Spurensuche in der WildnisJugendliche erkunden das Siebengebirge

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Spannende Beobachtungen konnten die jungen Entdecker des zweiten Wildniscamps bei der Tiersuche im Dickicht des Siebengebirges machen. Allerhand Informationen dazu gab es von Revierförster Marc Redemann (hinten).

Spannende Beobachtungen konnten die jungen Entdecker des zweiten Wildniscamps bei der Tiersuche im Dickicht des Siebengebirges machen. Allerhand Informationen dazu gab es von Revierförster Marc Redemann (hinten).

Königswinter-Ittenbach – Die jungen Entdecker hatten Glück: Im Rahmen ihrer Exkursion durch schmale Waldpfade haben sie gleich frische Wildschweinspuren gefunden. Zu verdanken war das sicherlich auch dem erfahrenen Blick von Förster Marc Redemann, der die Teilnehmer des zweiten Wildniscamps (siehe Infokasten) durch den dichten Wald führte.

Im Nachgang zu diesem Fund wurde in der Gruppe besprochen, welche anderen Wildarten durch das Siebengebirge streifen und wer eigentlich deren natürlichen Feinde sind. Schnell kam man dabei auf den Wolf, der aber bei weitem nicht dafür sorgen könne, die zu hohen Wildbestände zu dezimieren und dass deshalb gejagt werden müsste, um annähernd ein Gleichgewicht zu schaffen, wie Marc Redemann, Diplom-Ingenieur der Forstwirtschaft, Waldpädagoge und Wolfberater, erklärte. Dabei erläuterte er weiter, dass es vielerlei vernünftige Gründe für die Jagd gebe, die Trophäenjagd aber abgelehnt werden müsse.

Themen wie Bio-Wildfleisch, Artenschutz und Biotop-Pflege

Neben Wildtieren standen aber auch zahlreiche andere spannende Aspekte auf der Agenda des Wildniscamps: Am Thema Bio-Wildfleisch und Massentierhaltung ließen sich Ernährungsfragen nachhaltig diskutieren. Die Gruppe um den Diplom-Biologen Daniel Geller vom Büro Faunistik stöberte Molchen, Kröten und Schlangen nach und lernte einiges über Artenschutz und Biotop-Pflege für bedrohte Reptilien und Amphibien. Später tauschten sich die Gruppen über das aus, was sie gelernt hatten und konnten sich so zu diesen Themenbereichen eine eigene Meinung bilden.

Aber auch der Spaß sollte beim Wildniscamp nicht zu kurz kommen und so bauten sich die Teilnehmer ein „Waldsofa“ aus gesammelten Ästen und Zweigen, auf dem sich trefflich entspannen ließ. Auch Erlebnispädagogik stand auf dem „Stundenplan“, so zum Beispiel bei vertrauensbildenden Spielen: Ziel war es dabei, sich gegenseitig mit verbundenen Augen durch den Wald zu führen und den Baum, der dann ertastet wurde, anschließend wiederzufinden. Die Geologie des Siebengebirges und seine vulkanischen Anteile ließen sich schließlich am Nasseplatz gut erklären, in Augenschein nehmen und ebenfalls ertasten.

Das Camp

Das zweite Wildniscamp fand auf dem Gelände des Forsthauses Lohrberg statt und wurde vom Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS) in Kooperation mit dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW für Interessenten der Klassen 6 bis 10 angeboten. Erstmalig fand das Camp an einem Wochenende statt, sodass keine Unterrichtsbefreiung beantragt werden musste. Die thematische Grundlage für die Inhalte des Camps bildet ein gemeinsames Umweltbildungskonzept beider Partner, das einen Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung leisten und die Fähigkeit der Teilnehmer zu zukunftsfähigem Denken und Handeln bestärken soll. (mmn)

Als Mittagsverpflegung wurde eine Suppe von Peter Profittlich gestiftet und am Abend gab es Wildbratwurst. Am Lagerfeuer konnten dann Wanderstöcke geschnitzt werden, für die eigens spitzenlose Schnitzmesser ausgeliehen worden waren. Wer Lust hatte, konnte sich im Bogenschießen üben, bevor es gegen 22 Uhr in die Zelte ging. Bei der Übernachtungsaktion beteiligte sich der Pfadfinderstamm Oberon (BdP) tatkräftig und stellte seine Zelte zur Verfügung.

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