Ein 55-Jähriger wurde mit 25 Kilogramm Kokain am Rastplatz Peppenhoven bei Rheinbach gefasst und zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt.
Sechseinhalb Jahre HaftDrogenkurier an Rastplatz bei Rheinbach mit 25 Kilogramm Kokain erwischt

Mit sechseinhalb Jahren Haft muss ein 55-Jähriger für den Schmuggel von 25 Kilogramm Kokain büßen.
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Mit sechseinhalb Jahren Haft muss ein 55-jähriger Serbe für den Schmuggel von 25 Kilogramm Kokain büßen. Das Bonner Landgericht verurteilte den geständigen Angeklagten jetzt wegen Einfuhr von Betäubungsmitteln und der Beihilfe zum Handel zu dieser Gefängnisstrafe.
Der Mann war am 22. Juli 2025 von Zollfahndern am Rastplatz Peppenhoven gestoppt worden, als er in einem Opel-Kleintransporter mit serbischem Kennzeichen auf der A 61 von den Niederlanden aus unterwegs in sein Heimatland war. Bei der Kontrolle stellten die Beamten Rauschgiftspuren an den Händen des Fahrers fest, untersuchten daraufhin das Auto und entdeckten unterhalb des Laderaums das Versteck der verbotenen Ware. Das Kokain war in 25 Päckchen zu je ein Kilogramm verpackt worden und hätte bei einem Verkauf auf dem Schwarzmarkt über 800.000 Euro erbracht.
Drogenkurierfahrt wegen Spielschulen
Nach seinem Geständnis war der gelernte Elektrotechniker, der in Geldnot war, am 19. Juli mit einem Überlandbus vom serbischen Novi Sad nach Venlo gereist, weil ihm in Holland Arbeit versprochen worden sei. Dort sei er von einem Mann namens Dragan empfangen worden; am Abend hätten sie ein Spielcasino besucht, wo er 600 Euro aus seinem Portemonnaie und noch einmal 1200 Euro, die ihm Dragan geliehen haben soll, an Automaten verzockt habe. Schließlich habe ihm der Landsmann die Übernahme der Spielschulden und noch 1500 Euro versprochen, wenn er bereit sei, eine Kurierfahrt nach Serbien zu übernehmen.
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Der Angeklagte sagte aus, er habe zwar gewusst, dass er etwas Verbotenes transportiere, nicht aber, dass es Kokain war. Für das Gericht stand jedoch fest: Der 55-Jährige habe billigend in Kauf genommen, Drogen zu schmuggeln.
Übergabe des Kokains sollte in Serbien erfolgen
Dragan besorgte den Kleintransporter, gemeinsam luden sie am Morgen des 22. Juli das Rauschgift ein, dann soll ihm der Mittelsmann 500 Euro als Anzahlung sowie ein Handy gegeben haben, mit dem er überwacht werde. Zudem werde er von einem zweiten Auto verfolgt. Die Übergabe des Kokains sollte in Serbien erfolgen, der Angeklagte zu einem Treffpunkt gelotst werden.
Normalerweise, das zeigt sich immer wieder bei derartigen Prozessen, werden Neulinge wie der Angeklagte bei ihrer ersten Kurierfahrt nicht mit einer solchen Menge illegaler Substanzen auf die Reise geschickt, sondern müssen sich erst bewähren. Die Strafkammer hatte jedoch keine Anhaltspunkte dafür, dass er „weiter in das Geschehen eingebunden war“. Der 55-Jährige berichtete dem Gericht, er sei in der Untersuchungshaft von Mitgefangenen verlacht worden, weil er für einen so geringen Sold ein solches Risiko auf sich genommen habe.
