tomaten, Bohnen, Erbsen, Salat oder Gartenmelde, auch Spanischer Salat genannt, abgegeben.

Vielfalt der Pflanzensorten ging zurück

Vor vier Jahrzehnten machten die Vereinten Nationen darauf aufmerksam, dass es einen massiven Verlust der Vielfalt der Nutzpflanzensorten gibt. „Drei Viertel der Sorten sind verloren“, so der Flyer von VEN, dem Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzen.

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Er machte es sich zur Aufgabe, Sorten und Wissen darüber zu sammeln und in den eigenen Gärten zu vermehren. Diese „Vielfaltssorten“ werden weitergegeben und das geschieht in dem bundesweiten Bibliotheksprojekt, das von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen sowie Software Stiftung AG unter stützt wird.

Ziel ist laut Büchereimitteilung, den Hobbygärtnerinnen und -gärtnern das nötige Wissen und praktische Fertigkeiten über die Vielfalt der Kulturpflanzen zu vermitteln. „Dieses Kulturerbe soll wie seit vielen Generationen lebendig, ökologisch und unabhängig in der Gesellschaft bewahrt und verwurzelt bleiben.“  

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