Handball-LandesligaEuskirchen verliert Verfolgerduell gegen Geislar-Oberkassel

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Musste oft ins Eins-gegen-Eins gegen die HSG Geislar-Oberkassel: Euskirchens Dennis Trimborn.

Musste oft ins Eins-gegen-Eins gegen die HSG Geislar-Oberkassel: Euskirchens Dennis Trimborn.

Die Fans der HSG Euskirchen hadern mit der Leistung des Schiedsrichterduos. Trainer Stefan Tuitje macht seinem Team ein Kompliment.

Landesliga Männer: HSG Euskirchen – HSG Geislar-Oberkassel 25:28 (15:11). Die letzten Pfiffe der Partie kamen von den Zuschauerrängen. Sie galten dem Schiedsrichterduo, das in den Augen der HSG-Anhänger das Spiel völlig verpfiffen hatte. Am Ende eines mit viel Zündstoff aufgeladenen Verfolgerduells jubelten die Gäste, die in der Tabelle bis auf einen Zähler an die Kreisstädter herangerückt sind.

Das Wichtigste zuerst

Euskirchens Ausfallliste vor dem wichtigen Heimspiel gegen den Tabellenfünften war lang. Gerade einmal acht Feldspieler standen dem Gastgeber zur Verfügung. Trotzdem war es die HSG, die zwischen der 5. und der 50. Minute der Partie ihren Stempel aufdrückte. Das Defensivspiel in der ersten Hälfte hätte nicht besser sein können. Vorne erlaubte man sich aber immer wieder Fehlwürfe, die spätestens in der Schlussphase, in der Geislar-Oberkassel eine Schippe drauflegte, teuer wurden.

Oft im Mittelpunkt des Geschehens: Die Schiedsrichter verteilten viele persönliche Strafen.

Oft im Mittelpunkt des Geschehens: Die Schiedsrichter verteilten viele persönliche Strafen.

(In-)Konsequenz

Das Schiedsrichterduo rückte früh in den Mittelpunkt des Geschehens. Seine konsequente Anwendung von Zwei-Minuten-Strafen traf in Durchgang eins in erster Linie die Gäste. Nach dem Seitenwechsel waren es die Euskirchener, die mit dem harten Durchgreifen des Gespanns haderten. Höhepunkt waren gleich vier Zeitstrafen gegen die HSG in einer Spielphase, sodass nur noch Julian Gast und Felix Berbuir mit Torhüter Aaron Wilden auf dem Feld standen. Euskirchen kassierte in dieser Phase allerdings nur einen Treffer. Das Fass zum Überlaufen brachten dann drei Szenen, in denen die Referees auf Stürmerfoul von Dennis Trimborn entschieden, wohingegen offensichtliche Schrittfehler auf der anderen Seite ungeahndet blieben.

Henzels Aus als Knackpunkt

Leistungsträger David Henzel wurde gut zehn Minuten vor Spielende, als es 22:21 stand, regelwidrig ausgebremst und musste verletzt raus. Den folgenden Siebenmeter verwandelte Tobias Schmitz zum 23:21. Auf der anderen Seite hielt Aaron Wilden einen Siebenmeter. Geislar, das zuvor schon Tobias Schmitz in Manndeckung genommen hatte, spielte ab da eine 4:2-Abwehr und brachte Euskirchens Offensive damit aus dem Tritt. Die Folge ist bekannt: Die Gäste erzielten Tor um Tor und nahmen die zwei Punkte mit.

In dieser Situation zehn Minuten vor Spielende verletzte sich David Henzel nach einem regelwidrigen Einsatz der Gegner.

In dieser Situation zehn Minuten vor Spielende verletzte sich David Henzel nach einem regelwidrigen Einsatz der Gegner.

Das sagt der Trainer

„Das Spiel hat heute zehn Minuten zu lange gedauert“, sagte Euskirchens Coach Stefan Tuitje. „Bei uns hat man den Substanzverlust gesehen, während Geislar nochmal durchwechseln konnte. Mit der ersten Halbzeit bin ich sehr zufrieden, auch in der zweiten Hälfte hatten wir gute Momente. Ich spreche den Jungs ein Riesenkompliment aus, weil sie eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber dem letzten Spiel gezeigt haben. Man muss mal sehen, mit welchem Personal wir heute aufgelaufen sind. Da ist so eine Leistung recht beachtlich, auch wenn es keine Punkte gab.“


TVP und TVE verlieren

In der Oberliga unterlag der TV Palmersheim beim MTV Köln 1850 mit 23:29 (11:15). Da auch die anderen Kellerkinder verloren, fällt die Niederlage nicht schwer ins Gewicht. Palmersheim bot den favorisierten Kölnern lange Zeit Paroli und hätte mit etwas Glück auch punkten können. „Wir sind zweimal gut zurückgekehrt, haben aber zu viele freie Chancen vergeben“, sagte Peter Trimborn. Der TVP-Trainer lobte den Einsatz und die Einstellung seiner Spieler. Mit dabei war auch Tim Winter. Nach fünfmonatiger Verletzungspause musste er nahezu ohne Training ran und zeigte eine gute Partie in der Defensive.

In der Landesliga verlor der TVE Bad Münstereifel unnötig beim TV Jahn Köln-Wahn II mit 32:35. „Uns fehlten heute die personellen Alternativen, um eine Mannschaft auf die Platte zu stellen, die die gemachten Fehler auffängt“, sagte ein enttäuschter Martin Jonas, der den beiden Punkten nachtrauert. Sowohl in der Abwehr- als auch der Angriffsleistung – laut Jonas wurden „mindestens zehn frei Würfe“ nicht genutzt – sah der TVE-Trainer die Gründe der Niederlage.


Einen schweren Stand gegen Refrath/Hand (in Blau) hatte Kreisläuferin Olivia Schmidt.

Einen schweren Stand gegen Refrath/Hand (in Blau) hatte Kreisläuferin Olivia Schmidt.

Entwicklung wichtiger als Ergebnisse

Das Warten auf einen Sieg der A-Juniorinnen der HSG Euskirchen dauert an. Seit Mitte November ist die Mannschaft von Marco und Nils Matheis in der Oberliga ohne Punktgewinn. Auch gegen den Tabellendritten HSG Refrath/Hand reichte es nicht. In der Partie, in der die Euskirchenerinnen nur eine Auswechselspielerin hatten und auch Marco Matheis erkrankt fehlte, hieß es am Ende 19:34 (11:17). „Mit der ersten Halbzeit bin ich zufrieden, danach verließen uns die Kräfte“, sagt Nils Matheis. Für ihn sind Ergebnisse nebensächlich, denn die Entwicklung der Spielerinnen, die noch in der B-Jugend ran könnten, sei viel wichtiger.

Die Partie der A-Junioren des TV Palmersheim in der Regionalliga gegen den HC Gelpe/ Strombach fiel aus.

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