Handball-RegionalligaA-Junioren des TV Palmersheim haben keine weiße Weste mehr

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Mit dicken Backen und dem Ball in der Hand versucht Michael Kluß am gegnerischen Verteidiger vorbeizukommen.

Michel Kluß versucht sich hier an seinem fast zwei Meter großen Gegenspieler vorbeizustehlen.

Im Spiel der beiden verlustpunktfreien Teams hat die Turnerschaft Grefrath gegen den TV Palmersheim die besser besetzte Ersatzbank.

TV Palmersheim – Turnerschaft Grefrath 32:33 (17:17). Im achten Meisterschaftsspiel hat es die A-Junioren des TV Palmersheim erwischt. Im Spitzenspiel gegen die Turnerschaft Grefrath gab es eine knappe Niederlage. Den Platz an der Sonne hat nun der Gegner übernommen. Ein Unentschieden, das durchaus möglich war, wäre dem Spielverlauf gerecht geworden, denn beide Mannschaften unterstrichen, warum sie in dieser Saison bisher ganz oben standen und stehen. Palmersheim übernimmt nun die Rolle des Jägers, Grefrath spürt jetzt den Druck des Gejagten.

Das Wichtigste zuerst: Zuschauer erleben ansehnliches Handballspiel

Beide Mannschaften zeigten über 60 Minuten einen temporeichen, intensiven und mitunter sehr ansehnlichen Handball, der die rund 120 Zuschauer förmlich von den Sitzen riss. Lautstark wurde jede gelungene Aktion gefeiert – und zwar nicht nur auf der Tribüne, sondern auch auf dem Spielfeld. Die Führung wechselte mehrfach hin und her und keinem Team gelang es, mit mehr als drei Toren davonzuziehen. Am Ende war es neben etwas Spielglück auch die voll besetzte Gästebank, die mehr Alternativen, was Grefrath zugutekam. Palmersheim steckte nie auf und musste eine knappe und deshalb umso bitterere Niederlage hinnehmen. Grefrath feierte sich und die Tabellenführung.

Die Erkenntnis in der Offensive: Rückraum stark, Außen schwach

Wenn man in der Offensive der Palmersheimer etwas bemängeln will, dann die Abschlussschwäche der Außenspieler. Palmersheim war meist über die Rückraumachse Michel Kluß, Tom Sander, Hussein Nasser Eddine und dem Zusammenspiel mit Kreisläufer Ali Sinaci erfolgreich, schaffte es aber nicht, die Außenpositionen Timo Johnen und Jouse Nzoikanua Domingos einzubinden. Und wenn dies dann doch einmal gelang, dann verfehlten die Würfe der Außenspieler meist ihr Ziel.

Der angeschlagene Lino Rübenach liegt auf dem Boden. Die Mitspieler stehen um ihn herum.

Schockmoment vor dem Spiel: Torhüter Lino Rübenach (M.) hatte sich das linke Knie verdreht

Grefrath spielte zudem fast das komplette Spiel über eine Fünf-eins-Deckung und nahm Tom Sander mit der Manndeckung vermehrt aus dem Spiel. In Unterzahl tauschte der Gast den Torhüter gegen einen Feldspieler, um vorne für Paarigkeit zu sorgen. Gerade hier zeigte sich, wie sicher und gut Grefrath den Ball laufen lässt. Palmersheim verzeichnete keinen einzigen Tempogegenstoß auf das leere Tor.

Defensivarbeit tut weh: Lino Rübenach spielt verletzt durch

Robust, intensiv und zupackend – das sind oft genannte Eigenschaften im Handballsport. Und genau diese Fähigkeiten waren auch im Topspiel der A-Junioren gefordert. Beide Mannschaften schenkten sich nichts. Die angreifenden Spieler wurden oft recht unsanft gebremst. Da das Ganze aber immer mit gegenseitigem Respekt stattfand, gab es keine Situation, die aus dem Ruder lief. Entscheidungen der Schiedsrichter wurden akzeptiert.

Im Heimtor quälte sich Lino Rübenach durch das Spiel. Er hatte sich beim Aufwärmen das linke Knie verdreht, konnte sich aber unter Schmerzen mehrfach auszeichnen. Seinem Gegenüber, dem in der Halbzeit gekommenen Johann Stams, war es in der Schlussphase vorbehalten, den Sieg für seine Mannschaft mit vielen Paraden zu holen.

Das sagt der Trainer: Marco Mayer sieht mehr Potenzial in seinem Team

Marco Mayer: „Ich hasse Verlieren! Das gehört zu diesem wundervollen Sport aber leider auch dazu. Daher Glückwunsch an Grefrath.“ Für den TVP-Coach hat die Kaderbreite der Teams den Unterschied ausgemacht: „Grefrath konnte in den letzten zehn Minuten noch mal von der Bank aus nachlegen und hatte letztlich etwas mehr Power.“

Voller Anspannung schaut Marco Mayer zu, was seine Abwehr gerade macht.

Hofft, dass die Abwehr in dieser Situation standhält: Trainer Marco Mayer.

Doch das war nicht der alleinige Grund: „Bei uns hat es an der Abschlussqualität gemangelt. Trotzdem kann ich meinen Jungs gar nicht viel vorwerfen. Einstellung und Wille stimmten, dennoch ist noch Luft nach oben, und wir werden im Rückspiel alles geben, um die Punkte zurückzuholen. Ich habe noch nicht gesehen, dass wir unser Limit erreicht haben. So bin ich zuversichtlich, dass wir uns noch mal steigern können, um im direkten Duell auszugleichen. Wir behalten unseren Kopf oben und werden stärker zurückkommen.“

TV Palmersheim: Rübenach – Kluß (8/5), Stadler (1), Johnen (1), Osman, Nzoikanua Domingos (2), Nasser Eddine (5), Sinaci (5), Sander (8/1), Simsek (2).


Oberliga: Palmersheims Auftritt war unterirdisch schwach

TV Palmersheim – Schwarz-Rot Aachen 17:28 (9:13). „Ziemlich ernüchternd“, befindet Peter Trimborn über den schwachen Auftritt seiner Mannschaft gegen Schwarz-Rot Aachen. Zwar musste der TVP mit René Lönenbach, Jannis Grevelding und Robin Voiß auf drei wichtige Rückraumspieler verzichten, dennoch war der Aufritt der Heimmannschaft unterirdisch schwach. „Aachen hat verdient gewonnen. Was mich aber stört, dass ihnen das mit einer mittelmäßigen Leistung gelungen ist“, sagt ein sichtlich enttäuschter Palmersheimer Trainer Peter Trimborn.

Die Trainer Peter Trimborn und Stefan Tuitje umarmen sich.

Pflegen seit Jahrzehnten ein freundschaftliches Verhältnis: Gästetrainer Stefan Tuitje (r.) und Palmersheims Trainer Peter Trimborn.

Seine Mannschaft agierte zu ideenlos, zu fehlerhaft und lud die Gäste förmlich zum Torewerfen ein. Kurzum. Es war der schwächste Heimauftritt seit Jahren. Erst als die Partie schon 2:10 stand, gab es ein Aufbäumen der Hausherren, die sich bis auf drei Tore herankämpften. Nach dem Seitenwechsel bauten sie aber überraschend stark ab, und so gingen die Punkte verdient an Aachen.

Aachen hat verdient gewonnen. Was mich aber stört, dass ihnen das mit einer mittelmäßigen Leistung gelungen ist.
Peter Trimborn

Für Gästetrainer Stefan Tuitje war die Rückkehr in die Peter-Weber-Halle überraschend erfolgreich. „Ein wichtiger Sieg für uns, den ich aber aufgrund der Personalsituation bei Palmersheim genau einzuordnen weiß“, sagt Tuitje, für den einzig und allein das Ergebnis zählt. Palmersheim verlor zum vierten Mal in Folge und braucht nun schnell ein Erfolgserlebnis.

TV Palmersheim: Trimborn, Moritz Königshoven – Simsek, Fiedler, Winter (4), Blesse (1), Sander, Adolph, Schouren (5/2), Grabeck, Mayer, Johnen, Niklas Grevelding (1), Lukas Königshoven (6).

Landesliga: Ersatzgeschwächte Euskirchener hatten keine Chance

HSG Merkstein – HSG Euskirchen 32:23 (19:10). Beim Tabellenfünften ging die HSG Euskirchen leer aus. Extrem ersatzgeschwächt begann die Partie mit einem Fehlstart und einem 0:6 aus Euskirchener Sicht. Erst nach elf Minuten erzielte Kajeepan Maheswaran den ersten Euskirchener Treffer.

Die Gäste kämpften, hatten aber gegen ein spielfreudiges Merkstein gerade im ersten Spielabschnitt nicht den Hauch einer Chance. So war die Partie nach 30 Minuten bereits gelaufen. Immerhin zeigte die HSG nach dem Seitenwechsel Moral und erspielte sich ein 13:13 in der zweiten Hälfte. „Durch weitere personelle Ausfälle war heute einfach nichts drin, und so sind wir froh, dass jetzt erst einmal ein paar Wochen lang Pause ist“, sagt Trainer Marco Matheis. Kajeepan Maheswaran war mit sieben Toren bester Euskirchener Werfer.

HSG Euskirchen: Gebertz – Trimborn (1), Müller, Berbuir (4), Gast (3/1), Schramm (4), Krug, Bünder (4), Maheswaran (7), Christopher Schmitz.

Verbandsliga Frauen: HSG Euskirchen mit achtem Sieg im achten Spiel

HSG Euskirchen – Polizei SV Köln II 33:23 (17:13). Trotz fehlendem Spiel- und Trainingsrhythmus hat die HSG Euskirchen auch ihr achtes Meisterschaftsspiel in Folge gewonnen. Gegen den bisherigen Tabellenvierten brauchte die HSG allerdings etwas, um ins Spiel zu finden.

Angeführt von einer starken Corinna Schmitz (neun Tore) und einer vom Siebenmeterpunkt sehr sicheren Lea Schmitz (100-Prozent-Quote) lag Euskirchen von Beginn an in Führung, brauchte aber eine knappe Viertelstunde, um sich auch toremäßig etwas abzusetzen. Nach der Halbzeit kam die Mannschaft von Andreas Kunzke schnell ins Rollen und sorgte durch einen 9:0-Lauf zwischen der 36. und 43. Minute für die Vorentscheidung zum 26:15.

Die Mannschaft will gewinnen und hat speziell im zweiten Durchgang gezeigt, dass sie sich nochmal steigern kann.
Andreas Kunzke

„Am Ende ist der Sieg auch in der Höhe verdient“, sagt Andreas Kunzke, der den imaginären Hut vor seiner Mannschaft zieht. „Die Mannschaft will gewinnen und hat speziell im zweiten Durchgang gezeigt, dass sie sich nochmal steigern kann“, so ein zufriedener Trainer. Die HSG hat nun schon sechs Punkte Vorsprung auf Platz zwei und somit für die zweite Saisonhälfte alle Trümpfe in der Hand.

HSG Euskirchen: Seipel, Viehmann – Sabine Schmitz, Arends (2), Bank, Küffner (7), Corinna Schmitz (9), Lea Schmitz (8/6), Schmidt-Gogo (1), Rak (2), Müsch, Thome, Springer (2), Viola (2).

Landesliga: Zülpich dreht die Partie gegen Birkesdorf

TuS Chlodwig Zülpich – TV Birkesdorf II 31:29 (14:16). Einen ganz wichtigen Heimsieg feierten die Zülpicher gegen den direkten Kontrahenten um den Klassenerhalt aus Birkesdorf. Ohne ihren erkrankten Trainer Olaf Pohlmeier war es ein enormer Kraftakt, den der TuS auf die Platte brachte.

Fünfzig Minuten lang hatte Birkesdorf alles im Griff und lag zwischenzeitlich sogar mit sechs Toren vorn (9:15). Die Hausherren kämpften aber bis zum Anschlag und drehten die Partie gut zwölf Minuten vor dem Ende.

Mit diesem Sieg belohnten sie sich mit zwei sehr wichtigen Punkten und einem starken Platz sechs nach der Hinrunde. Zülpichs beste Werfer waren Dennis und Daniel Schüller mit jeweils neun Toren. Damit stehen beide Spieler auch an der Spitze der Werferliste der Liga. Daniel Schüller hat 96 Saisontore erzielt und sein Bruder Dennis liegt mit zehn Treffern weniger direkt dahinter.

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