Für die Erftbaskets aus Bad Münstereifel steht beim Verfolger in Blatzheim der Aufstieg auf dem Spiel. In Zülpich lockt der Chlodwiglauf Tausende an den See.
Chlodwiglauf und Co.Planet Lokalsport dreht sich im Kreis Euskirchen um viele Sonnensysteme

Entlang der Osterglocken laufen am Sonntag wieder zahlreiche Sportler beim Chlodwiglauf im Seepark am Wassersportsee.
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Der Planet Lokalsport ist ein ganz besonderer Himmelskörper – irgendwo im Universum zwischen Kreisliga, Bratwurststand und legendären Ausreden. Auf dem Planeten Lokalsport gelten nämlich ganz eigene Naturgesetze: Die Schwerkraft wirkt besonders stark auf Bierkästen nach dem Spiel. Die Zeit läuft anders: Ein Spiel dauert offiziell 90 Minuten, gefühlt aber drei Stunden, wenn der Schiri wieder mit beiden Trainern in eine Endlosschleife eintritt. Und der Wind ist grundsätzlich schuld, wenn der Ball übers Tor geht.
Die Bewohner des Planeten sind faszinierende Wesen: der Trainer, der schon beim Aufwärmen „Konzentration, Männer!“ ruft, während er heimlich überlegt, wen er heute wieder auf die Ersatzbank befördert. Der Torwart, der jeden Ball hält – außer dem einen, bei dem alle sagen: „Den muss er doch haben!“ Der Stürmer, der jedes Mal erklärt: „Ich war eigentlich frei!“ Und natürlich die Fans am Spielfeldrand, die alles besser wissen, besonders mit einer Bratwurst in der Hand.
Auf dem Planet Lokalsport kennt jeder jeden
Auf „Lokalsport“ kennt jeder jeden. Wenn jemand ein Tor schießt, funkt sich die Nachricht spätestens unter der Dusche durchs halbe Dorf. Wenn jemand eins verschuldet, erreicht sie Lichtgeschwindigkeit – und das ganze Dorf weiß Bescheid.
Aber das Schönste am Planeten Lokalsport ist: Hier geht es nicht um Millionen, nicht um große Stadien und nicht um Fernsehkameras. Hier geht es um Spaß, Zusammenhalt und die Geschichten danach in der Kabine. Und genau deshalb ist der Planet Lokalsport vielleicht der ehrlichste Sportplanet im ganzen Universum.
Doch manchmal geht es auch in diesem kleinen Mikrokosmos, irgendwo zwischen Milchstraße und Mittelkreis, um mehr als das nächste Bier an der Theke. In diesem Fall geht es für die Basketballer der Erftbaskets aus Bad Münstereifel um nichts Geringeres als den Aufstieg.

Die SG Dahlem-Schmidtheim, hier Silvio Ferjani, hat den TuS Zülpich II zu Gast.
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Sollte die Mannschaft von Trainer Florian Hammes am Sonntag (Tippoff ist um 16 Uhr) beim direkten Verfolger Blatzheim gewinnen, ist ihr der Aufstieg nicht mehr zu nehmen. Für Stimmung dürfte gesorgt sein: Die Erftbaskets haben eigens einen Bus gechartert, damit möglichst viele Fans möglichst bequem nach Blatzheim mitreisen können – quasi im Mannschaftsshuttle zum entscheidenden Orbit.
Trotz einer arbeitsreichen Woche hat sich Hammes intensiv mit der Vorbereitung auf das anstehende Spitzenspiel beschäftigt. „Ich bin diese Woche beruflich auf einer Messe in Essen, daher komme ich erst jetzt dazu, mich ausführlich zu äußern“, erklärt er. Für die entscheidende Phase der Saison nimmt er zusätzliche Wege in Kauf: „Morgen fahre ich extra zum Training und danach direkt wieder zurück.“
Erftbaskets können personell aus dem Vollem schöpfen
In den Trainingseinheiten dieser Woche liegt der Fokus vor allem auf Details. „Es geht um den taktischen Feinschliff und darum, den Wurfrhythmus zu finden“, beschreibt der Trainer die Inhalte. Eine zusätzliche Herausforderung stellt die Belastung einiger Spieler dar, die parallel auch für die zweite Mannschaft im Einsatz sind. Diese kämpft aktuell ebenfalls um den Aufstieg – und konnte kürzlich einen wichtigen Sieg gegen den Tabellenzweiten feiern.
Für das Spitzenspiel am Sonntag kann Hammes aus dem Vollen schöpfen: „Alle Spieler sind an Bord und in sehr guter Form.“ Motivation liefert zudem das Hinspiel, das aus Sicht der Erftbaskets unnötig verloren ging. „Das wollen wir jetzt unbedingt egalisieren – unabhängig von der Titelkonstellation.“

Will die Saison mit dem Aufstieg krönen: Florian Hammes, Trainer der Erftbaskets aus Bad Münstereifel.
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Druck verspürt das Team dabei kaum. Die Konkurrenz aus Blatzheim ist auf mehrere Ausrutscher der Erftbaskets angewiesen. „Sie müssten alle vier verbleibenden Spiele gewinnen, während wir unsere drei verlieren – das ist eher unwahrscheinlich“, ordnet Hammes die Situation ein. Stattdessen überwiegt die Vorfreude: „Wir haben uns den Titel zu Saisonbeginn als Ziel gesetzt und kontinuierlich darauf hingearbeitet. Jetzt in den entscheidenden Momenten zu stehen, fühlt sich an wie der Countdown vor dem Start – das macht einfach großen Spaß.“
Sein Territorium auf dem Basketballplaneten Landesliga hat der TuS Zülpich erfolgreich verteidigt. Auch in der kommenden Saison wird die Mannschaft von Christian Antons dort wieder auf Korbjagd gehen. Aber auch in der laufenden Spielzeit sollen noch Erfolgserlebnisse gesammelt werden. Am Samstag um 20 Uhr ist die fünfte Mannschaft der Telekom Baskets Bonn in der Römerstadt zu Gast.
Mehr als 1000 Starter beim Chlodwiglauf am Zülpicher See
Ein kleiner eigener Planet für den Breiten-, Nachwuchs- und Spitzensport entsteht am Sonntag am Zülpicher Wassersportsee. Dort findet die 20. Auflage des Chlodwigslaufs statt, eingebettet in einen Tag der offenen Tür im Seepark. „Wir rechnen bei gutem Wetter mit gut 7000 Besuchern über den Tag verteilt“, sagt Markus Mollek von der Leichtathletikabteilung des TuS Zülpich. Da sei es mitunter eine Herausforderung, die Laufstrecken im Seepark von den Gästen frei zu halten. Das sei aber eine Aufgabe, der man sich gerne stelle.
Auch bei der 20. Auflage gibt es Premieren: Das Zülpicher Unternehmen Launhardt wird laut Mollek für die Teilnehmenden Medaillen aus dem 3D-Drucker produzieren, quasi direkt aus der Zukunft. Angemeldet haben sich bisher mehr als 1400 Teilnehmer. Zudem werden knapp zehn Geflüchtete im Helferteam des Deutschen Roten Kreuzes die Organisatoren über den Tag hinweg unterstützen. Die ersten Läufe starten um 12 Uhr. Der Hauptlauf beginnt um 15.45 Uhr.
Da könnte es für die Teilnehmenden des Hauptlaufs und des Jedermannlaufs eine kurze Passage querfeldein geben. Aber bei dem angekündigten Wetter dürfte das kein Problem sein.
Da der Erftverband aktuell den Hochwasserschutz am See verbessert und dort eine Großbaustelle eingerichtet hat, ist die Strecke entlang des Sees voraussichtlich nicht wie in den vergangenen Jahren zu laufen. „Da könnte es für die Teilnehmenden des Hauptlaufs und des Jedermannlaufs eine kurze Passage querfeldein geben. Aber bei dem angekündigten Wetter dürfte das kein Problem sein“, so Mollek.
In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich der Chlodwiglauf zu einer Talentschmiede entwickelt. Die eine oder andere Siegerin bei den Schülerwettbewerben schaffte es einige Jahre später bis zu den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften: Lisa Mauel und Lisann Berning gewannen als Schülerinnen jeweils ihre Altersgruppe beim Chlodwiglauf und schafften es für die SG Voreifel zur deutschen Nachwuchs-Leichtathletikmeisterschaft.
Leichtathletik beim TuS Zülpich boomt
Dass die Leichtathletik in Zülpich boomt, zeigt nicht nur die rekordverdächtige Zahl an Anmeldungen für den Chlodwiglauf. Beim Hallensportfest des TuS am vergangenen Wochenende nahmen 156 Kinder teil – Rekord. „Wir mussten leider aus Kapazitätsgründen Vereinen absagen“, so Mollek.
Mehr Spitzenspiel geht nicht in der Kreisliga A – ein Duell, das an Spannung kaum zu überbieten ist, fast wie ein Rendezvous zweier Raumkapseln im Orbit. Der Tabellenführer SG Dahlem-Schmidtheim hat den direkten Verfolger aus Zülpich zu Gast. Die SG stellt mit 61 Treffern die beste Offensive der Liga, der TuS liegt mit 52 Toren auf Rang drei. Gleichzeitig stellt die SG mit 18 Gegentoren die beste Defensive, der TuS die zweitbeste.
Spitzenspiel zwischen der SG Dahlem-Schmidtheim und Zülpich
Doch will der TuS Zülpich mit der Reserve überhaupt in die Bezirksliga? Schließlich ist das ein großer finanzieller und logistischer Aufwand für einen Verein, dessen erste Mannschaft in der Landesliga spielt. Joseph Griesehop, Sportlicher Leiter beim TuS Zülpich, hat dazu eine klare Meinung: „Wir als Verein würden den Weg mitgehen. Wenn wir die Möglichkeit haben aufzusteigen, dann würden wir das auch machen.“
Beim Blick auf die Tabelle hat der TuS gute Chancen, in der kommenden Saison mit der Reserve auf Verbandsebene zu spielen. Derzeit hat der TuS zwar das schlechtere Torverhältnis als Konkurrent SG Dahlem-Schmidtheim, dafür aber den besten Quotienten aller Kreisliga-A-Tabellenzweiten – der Aufstieg in die Bezirksliga ist eben manchmal fast so kompliziert wie eine Mondmission. Das Hinspiel endete übrigens 2:0 für die SG DaSch.
TV Palmersheim mit steigender Formkurve in den vergangenen Wochen
Auch in der Kreisliga C, Staffel 3, steht ein Spitzenspiel auf dem Programm. Der Tabellenführer, die Reserve des FC Dollendorf-Ripsdorf, und der Tabellendritte VfL Kommern treffen um 12.30 Uhr auf dem Kunstrasen in Ripsdorf aufeinander. Es wird auch das Duell der Torjäger Volker Daniels (15 Tore) und Silas Grisar-Salentin (14 Tore).
In der Bezirksliga kommt es zum Abstiegsduell zwischen dem SC Germania Erftstadt-Lechenich und dem SV Bessenich, das in Lechenich um 15 Uhr angepfiffen wird. Die JSG Erft Euskirchen hat um 15.15 Uhr in Kuchenheim Alemannia Lendersdorf zu Gast.
In einer ganz eigenen Welt leben Handballer – auch die des TV Palmersheim. Mit ihrer „Räuberbande“ haben sie eine Fangemeinschaft, die exorbitant gut ist. Nach einem gefühlt Lichtjahre weit entfernten Erfolgserlebnis zu Beginn des Jahres zeigte die Formkurve zuletzt wieder nach oben. Nun steht für das Team von Marco Mayer und Peter Trimborn das Spiel gegen den HC Gelpe an. Start für die TVP-Crew ist um 19.30 Uhr in der Peter-Halle in Kuchenheim.
„Wir wollen wieder aus einer starken Defensive agieren und weiter geduldig auf unsere Chancen warten. Aktionismus ist meist kein guter Ratgeber“, so Peter Trimborn: „Wir wollen die Hinspielniederlage wettmachen, weil danach das Übel seinen Lauf nahm. Da fing die Niederlagenserie an – wir haben also etwas gutzumachen.“
In Kall steigt der letzte Heimspieltag der Badmintonspieler. Los geht es am Samstag um 19 Uhr mit der Landesligapartie des TV Kall gegen die SG Ellendorf-Walheim.
