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Waldbrand und KlimawandelGroKo stellt den Hitzeschutz im Kreis Euskirchen auf den Prüfstand

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Das Bild zeigt zwei Feuerwehrleute, die einen Waldbrand zwischen Flamersheim und Rheinbach bekämpfen.

Die Feuerwehren aus dem Kreis Euskirchen waren in den vergangenen Wochen bei zahlreichen Wald- und Vegetationsbränden im Einsatz.

CDU und SPD haben im Kreis Euskirchen einen umfangreichen Fragenkatalog zusammengestellt. Waldbrände spielen dabei große Rolle.

Hitze, Trockenheit und hohe Waldbrandgefahr haben den Sommer 2026 auch im Kreis Euskirchen geprägt. Während der Kreis selbst bislang vor großen Wald- und Vegetationsbränden verschont geblieben ist, zeigten die Feuer im benachbarten Hürtgenwald und im Hohen Venn, wie schnell sich eine ernste Gefahrenlage entwickelt. Rauch und Brandgeruch waren auch im Kreis wahrnehmbar. Einsatzkräfte aus dem Kreis unterstützten zudem bei der Brandbekämpfung.

Für CDU und SPD im Kreistag ist das Anlass, eine Bilanz zu ziehen, Fragen zu stellen – und dabei nicht nur auf die Waldbrandgefahr zu schauen. Auch die gesundheitlichen Folgen längerer Hitzeperioden sollen gemäß einer Mitteilung der Großen Koalition stärker in den Blick genommen werden.

Die Fraktionen beantragen, das Thema „Hitzeschutz und Waldbrandvorsorge im Kreis Euskirchen – Lagebild Sommer 2026 und aktueller Stand der Konzepte“ auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Bevölkerungsschutz zu setzen. Die Verwaltung soll dort ausführlich berichten, welche Erfahrungen in diesem Sommer gesammelt wurden, wie die vorhandenen Schutzkonzepte funktionieren und an welchen Stellen möglicherweise nachgebessert werden muss.

Der Hitzeaktionsplan für den Kreis Euskirchen wurde 2024 beschlossen

Beim gesundheitlichen Hitzeschutz richtet sich der Blick vor allem auf einen Beschluss aus dem Jahr 2024. Damals hatte der Kreistag die Erstellung einer Hitzeaktionsplanung beschlossen. Diese soll mit den elf Kommunen entwickelt und umgesetzt werden.

CDU und SPD wollen nun wissen, wie weit diese Arbeit fortgeschritten ist. Die Verwaltung soll darstellen, welche kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen umgesetzt sind, welche in Vorbereitung sind und wie Kommunen sowie weitere Akteure eingebunden werden.

Das Bild zeigt zahlreiche Sonnenschirme auf den Balkonen an einem Mehrfamilienhaus in Euskirchen.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, sich vor Hitze zu schützen.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen geschützt werden können, für die hohe Temperaturen ein hohes Risiko darstellen. Dazu gehören ältere und pflegebedürftige Menschen, kleine Kinder und alle, die sich bei hohen Temperaturen nicht ausreichend selbst schützen können.

„Hitzeperioden werden auch im Kreis Euskirchen häufiger zur Belastungsprobe. Deshalb reicht es nicht, eine Hitzeaktionsplanung zu beschließen. Entscheidend ist, dass die Maßnahmen greifen und besonders gefährdete Menschen erreichen“, wird CDU-Fraktionschef Jochen Kupp in der Mitteilung zitiert. Man müsse auf längere und intensivere Hitzeperioden vorbereitet sein.

Hitzeperioden werden auch im Kreis Euskirchen häufiger zur Belastungsprobe. Deshalb reicht es nicht, eine Hitzeaktionsplanung zu beschließen. Entscheidend ist, dass die Maßnahmen greifen und besonders gefährdete Menschen erreichen.
Jochen Kupp, Fraktionsvorsitzender der CDU
Die Menschen in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen, in unseren Kitas und Schulen kümmern sich intensiv um die ihnen anvertrauten Menschen auch mit Blick auf Hitze.
Thilo Waasem, Fraktionsvorsitzender der SPD

Dabei soll im Ausschuss konkret auf diesen Sommer geschaut werden. CDU und SPD fragen unter anderem, ob sich während der Hitzeperioden Auffälligkeiten bei den Einsätzen des Rettungsdienstes oder bei anderen gesundheitsbezogenen Indikatoren feststellen ließen. Auch die Frage, wie die Bevölkerung bei akuten Hitzeereignissen informiert und gewarnt wird, soll beantwortet werden.

Vom Gesundheitsamt erwarten die Fraktionen eine Einschätzung, ob die bestehenden Strukturen ausreichen, wenn eine Hitzeperiode künftig länger dauert oder noch höhere Temperaturen mit sich bringt.

SPD-Fraktionschef Thilo Waasem verweist dabei auch auf diejenigen, die unmittelbar für andere Menschen Verantwortung tragen: „Die Menschen in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen, in unseren Kitas und Schulen kümmern sich intensiv um die ihnen anvertrauten Menschen auch mit Blick auf Hitze.“ Politik und Kommunen müssten dafür sorgen, dass die notwendigen Voraussetzungen vorhanden seien.

Die Waldbrände sind ein großer Themenkomplex

Der zweite große Themenkomplex betrifft die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung. Die Feuerwehren im Kreis beschäftigen sich bereits seit mehreren Jahren verstärkt mit diesem Szenario. Die trockenen und zeitweise sehr heißen Wochen dieses Sommers haben das Thema erneut in den Fokus gerückt.

Im Kreis Euskirchen kam es zu mehreren Bränden, die von den Feuerwehren schnell unter Kontrolle gebracht werden konnten. Die GroKo erfragt bei der Verwaltung eine genaue Bilanz: Wie viele Wald-, Flächen- und Vegetationsbrände gab es? Wie groß waren die Flächen? Wie aufwendig waren die Einsätze?

Von besonderem Interesse sind Lehren aus den Einsätzen. Denn Vegetationsbrände stellen Feuerwehren vor andere Herausforderungen als klassische Gebäudebrände. Einsatzstellen können abseits befestigter Straßen sein, Löschwasser muss über längere Strecken transportiert werden und Feuer können sich innerhalb kurzer Zeit ausbreiten.

Die Löschwasserversorgung ist eine zentrale Frage

Eine zentrale Frage des GroKo-Antrags betrifft die Löschwasserversorgung in schwer zugänglichen Waldgebieten. Die Fraktionen wollen wissen, wie die organisiert ist und welche Fahrzeuge, Geräte und sonstigen Einsatzmittel dafür zur Verfügung stehen.

Dabei geht es nicht allein um die Ausrüstung der kommunalen Feuerwehren. Beleuchtet werden soll auch, welche Kreiseinheiten eingebunden werden können und welche Mittel im Zuge überörtlicher Hilfe zur Verfügung stehen.

Die Kooperationen im Kreis Euskirchen

Auch die Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW sowie weiteren externen Kräften soll Thema werden. Bei größeren Waldbränden greifen nach Einschätzung der GroKo „verschiedene Zuständigkeiten und Fachkenntnisse ineinander“. Die Forstleute etwa können Kenntnisse über Gelände, Wege, Vegetation und Gefahrenstellen einbringen können. Für CDU und SPD gehört deshalb zur Vorsorge auch die Frage, ob die vorhandenen Strukturen für eine größere und länger andauernde Lage ausreichen.

Hierzu sollten auch Erfahrungen aus der kreisweiten Großübung zur Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung im Mai genutzt werden. Die musste zwar aufgrund eines Gewitters abgebrochen werden, dennoch konnten nach Angaben der Organisatoren wichtige Erkenntnisse gesammelt werden. Details dazu wollen CDU und SPD nun wissen.

Dabei soll auch das Konzept zur Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung auf den Prüfstand. Die Politik möchte erfahren, wie weit es entwickelt beziehungsweise umgesetzt ist und ob aufgrund der Übung oder der Einsätze dieses Sommers Anpassungen notwendig sind.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Technik. Drohnen haben bei großen Einsatzstellen erheblich an Bedeutung gewonnen. Aus der Luft lassen sich Brandflächen überblicken, Glutnester aufspüren und die Ausbreitung eines Feuers besser einschätzen. Darüber hinaus geht es um die Brandbekämpfung aus der Luft.

Bei Waldbränden können Hubschrauber und Flugzeuge eine wichtige Ergänzung zu den Kräften am Boden sein. Im Ausschuss soll erläutert werden, welche Möglichkeiten bestehen und welche Unterstützung im Ernstfall angefordert werden kann.


Die Brände im Hohen Venn und Hürtgenwald

Im Hohen Venn ist das Feuer am 14. August ausgebrochen und hat rund 3400 Hektar Fläche in dem Naturschutzgebiet vernichtet. Gelöscht wurde auch aus der Luft. Neben Hubschraubern waren zwei Löschflugzeuge aus Schweden im Einsatz, die nach Hellenthal zur Oleftalsperre geflogen sind, um Löschwasser aufzunehmen. Der Brand ist zwar unter Kontrolle und breitet sich nicht weiter aus. Die Löscharbeiten dauern jedoch immer noch an, am Montag etwa waren rund 70 Kräfte im Einsatz, Immer wieder begünstigt der Wind das Wiederaufflammen des Feuers. Als Ursache für den Brand geht man bei den belgischen Behörden aktuell vom Einsatz einer Landmaschine zu Mäharbeiten aus.

Im Hürtgenwald hat der Brand, der am 13. August ausgebrochen war, rund 300 Hektar Wald zerstört. Seit dem 21. Augusat ist das Feuer gelöscht. Dazu haben auch zahlreiche Einsatzkräfte verschiedener Organisationen aus dem Kreis Euskirchen beigetragen. Die Ermittlungen der Polizei zur Brandursache dauern weiterhin an. Sie schließt Brandstiftung nicht aus, jedoch ist die Spurensuche in dem weitläufigen Areal nicht leicht. Über das eingerichtete Hinweisportal sind laut Polizei bislang 220 Hinweise eingegangen, denen die Ermittler nachgehen.


Keine Kritik an den Feuerwehren aus dem Kreis Euskirchen

CDU und SPD betonen ausdrücklich, dass ihr Antrag nicht als Kritik an den Feuerwehren, dem Rettungsdienst oder den bestehenden Strukturen verstanden werden soll. Vielmehr gehe es darum, einen Sommer mit längeren Trocken- und Hitzephasen als Anlass für eine Bestandsaufnahme zu nutzen.

„Auf unsere Feuerwehren ist Verlass, wenn es ernst wird“, sagt Waasem. Deshalb müssten sich die Einsatzkräfte ebenso darauf verlassen können, dass Politik und Verwaltung in Kreis und Kommunen die notwendigen Voraussetzungen schaffen.

Hinter dem Antrag stehe letztlich eine Frage, die angesichts heißerer und trockenerer Sommer an Bedeutung gewinnt: Wie gut ist der Kreis Euskirchen vorbereitet, wenn aus einzelnen heißen Tagen eine länger andauernde Hitzewelle wird – oder aus einem kleineren Vegetationsbrand ein großflächiger Waldbrand?

Die Fraktionen wollen dabei ausdrücklich nicht erst über Konsequenzen sprechen, wenn eine solche Lage eingetreten ist. „Gute Vorsorge heißt, aus Erfahrungen zu lernen, bevor aus einer Gefahr eine Krise wird“, sagt SPD-Fraktionschef Waasem.