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„Das ging zackig, ich bin zufrieden“Fazit nach einem Monat Impfstelle in Meckenheim

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Impfpass (1)

Ein Impfausweis (Symbolbild)

Meckenheim – Der 15-jährige Christian Willeke war an diesem Morgen einer der ersten Schüler, die sich in der Anfang Dezember neu eingerichteten Impfstelle im Meckenheimer Ruhrfeld boostern ließen, also die dritte Impfung bekamen. Gewissenhaft war der Jugendliche schon vor dem festgelegten Zeitpunkt gekommen – kein Vergleich zu den knapp 20 Prozent der angemeldeten Personen, die ohne Absage nicht zum vereinbarten Impftermin erscheinen.

Begleitet wurde Willeke von seiner Mutter. Seine ersten Impfungen hatte der Schüler aus Beuel schon früh in einer Bonner Arztpraxis erhalten und gut vertragen. Und auch nach seiner dritten Auffrischungsimpfung kurz vor Schulstart hatte er über keine Nebenwirkungen zu klagen. „In meinem Freundeskreis sind alle geimpft“, erzählte der Handballer, für den am heutigen Montag ein Praktikum beginnt. Dasselbe gelte für die Spieler in seinem Sportverein. Für ihn und seine Mutter sei es genauso selbstverständlich gewesen, sich impfen zu lassen: „Bei uns gab es darüber keine große Diskussion.“ Barbara Willeke ergänzte: „Die Jugendlichen möchten wieder Sport machen, ein Stückchen ihrer Freiheit zurückbekommen und die Älteren schützen.“ Da ihr Sohn für die Asklepios Kinderklinik in Sankt Augustin zu alt sei, habe sie einen Termin in Meckenheim gebucht, gleich nachdem Ende Dezember in NRW Booster-Impfungen für 12- bis 17-Jährige in den Impfstellen zugelassen wurden.

Impfung auf dem Weg zur Oma

Für Willekes war Meckenheim die erste Wahl, da sie ein stationäres Angebot vorziehen und die Apfelstadt in der Nähe der Großmutter liegt, die in Niederbachem wohnt: „Wir haben auf dem Weg zur Oma einen Impfstopp in Meckenheim eingelegt.“ Von der guten Organisation und dem schnellen Ablauf waren beide begeistert: „Es ist alles sehr ordentlich und sauber.“

Ähnlich angetan äußerten sich die Eheleute Boecker aus Alfter-Witterschlick. Beide nutzten wegen möglicher Nebenwirkungen den Weihnachtsurlaub zum Boostern. Ihr Kommentar: „Alles top!“ Von der seit Anfang Dezember in Meckenheim eingerichteten Impfstelle des Rhein-Sieg-Kreises hätten sie von einem Nachbarn erfahren. Geimpft wird dort an fünf Wochentagen von 12 bis 18 Uhr: „Wir haben uns gefreut, so schnell und unkompliziert einen Termin zu bekommen.“ Bei ihrem Hausarzt hätten sie noch warten müssen.

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Die reibungslosen Abläufe in der Impfstelle bestätigte auch die Meckenheimerin Veronika Wlotzka. Die 33-Jährige gehört zu den 75 Prozent der Impflinge, die dort bisher geboostert wurden. Bereits vor Weihnachten hatte sie sich um einen Termin bemüht, zu dem sie zur Vorsicht schon 15 Minuten früher erschien. Doch die kleine Schlange der Wartenden war überschaubar und wurde schnell kleiner. Kurz nach 12 Uhr wurde sie zügig durch „das Labyrinth der Flure geleitet“, wie sie es beschrieb. Bei der Ärztin angekommen, gab es dann einen kleinen Piks mit Biontech, Pflaster drauf und fertig. Als sie wieder vor der Tür stand, waren nur etwa zehn Minuten vergangen: „Das ging zackig, ich bin zufrieden.“

Impfangebot für alle ab Zwölf

Das Impfangebot im Meckenheimer Ruhrfeld ist gedacht für alle Menschen ab zwölf Jahren und deckt Erst-, Zweit- und Booster-Impfungen ab. Zurzeit werden in vier Kabinen zwischen 350 und 410 Menschen pro Tag geimpft, doch liegen die Kapazitäten deutlich höher, nämlich bei 500 Impfungen täglich. Allerdings erscheinen zwischen 15 und 20 Prozent der Menschen nicht zum gebuchten Termin. Vakzin bleibt jedoch kaum übrig: Die Spritzen werden bedarfsgerecht aufgezogen.

Da die Kapazität der vier Impfkabinen nicht völlig ausgeschöpft ist, sind immer Termine verfügbar. Das bestätigte die Pressestelle des Rhein-Sieg-Kreises. Impfungen sind mit und in begrenztem Umfang auch ohne Termin möglich, doch kommen bisher nur knapp 20 Prozent der Besucher spontan vorbei. Zudem wird empfohlen, einen festen Zeitpunkt zu vereinbaren, um Wartezeiten zu vermeiden.

Insgesamt waren in der ersten Januarwoche 20 Personen im Einsatz: vier Ärzte, vier medizinische Fachangestellte, zwei Pharmazeutisch-technische Assistenten, zwei Sanitäter, drei Registratur-Mitarbeiter und vier Sicherheitskräfte eines externen Dienstleisters. Die Impfleitung obliegt Aurel Bergmann vom Amt von der Koordinierenden Covid-Impfeinheit (KoCI) beim Amt für Bevölkerungsschutz.

Kinder-Impfung

Eltern können ausschließlich online beim Kreis einen Impftermin für ihr Kind im Alter von fünf bis elf Jahren vereinbaren. Die Impfungen werden in der Asklepios Kinderklinik in Sankt Augustin durchgeführt. Der Rhein-Sieg-Kreis erhält in der zweiten Januarwoche ein weiteres Kontingent des speziell für Kinder zugelassenen Pfizer-Impfstoffs Biontech. Für die Erst- und Zweitimpfungen dieser Altersgruppe stehen dann zusätzliche 5000 Impfdosen zur Verfügung.

Freigeschaltet sind die Termine im Buchungsportal unter rhein-sieg-kreis.de/impfen. Für Fragen zur Corona-Impfung hat die Kinderklinik eine eigene Hotline eingerichtet – erreichbar unter (0 22 41) 24 96 00.

Auch im privaten Schnelltestzentrum Rheinbach am Schornbusch sind Kinderimpfungen möglich. Sie werden angeboten von der Kinder- und Jugendarztpraxis El-Sawaf. Internet: www.schnelltest-rheinbach.de. (gvt)

Ab Montag wird die Besetzung auf 16 Mitarbeiter reduziert, es wird dann nur noch mit drei Ärzten geimpft. Um die Impfnachbetreuung kümmern sich weiterhin zwei Sanitäter der Malteser. Die Stadt Meckenheim unterstützt personell, das Ordnungsamt fährt mehrmals täglich an dem Gebäude Im Ruhrfeld vorbei. Der Kreis werde weiterhin die Impfkampagne beobachten und gegebenenfalls das Personal wieder kurzfristig aufstocken oder weiter reduzieren, heißt es aus der Pressestelle des Siegburger Kreishauses. Bedauerlich sei die hohe „No-Show-Quote“ von 15 bis 20 Prozent. Daher der Appell, nicht benötigte Termine und Registrierungen rechtzeitig zu stornieren. Die Impfstelle wird voraussichtlich so lange geöffnet bleiben, wie Bedarf besteht.

Die Öffnungszeiten

Impfstelle „Im Ruhrfeld 16“ in Meckenheim, dienstags bis samstags 12 bis 18 Uhr. Eine Auffrischungsimpfung ist nach dem aktuellen Impferlass des Landes NRW jetzt ab zwölf Jahren möglich; 12- bis 15-Jährige müssen von einem Erziehungsberechtigten begleitet werden, der eine unterschriebene Einverständniserklärung mitbringt.