Kindertageseinrichtungen aus den Kreisen Euskirchen, Düren und der Städteregion Aachen erhielten Tafeln, Plaketten und Urkunden.
ZertifzierungElf Einrichtungen im Kreis Euskirchen sind oder bleiben Nationalpark-Kitas

Gruppenbild im Garten des Berufskollegs St. Nikolaus-Stift in Füssenich: Landrat Markus Ramers (5.v.r.), NRW-Umweltminister Oliver Krischer und Michael Lammertz, Leiter des Nationalparks Eifel (links daneben) sowie Erzieherinnen und Vertreter der Träger der jetzt zertifizierten 23 Nationalpark-Kitas.
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23 Kitas aus dem Nationalpark Eifel – also den Kreisen Euskirchen, Düren und der Städteregion Aachen – dürfen sich erstmals oder weiterhin Nationalpark-Kita nennen. Sie hatten an der jüngsten zweijährigen Qualifizierungsrunde teilgenommen und wurden jetzt dafür im Berufskolleg St.-Nikolaus-Stift von NRW-Umweltminister Oliver Krischer ausgezeichnet.
Ines Hermanns, Leiterin der Kita Am Annex in Nettersheim, freute sich. Sie, Kolleginnen und Vertreterinnen der Gemeinde Nettersheim, nahmen das große Holzschild aus den Händen von Oliver Krischer entgegen. Darauf steht unübersehbar: Nationalpark Eifel Kita. Insgesamt 23 Nationalpark-Kitas durften sich über Plaketten, Urkunden und ein Holzschneidebrett freuen. Das sind die sichtbaren Symbole für eine Bildungsarbeit, von der in den vergangenen zwei Jahren 1368 Kinder in 23 Kitas in den Nationalpark-Landkreisen profitierten. Weitere elf angemeldete Kitas schafften die Zertifizierung nicht, da sie die damit verbundenen Anforderungen nicht erfüllten.
17 der 23 ausgezeichneten Kitas sind von Anfang an dabei
Das Projekt Nationalpark-Kita wird analog zu dem für die Schulen umgesetzt. Die Schirmherrschaft für das Kooperationsprojekt teilen sich das NRW-Umweltministerium und das NRW-Familienministerium. Michael Lammertz, Leiter der Nationalparkverwaltung Eifel, zeigte sich vor den Vertreterinnen der ausgezeichneten Kitas, deren Trägervereinen und Kommunen von der Beständigkeit vieler Einrichtungen beeindruckt: „Es ist ein starkes Signal, dass 17 der 23 ausgezeichneten Kitas bereits seit der ersten Stunde dabei sind. Sie machen ihr Engagement für den Nationalpark Eifel damit dauerhaft sichtbar.“
Das gilt besonders für den Kreis Euskirchen, denn elf der Nationalpark-Kitas kommen aus dem Kreisgebiet. Landrat Markus Ramers zeigte sich hierüber sichtlich erfreut. Als ehemaliger Lehrer wisse er um die Bedeutung guter pädagogischer Arbeit: „Für uns als Gesellschaft vor Ort investieren wir in das, was keine Förderprogramm-Hochglanzbroschüre bewerben kann: Kinder, die den Nationalpark Eifel als ihr Zuhause erleben, als Teil von sich bis ins Erwachsenenalter. Naturpädagogik kostet Engagement, manchmal auch Gummistiefel und Regenkleidung in dreifacher Ausführung – aber der Ertrag ist ein langlebiger“.
Naturpädagogik kostet Engagement, manchmal auch Gummistiefel und Regenkleidung in dreifacher Ausführung – aber der Ertrag ist ein langlebiger.
Oliver Krischer, gebürtiger Eifeler, ist dem Nationalpark schon seit seiner Gründung 2003 über den Förderverein verbunden, dessen Vorsitzender er zwischen 2011 und 2016 war. In seinem Grußwort sagte er: „Wer schon als Kind die Wildnis vor der eigenen Haustür entdeckt, wird sie später auch schützen wollen. In den Nationalpark-Kitas erleben die Kinder unser Naturerbe jeden Tag hautnah und mit allen Sinnen. Das weckt Begeisterung für wilde Tiere und Pflanzen – deshalb unterstützen wir diese Initiative.“
Wichtig sei ihm auch ein Lob für die Erzieherinnen: „Dass Sie trotz knapper Personalressourcen und der ganzen alltäglichen Arbeit zusätzlich dieses Projekt übernommen haben, das verdient unseren großen Respekt! Sie liefern mit ihrer Arbeit die Grundlage dafür, dass wir bewusste, demokratiefähige und das Leben meisternde Menschen bekommen!“
Bildung zu Wald, Wasser und Wildnis im Kita-Konzept verankert
Die jetzt ausgezeichneten Kitas aus den Kreisen Euskirchen, Düren und der Städteregion Aachen hatten sich bei der vierten Auslobungsrunde verpflichtet, „Naturverbindung und Umweltbildung zu Wald, Wasser und Wildnis in ihrem Konzept zu verankern“, so Maike Schlüter von der Nationalparkverwaltung. „Sie setzten und setzen verschiedene Kriterien in Projekten um, die dies verdeutlichen.“ Über verschiedene Ansätze wurden Themen des Nationalparks in den Kindergartenalltag eingebracht, was den Kindern „vielfältige emotionale und eindrückliche Erlebnisse in freier wilder Natur ermöglicht habe, so Maike Schlüter.
Nach der Zertifizierung ist allerdings auch vor der Zertifizierung: Lag der Fokus des nun abgeschlossenen zweijährigen Projektzeitraums auf dem dritten Nachhaltigkeitsziel der UN-Agenda 2030 „Gesundheit und Wohlergehen“, rückt für den Zeitraum 2026 bis 2028 die Artenkenntnis in den Fokus. Unter dem Motto „Leben an Land“ und „Leben unter Wasser“ werden die Kinder die heimische Flora und Fauna erforschen.
Anmeldeschluss für die neue Zertifizierungsrunde ist der 15. Mai. Weitere Infos gibt es online auf der Homepage des Nationalparks Eifel.
Die ausgezeichneten Kitas im Kreis Euskirchen
Diese elf Kitas aus dem Kreis Euskirchen wurden als „Nationalpark Kita“ ausgezeichnet:
- AWO-Kita Kreuzberg, Hellenthal
- Caritas Lebenswelten Kita St. Johannes Baptist, Mechernich
- DRK-Kita, Dollendorf
- DRK-Kita, Nöthen
- DRK-Kirchtal-Kita, Vernich
- Familienbande e.V., Zülpich
- Kath. KTE St. Nikolaus, Gemünd
- Kindertagesstätte Mitbachaue, Euskirchen
- Kita im Annex, Nettersheim
- Kita Nahestraße, Euskirchen
- Kita Weltenbummler, Zülpich
