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Tor in NachspielzeitKlassenerhalt für die JSG Erft Euskirchen rückt näher – Bessenich verliert

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Das Bild zeigt den Moment des Siegtreffers in der Nachspielzeit für die JSG Erft Euskirchen.

Luke Bungart umkurvt Steffen Wirtz und schiebt zum 4:3 in der Nachspielzeit ein.

Nach dem Heimsieg gegen Kreuzau macht die JSG Erft Euskirchen einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Bessenich und Erftstadt verlieren ihre Spiele.

Bezirksliga 3: JSG Erft 01 Euskirchen – Kreuzauer SC 4:3 (0:0). Was für ein Fußball-Drama in Kuchenheim: Die JSG Erft 01 ringt den Kreuzauer SC in einer völlig verrückten Partie mit 4:3 nieder. Besonders die Schlussphase bot viel Dramatik und brachte mehrere emotionale Wendungen mit sich – und letztlich einen Dreier für die JSG, den der Spielverlauf lange nicht hergab. Bis Trainer Christopher Kockerols den Sieg einwechselte.

Begonnen hatte die Partie alles andere als souverän aus Sicht der Hausherren. Zwar spielte Erft in der Anfangsphase ordentlich, doch echte Durchschlagskraft fehlte. Kreuzau war deutlich gefährlicher, traf zweimal die Latte und hätte eigentlich führen müssen. Auch Kockerols sah das kritisch: „In der ersten Halbzeit hatten wir ehrlich gesagt Glück, dass wir nicht hinten liegen.“ Das 0:0 zur Pause war für Erft schmeichelhaft – und spiegelte die Kräfteverhältnisse nur bedingt wider.

JSG-Torwart Max Vornweg erwischt Sahnetag

Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel ausgeglichener, dennoch blieben die Gäste das gefährlichere Team. Dass es weiterhin 0:0 stand, lag nicht nur am Unvermögen der Gäste im Abschluss, sondern auch an Erft-Keeper Max Vornweg.

Doch dann kam die 68. Minute – und mit ihr die spielentscheidende Wende. Kockerols wechselte dreifach und brachte unter anderem Aaron Mertens und Leo Richerzhagen. Eine Maßnahme, die sich als goldrichtig herausstellen sollte. „Wir haben frische Beine gebracht, und das hat dann noch mal einen ganz anderen Faktor reingebracht“, erklärte der Coach.

Das Bild zeigt die drei Obengenannten nach dem Siegtreffer in der Schlusssekunde.

Matchwinner unter sich: JSG-Spieler Luke Bungart (r.), Aaron Mertens (M.) und Leo Richerzhagen.

Das Bild zeigt den Übungsleiter der JSG Erft an der Seitenlinie.

JSG-Trainer Christopher Kockerols stellte in der 68. Minute mit einem Dreifachwechsel die Weichen für den Sieg.

Was folgte, war ein regelrechter Offensivrausch: Mertens bereitete drei Treffer über die linke Außenbahn vor, zwei davon erzielte Richerzhagen zum 1:0 und 2:1 (75./82.). Als Luke Bungart in der 86. Minute nach Mertens-Vorlage auf 3:1 stellte, sah alles nach der Entscheidung aus.

Doch es kam anders: Eine umstrittene Abseitsentscheidung verhinderte das mögliche 4:1. Für Kockerols eine klare Sache: „Das war eine Fehlentscheidung – aus dem Freistoß fällt dann das 3:2, und plötzlich wird es richtig unangenehm.“ Kreuzau kam zurück, nutzte die Verunsicherung und glich in der dritten Minute der Nachspielzeit zum 3:3 aus.

Mit der letzten Aktion des Spiels gelingt Luke Bungart der Siegtreffer

Doch die Dramaturgie dieser Partie war noch nicht auf dem Höhepunkt, Luke Bungart avancierte in einem letzten Kapitel zum viel umjubelten Helden der JSG. In der 94. Minute – praktisch mit der letzten Aktion – reagierte er am schnellsten, spitzelte den Ball am Torwart vorbei und schob zum 4:3 ein. Ekstase auf der einen Seite, pure Fassungslosigkeit auf der anderen.

Kockerols war sich bewusst, wie sehr das Spiel am Ende eskalierte: „Wenn diese Entscheidung kurz vor Schluss nicht fällt, wird das Spiel wahrscheinlich gar nicht mehr so heiß.“ Am Ende gewann Erft ein Spiel, in dem das Team mehrmals in Rückstand hätte gehen müssen.

Das Thema hatten wir letzten Sonntag kurz thematisiert, aber danach war es für uns erledigt.
Chris Kockerols, Trainer der JSG Erft Euskirchen über den Rückzug von Hilal Maroc Bergheim

Dank mutiger Wechsel, starker Einzelaktionen, unbändigem Willen in der Schlussphase und einem vor dem Tor inkonsequenten Gegner wurde ein wichtiger Heimerfolg eingefahren. Oder wie es Christopher Kockerols treffend formulierte: „Am Ende haben die Wechsel das Spiel entschieden.“

Mit dem Heimsieg kehrt bei der JSG Ruhe in Sachen Abstieg ein. Das sah nach dem Rückzug von Hilal-Maroc Bergheim noch anders aus. Vor dem Spieltag betrug der Abstand zu RW Ahrem auf dem ersten Abstiegsplatz plötzlich nur noch sechs Punkte. „Das Thema hatten wir letzten Sonntag kurz thematisiert, aber danach war es für uns erledigt“, kommentierte Kockerols. Denn an der Ausgangslage habe sich wenig verändert, seine Mannschaft sei auch ohne den Rückzug die Gejagte gewesen. „Diese Position haben sich die Jungs über die Saison erarbeitet.“

Da Ahrem am Sonntag verlor, beträgt der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz neun Punkte. Der Bedeutung der Tabelle ist sich auch der JSG-Coach bewusst und betont: „Wir hatten und haben es weiterhin selbst in der Hand.“ Wie wichtig der Erfolg gegen Kreuzau letztlich gewesen ist, zeigte sich nach Abpfiff, als den Spielern und Trainern nicht nur die Freude über den späten Lucky Punch anzusehen war, sondern auch die Erleichterung, dieses Spiel gewonnen zu haben.


SC Elsdorf – Rhenania Bessenich 6:4 (4:2). In Führung gegangen und dann einem Rückstand hinterhergelaufen ist die Rhenania aus Bessenich, deren Partie beim SC Elsdorf mit dem Tennissatz-Ergebnis 6:4 endete. Bei noch sechs verbleibenden Spielen hat das Team von Can Celik und Stefan Storb derzeit sieben Punkte Vorsprung auf Ahrem auf dem ersten Abstiegsplatz – dem nächsten Gegner.

„Wir sind super in die Partie gestartet, mit einem sehenswerten Pass von Saky und einem klasse Abschluss von Arber zur frühen Führung. Leider haben wir diesen Vorsprung zu schnell aus der Hand gegeben“, sagt Can Celik. Denn auf den von Noutsos vorbereiteten Jashanica-Treffer in der dritten Minute folgte nur vier Minuten später der Ausgleich.

Nach 20 Minuten stand es dann schon 3:1 für die Gastgeber. Noutsos gelang noch vor der Pause der Anschlusstreffer, doch es ging nicht mit 2:3 in die Kabine, denn auch Elsdorf traf noch einmal, was Celik als „besonders ärgerlich“ einstufte. „Mit einem 3:2 zur Pause hätte das Spiel vermutlich noch einmal einen ganz anderen Verlauf nehmen können“, sagte er.

Das Bild zeigt Trainer Can Celik, der Athanasios Noutsos Anweisungen gibt.

Traf für Bessenich doppelt: Offensivspieler Athanasios Noutsos.

Nach der Pause erhöhte Elsdorf bis zur 66. Minute auf 6:2, doch Bessenich gab sich nicht auf und erzielte durch Noutsos (70.) und Ziyad Abdellaoui (86.) noch zwei Treffer. Deshalb kommt Celik auch zu dem Schluss: „Im Gegensatz zu den letzten Spielen lag es heute nicht an der Chancenverwertung, sondern vielmehr daran, dass wir Elsdorf zu oft eingeladen haben. Insgesamt haben wir zu viele Gegentore kassiert, davon aus meiner Sicht vier unnötige Geschenke.“

Jetzt gelte es, den Blick nach vorne zu richten und am Sonntag um 15.30 Uhr gegen Ahrem alles rauszuholen. Mit einem Sieg gegen den Rivalen wäre Bessenich wohl aus dem Abstiegskampf raus.

TuS Langerwehe – Germania Erftstadt-Lechenich 2:0 (0:0). Obwohl sein Team erneut verloren hat und die Situation immer bedrohlicher wird für Erftstadt-Lechenich, ist Trainer Karsten Kochems nicht unzufrieden mit der gezeigten Leistung seiner Elf in Langerwehe: „Die Mannschaft hat das gegen einen wieder guten Gegner richtig richtig gut gemacht gegen den Ball.“

Lediglich mit der Chancenverwertung haderte er – zum wiederholten Mal. Schon gegen Kreuzau habe man den Siegtreffer auf dem Fuß gehabt und auch gegen Lövenich/Widdersdorf hätte man in Führung gehen können, so Kochems, der ergänzte:   „Wenn wir hier zur Halbzeit 2:0 führen, kann Langerwehe sich überhaupt nicht beschweren.“

Doch anstatt – wenn auch nach der Pause – das 1:0 zu erzielen, spielte sein Team eine Überzahlsituation schlampig zu Ende und lief in einen Konter, den Langerwehe mit dem 1:0 abschloss (63.). „Das ist superbitter, aber die Mannschaft hat sich nicht aufgegeben“, sagte Kochems. Eine weitere Großchance vergab Jan-Philipp Schmitz, der frei vor dem Torwart stehend Langerwehes Schlussmann anschoss. Als sein Team dann aufmachte, kassierte es den zweiten Gegentreffer.

„Ich kann den Jungs aber keinen Vorwurf machen“, sagte Kochems, der aufgrund der Personalsituation auch einen Spieler reaktivierte, der nach fast drei Jahren sein Comeback feierte: Dustin Esser, Trainer der A-Juniorenmannschaft, die in der Mittelrheinliga spielt, wirkte erstmals seit dem 11. Juni 2023 wieder mit. „Wir sind immer noch im Rennen, aufgeben ist keine Option“, sagte Kochems.