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Neue Pastorale EinheitFusion der Katholischen Kirchengemeinden von Meckenheim und Wachtberg

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April 2023: Der ökumenische Kreuzweg startet an der Kirche Heilige Drei Könige in Oberbachem. Doch die soll nun stillgelegt werden.

April 2023: Der ökumenische Kreuzweg startet an der Kirche Heilige Drei Könige in Oberbachem. Doch die soll nun stillgelegt werden.

Kardinal Woelki zelebriert die Fusion der Kirchengemeinden mit einer „Errichtungsmesse“ und Glaubensgesprächen in Meckenheim.

Die völlige Fusion der Katholischen Kirchengemeinden von Meckenheim und Wachtberg, die auch den Rheinbacher Stadtteil Wormersdorf einschließt, ist mit dem Jahreswechsel Realität geworden. 17.000 Katholiken haben nun ihre Pfarrkirche gemeinsam in Meckenheim. St. Marien in Berkum bleibt zwar als Zentrum für Wachtberg erhalten, dennoch werden im Drachenfelser Ländchen einige Immobilien frei.

Kitas nun in der Hand des Bistums

Die Bildung der neuen Kirchengemeinde fällt zeitlich mit dem Trägerwechsel bei den katholischen Kindertagesstätten zusammen. Die Kitas St. Maria Rosenkranzkönigin, St. Georg und St. Raphael in Wachtberg sowie in Meckenheim die Kindertagesstätten „Zur Glocke“, St. Jakobus der Ältere, St. Petrus und in Rheinbach-Wormersdorf St. Joseph und St. Maria gehören im neuen Jahr zur Katholino gGmbh des Bistums. So sind im neuen Gemeindebereich insgesamt acht Kitas mit etwa 80 Mitarbeitern sowie etwa 340 betreuten Kindern in neuer Hand.

„Die katholischen Kitas in Meckenheim und Wachtberg werden auch nach dem Trägerwechsel weiterhin zu 100 Prozent katholisch bleiben. Das christliche Profil wird in keiner Weise aufgegeben“, betont Michael Maxeiner als leitender Pfarrer der Pastoralen Einheit Meckenheim-Wachtberg bereits bei der Ankündigung vor einem halben Jahr und erklärte auch, die Mitverantwortung für die weitere pastorale Anbindung der Kitas liege daran, was die Kirchengemeinde daraus mache.

Glaubensgespräche mit Kardinal

Ein „Tag mit dem Kardinal“, zu dem Rainer Maria Kardinal Woelki am Sonntag, 11. Januar, nach Meckenheim kommt, soll der neuen Kirchengemeinde weiter Vortrieb geben. Um 10 Uhr beginnt in der Kirche St. Johannes der Täufer die „Errichtungsmesse“, also die feierliche Gründung der Kirchengemeinde „St. Marien und St. Johannes der Täufer, Wachtberg und Meckenheim“. Im Anschluss gibt es Glaubensgespräche und einen Austausch mit dem Erzbischof bei einem Imbiss im Schützenhaus in Meckenheim.

Seit zwei Jahren bilden sich überall im Bistum Köln große Pastorale Einheiten. Vielfach wird das mit Kirchengemeindeverbänden angestrebt, die neue Pfarrei Wachtberg und Meckenheim ist jedoch eine komplette Fusion. Das ging so schnell, weil Michael Maxeiner, zuvor Pfarrer der bereits 2010 zusammengeschlossenen Kirchengemeinden in Wachtberg, auch die vakante Pfarrstelle in Meckenheim übernahm und so die zuletzt neun separaten Pfarrgebilde zu einer tatsächlichen Einheit lenkte. Der Transformationsprozess macht jedoch wie in den anderen 66 Pastoralen Einheiten des Bistums auch einen neuen Rechtsträger notwendig.

Die Amtszeit der alten Kirchenvorstände ist mit dem Jahreswechsel zu Ende gegangen. Ein Vermögensverwaltungsgremium hat an Neujahr alle Werte in den bisherigen Kirchengemeinden St. Johannes der Täufer (Meckenheim), St. Jakobus der Ältere (Meckenheim-Ersdorf/Altendorf), St. Petrus (Meckenheim-Lüftelberg), St. Michael (Meckenheim-Merl), St. Martin (Rheinbach-Wormersdorf) und St. Marien (Wachtberg) vorübergehend in Besitz genommen, denn erst im März wird ein neuer gemeinsamer Kirchenvorstand gewählt, ebenfalls ein Pfarreirat, der die bisherigen Pfarrgemeinderäte ablöst und die pastorale Arbeit der Gemeinde beratend begleiten soll.

Die Vorarbeit für die Aufgabe nicht mehr benötigter Räume ist bereits im vorigen Jahr geleistet worden. Die Kirche St. Maria Rosenkranzkönigin in Berkum soll das Zentrum für Gottesdienste in Wachtberg sein. Auch ein Kontaktbüro sowie pastorale Angebote sind dort vorgesehen. Das Haus St. Gereon in Niederbachem wird das Zentrum für Veranstaltungen, während das Pfarrheim in Villip aufgegeben wird.

Die Kirche „Zu den Heiligen Erzengeln“ in Pech könnte verkauft werden; die Entscheidung liegt beim künftigen Pfarreirat.   Für die Freitagabendmesse genügt die Kapelle St. Michael. Für die Kirche „Heilige Drei Könige“ in Oberbachem wird mit der serbisch-orthodoxen Gemeinde über Nutzung und Unterhalt verhandelt. In der Marienkapelle in Ließem, nicht weit davon, gibt es regelmäßige Messen. Eine Nutzung der Kirche zu Trauerfeiern für Beisetzungen auf dem dortigen Friedhof ist möglich.

Weniger Katholiken

Der Hintergrund der Transformation ist banal: Im September hatte Pfarrer Maxeiner die Zahl der katholischen Kirchensteuerzahler verglichen: 2010 waren es in Wachtberg 10.200, im August 2025 nur noch etwa 8000. So fehlt vor allem Geld in der Kasse, aber es mangelt auch an Menschen, die sich einbringen.