Die Polizei kontrollierte rund um die B51 vor allem Lkw und Transporter. Dabei legten die Beamten den Fokus auf Verstöße bei der Ladungssicherung.
Reifen ließ Beamte staunenKontrollen der Polizei bei Schmidtheim decken zahlreiche Verstöße auf

Im Gewerbegebiet in Schmidtheim hat die Polizei zahlreiche Lkw unter die Lupe genommen. Dieser Reifen sorgte bei den Beamten für Kopfschütteln.
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Ein Lastwagen mit einem Reifen, der sich aufzulösen beginnt. Ein Autofahrer, der mutmaßlich unter Drogeneinfluss steht. Unsachgemäß gesicherte Ladung, Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten. Bei einer großangelegten und grenzüberschreitenden Kontrollaktion im Bereich der B51 rund um Dahlem haben deutsche und belgische Sicherheitsbehörden zahlreiche Fahrzeuge und Personen im Grenzraum überprüft.
Die Aktion fand im Rahmen der NeBeDeAgPol statt. Das steht für Arbeitsgemeinschaft der Polizei in der Euregio Maas-Rhein, zu der neben Deutschland und Belgien auch die Niederlande gehören. Auf deutscher Seite ist die Polizei Euskirchen, Aachen, Düren und Heinsberg beteiligt, der Zoll sowie Einsatzkräfte aus Rheinland-Pfalz.
Ziele: die Bekämpfung der Kriminalität und bessere Zusammenarbeit
Ziel der regelmäßigen Einsätze ist nach Angaben von Franz Küpper, Pressesprecher der Euskirchener Polizei, die Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität sowie die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Sicherheitsbehörden. Dafür werden die Kontrollteams bewusst gemischt besetzt. Belgische und deutsche Polizeibeamte kontrollierten nun im Raum Dahlem gemeinsam Fahrzeuge und Personen, tauschen Erfahrungen aus und lernen die rechtlichen Rahmenbedingungen des Nachbarlandes kennen.
Praktische Vorteile ergeben sich insbesondere bei Sprachbarrieren. Belgische Beamte verfügen häufig über gute Französischkenntnisse und können die Kommunikation in dem Bereich erleichtern.

Beweissicherung mit dem Smartphone: Diese Ladung war aus Sicht der Beamten nicht korrekt gesichert.
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Einsatzleiter Stefan Michels kontrolliert den digitalen Fahrtenschreiber eines Lkw.
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Bei den Kontrollen am Montag waren auch Diensthundeführer und Spezialisten für die technisch aufwendigen Kontrollen der Lkw im Einsatz. Die Beamten konzentrierten sich auf die Bekämpfung von Eigentumskriminalität, Schleusungsdelikten, illegalen Einreisen und Drogendelikten.
Am Kontrollpunkt im Schmidtheimer Gewerbegebiet spielte die Verkehrssicherheit eine zentrale Rolle. Besonders intensiv wurden Lkw und Transporter überprüft. Dabei kontrollierten die Einsatzkräfte die Ladungssicherung, das Fahrzeuggewicht und die Einhaltung gesetzlicher Lenk- und Ruhezeiten mithilfe der digitalen Fahrtenschreiber.
Der Reifen löst sich praktisch auf. Spätestens in Frechen hätte der in Fetzen auf der Autobahn gelegen.
Bei mehreren Fahrzeugen deckten die Polizisten teils gravierende Verstöße auf. An einem Lkw aus Luxemburg etwa entdeckten sie einen massiv beschädigten Reifen. Die Lauffläche hatte sich bereits teilweise gelöst. Nach Einschätzung der Kontrolleure stellte der Reifen eine erhebliche Gefahr für die Verkehrssicherheit dar.
„Der Reifen löst sich praktisch auf. Spätestens in Frechen hätte der in Fetzen auf der Autobahn gelegen“, erklärte ein Beamter während der Kontrolle. Für den Fahrer bedeutete die Entdeckung das sofortige Ende der Fahrt. Erst nach dem Austausch des Reifens durfte das Fahrzeug wieder auf die Straße. Da der Lkw beladen war, musste dafür ein entsprechend spezialisierter Pannendienst angefordert werden.
Ladungssicherung wurde genau unter die Lupe genommen
Bei weiteren Transportfahrzeugen nahmen die Beamten die Ladungssicherung genauer unter die Lupe. An einem Lkw entsprachen etwa die verwendeten Spanngurte nicht den Anforderungen. Teilweise fehlten Kennzeichnungen und Zertifizierungen. Nach Einschätzung der Experten war auch die gewählte Sicherungsmethode unzureichend. Bevor die Fahrt fortgesetzt werden durfte, musste die Ladung ordnungsgemäß gesichert werden. Zusätzlich droht dem Fahrer ein Bußgeld.
Neben den technischen Kontrollen standen auch die Fahrer im Fokus. Ein Autofahrer wurde bei Udenbreth gestoppt, der Drogentest verlief positiv. Das hatte zur Folge, dass ein Drogenspürhund das Fahrzeug nach möglichen Betäubungsmitteln durchsuchte. Die speziell ausgebildeten Tiere können laut Küpper jedoch nicht nur Drogen aufspüren. Sie sind auch darauf trainiert, größere Mengen Bargeld zu finden, die möglicherweise mit Straftaten in Verbindung stehen.
Digitaler Fahrtenschreiber wurde kontrolliert – Bedienfehler festgestellt
Einen Einblick gewährte Stefan Michels von der Euskirchener Polizei in die Kontrolle eines digitalen Fahrtenschreibers. Auf den ersten Blick zeigte die Auswertung bei einem Fahrer gleich sechs Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten an. Die Daten ließen vermuten, dass er die Vorschriften ganz gravierend missachtet hatte. Bei genauerer Prüfung stellte sich laut Hauptkommissar Michels jedoch heraus, dass wohl nur ein Bedienfehler vorlag.
Der Fahrer hatte nach Einschätzung des Kontrolleurs vermutlich versehentlich die falsche Tätigkeitsart im Tachographen ausgewählt. Statt Ruhezeit hatte er eine andere Einstellung aktiviert. Dadurch registrierte das System vermeintliche Verstöße, obwohl der Fahrer seine vorgeschriebene Pause eingehalten hatte.
„Wenn man nur die Daten übernimmt, kann daraus schnell ein Bußgeld von mehreren 100 Euro werden“, erklärte Michels. In diesem Fall war das jedoch nicht nötig, der Fahrer wurde lediglich auf den Fehler hingewiesen. „Wir sind alle nur Menschen“, sagt er.
Die Kontrollen erfolgten sowohl an stationären Stellen als auch durch mobile Einsatzkräfte. Während einige Teams Lkw auf Parkplätzen und Kontrollflächen überprüften, waren „Jäger“ mit zivilen Fahrzeugen und Streifenwagen im gesamten Grenzraum unterwegs. Besonderes Augenmerk lag auf den grenznahen Kommunen Dahlem, Hellenthal und Schleiden. Eine abschließende Bilanz der Kontrollen will die Polizei im Laufe des Dienstagvormittags vorlegen.
