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Handball-OberligaTV Palmersheim flucht über die grüne Karte

Lesezeit 4 Minuten
Palmersheims Neuzugang Clemens Maeser hat viele Opladener Hände vor sich. Beim ersten Heimspiel der Saison traf er dennoch sechsmal und war von der Stimmung in der Halle überwältigt.

Palmersheims Neuzugang Clemens Maeser hat viele Opladener Hände vor sich. Beim ersten Heimspiel der Saison traf er dennoch sechsmal und war von der Stimmung in der Halle überwältigt.

Euskirchen-Kuchenheim – TV Palmersheim – TuS 82 Opladen II 31:31 (16:17). Die große Chance kommt unerwartet. Opladen misslingt der Wurf zum Auswärtssieg. Ein letzter präziser Wurf von René Lönenbach auf das leere Tor des Gegners. Der Ball fliegt wie an der Schnur gezogen über 30 Meter durch die Luft und schlägt in buchstäblich letzter Sekunde im gegnerischen Kasten ein. Der perfekte Schlussakkord in einem denkwürdigen Spiel. Der erste Sieg des TVP in der Oberliga. Die Dämme brechen und tosender Jubel brandet auf.

Aber denkste! Was Spieler und Fans nicht wissen. Das Spiel war längst unterbrochen, Palmersheims Trainer Peter Trimborn hatte fünf Sekunden vorher die grüne Auszeitkarte gezogen, um taktisch den letzten Spielzug vorzugeben. Der folgende Angriff in den letzten drei Sekunden des Spiels verpufft. Endstand 31:31.

Schnuppern am ersten Sieg

„Heute bin in der Bettler, weil ich meiner Mannschaft den Sieg genommen habe“, so ein schwer angeschlagener Peter Trimborn, dessen Team im zweiten Durchgang stark aufspielte und am ersten Oberligasieg schnupperte. „Ich nehme den Punktverlust alleine auf mich – und auch, dass René, der heute viel Licht und Schatten hatte, so nicht zum gefeierten König wurde“, reflektiert Trimborn wehmütig.

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HSG-Teams punkten in der Fremde, der TVE gewinnt zu Hause

HSG Euskirchen Frauen

Die Verbandsligafrauen der HSG Euskirchen sind mit einem Punktgewinn in die neue Saison gestartet. Mit dezimiertem Kader und Maren Müsch auf der Bank, die den erkrankten Trainer Andreas Kunzke vertrat, erkämpfte sich die HSG in der Schlusssekunde durch Lea Schmitz ein 24:24 beim Oberligaabsteiger CVJM Oberwiehl. Die Partie war ein typisches Auftaktspiel mit vielen technischen Fehlern auf beiden Seiten, gerade zu Beginn. Das Spiel war temporeich und eng, beide Seiten hatten immer wieder kurz Oberwasser. „Durch Kampf und Leidenschaft sowie eine starke Teamleistung haben wir uns den Punkt mehr als verdient“, sagt eine zufriedene Maren Müsch. (roc)

HSG Euskirchen Männer

Die Wiedergutmachung ist gelungen. Die Landesligahandballer der HSG Euskirchen haben die Auftaktniederlage mit einem klaren und verdienten Auswärtssieg beim TV Jahn Köln-Wahn II mit 33:22 (19:11) wettgemacht. Die HSG brauchte ein paar Minuten, um in das Spiel zu kommen. Danach setzte man sich aber mit variablem Spiel kontinuierlich ab und zeigte eine richtig gute Leistung. „Wir haben sehr diszipliniert gespielt und überzeugend agiert“, sagt Trainer Stefan Tuitje, der Jarl Schramm und die einhundertprozentige Trefferquote von Fabian Kalenborn (fünf Tore) hervorhob. Mit der deutlichen Pausenführung im Rücken war der Auswärtssieg zu keiner Zeit gefährdet. „Für uns hat die Saison jetzt begonnen“, so ein zufriedener Stefan Tuitje.

TVE Bad Münstereifel

Ebenfalls in der Landesliga angekommen ist der TV Eichenkranz Bad Münstereifel. Mit einem 31:29 (16:13)-Erfolg über die HSG Marienheide/Müllenbach hat der Aufsteiger die ersten zwei Punkte in der neuen Liga verbucht. Der Gegner hatte den besseren Start für sich, doch bereits Mitte der ersten Halbzeit konnte sich Bad Münstereifel mit einem Zwischenspurt bis auf sechs Tore absetzen. Nach der Pause waren die Gäste wieder dran und gingen sogar mit 23:22 in Führung (44.). Der TVE fing sich wieder und steigerte sich im weiteren Spielverlauf nochmals, um letztlich einen knappen, aber verdienten Sieg einzufahren. „Wir haben mit dem Torwartwechsel zu Nic Maaßen die nötige Sicherheit hinten erlangt und verdient gewonnen“, sagt ein glücklicher TVE-Trainer Martin Jonas. Einziges Manko aus seiner Sicht war die schlechte Wurfquote seiner Spieler. (roc)

Seine Mannschaft erwischt vor knapp 200 Zuschauern offensiv eine gute erste Hälfte, hat aber gegen einen physisch starken Gast aus Opladen in der Defensive Probleme. Die Führung schwappt hin und her. Der Gegner geht mit einem Tor Vorsprung in die Kabine.

Mannschaft spielte sich in Rausch

„Nach der Pause sind wir besser drin und haben mit Moritz Königshoven einen sicheren Rückhalt zwischen den Pfosten“, sagt Peter Trimborn. Seiner Mannschaft, bei der nur acht Feldspieler zum Einsatz kommen, gelingt ein wahrer Kraftakt. Der TVP spielt sich phasenweise in einen Rausch und kann sich bis auf vier Tore absetzen. Dann aber brechen die letzten vier Minuten an. Palmersheim gerät außer Tritt und in doppelte Unterzahl. Bei gleich drei Angriffen in Folge erkennt der Schiedsrichter passives Spiel, die Angriffe verpuffen erfolglos. Der Gegner hingegen trfft dreimal in Folge: Ausgleich und Ballbesitz für Opladen. Die Niederlage droht, doch soweit kommt es nicht. „Das war richtig intensiv heute und für mich ein Spiel, das ich erst einmal verdauen muss“, so Peter Trimborn, der nach dem Spiel Minuten braucht, um sich zu sammeln.

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Am Ende steht der erste Punkt in der Oberliga und die Erkenntnis, dass Palmersheim konditionell voll auf der Höhe ist. Das Fehlen von Nils Schouren schmerzte, dennoch war die Offensive auf viele Schultern verteilt. Neuzugang Clemens Maeser ließ sein Können mehrfach aufblitzen und übernahm von Anfang an Verantwortung. Zu seinem Heimdebüt sagte er: „Ich muss diese grandiose Stimmung erst einmal verarbeiten, denn so etwas habe ich noch nie erlebt.“

TV Palmersheim: Trimborn, Moritz Königshoven, Hensel, Maeser (6), Winter, Schöller, Blesse, Lönenbach (7/4), Adolph (5), Müller, Schneider (7), Jannis Grevelding (1), Lukas Königshoven (5).

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