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Fünfter JahrestagHier finden im Kreis Euskirchen Flut-Gedenkveranstaltungen statt

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Ein Transporter hängt an der Brücke zum Sportplatz Oberhausen.

Ein Ereignis, das den Kreis Euskirchen und die Menschen geprägt hat: die Flut am 14. und 15. Juli 2021.

Quer durch den Kreis Euskirchen wird es in den kommenden Tagen Veranstaltungen zur Hochwasserkatastrophe geben.

Am 14. Juli jährt sich zum fünften Mal die Flutkatastrophe, bei der im Kreis Euskirchen 26 Menschen ihr Leben verloren und Schäden in Milliardenhöhe entstanden. Um gemeinsam zu erinnern, sind rund um den Jahrestag einige Veranstaltungen geplant.

Erinnern an die Flutkatatstrophe in Bad Müntereifel

Die Stadt Bad Münstereifel veranstaltet am Samstag, 11. Juli, von 16 bis 22.30 Uhr auf dem Klosterplatz unter dem Motto „Gemeinsam stark“ ein Helferfest. Das Fest, bei dem Dankbarkeit, Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft im Vordergrund stehen, richtet sich an die Helferinnen und Helfer, Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste.

Nicht nur NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) hat zugesagt. Es gibt zudem Auftritte von Domstürmer, Torben Klein, Bel Air, Marie, Fiasko, Brazzanova, Gesangverein Eifelklang Mutscheid und Allegro Vivace.

Bürgermeister Sebastian Glatzel (v.r.), Fachbereichsleiterin Stephanie Schmitz und Lisa Eckardt stehen an der Erft und halten Plakate für das Helferfest in den Händen.

Die Stadt Bad Münstereifel veranstaltet am Samstag, 11. Juli, von 16 bis 22.30 Uhr auf dem Klosterplatz unter dem Motto „Gemeinsam stark“ ein Helferfest.

„Es gab bei der Flutkatastrophe zwei Wellen: die Wasserwelle, die Tod und Zerstörung gebracht hat, und die Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft“, berichtete Bürgermeister Sebastian Glatzel (SPD) bei der Programmvorstellung. Der Fokus werde diesmal bewusst auf die zweite Welle gelegt. „Wir wollen zeigen, was mit der Unterstützung möglich war, und den Dank nach außen tragen“, so Glatzel. Man wolle sich bewusst von dem dramatischen Ereignis lösen und feiern. Nach der Katastrophe habe die Gemeinschaft die Bürger durch die Flut getragen.

Wer den Jahrestag ruhiger begehen will, dem legt der Bürgermeister Mozarts Requiem am Dienstag, 14. Juli, 20 Uhr, in der Jesuitenkirche nahe. Aufgeführt wird es vom Vokalensemble Bad Münstereifel.

Gedenkveranstaltung in Blankenheim

Die Gemeinde Blankenheim lädt gemeinsam mit der Ortsgemeinschaft Ahrdorf sowie der katholischen und evangelischen Kirche zu einer Gedenkveranstaltung am Dienstag, 14. Juli, um 19 Uhr im Bürgerhaus Ahrdorf ein.

Gemeinsam soll innegehalten, der Opfer gedacht und ein Zeichen des Zusammenhalts und der Hoffnung gesetzt werden. Im Anschluss sind die Besucherinnen und Besucher eingeladen, bei Getränken und Gegrilltem miteinander ins Gespräch zu kommen.

Viele Aktionen und Veranstaltungen in Euskirchen

Mit gleich zwei Sonderausstellungen und einer öffentlichen Veranstaltung gedenkt die Stadt Euskirchen der Flutkatastrophe. Zur Veranstaltung am 14. Juli, 19 Uhr, im Klostergarten sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen. Bei der Gedenkveranstaltung wird Bürgermeister Sacha Reichelt auf das Ereignis zurückblicken. Musikalisch untermalt wird der Abend vom Chor „Mary’s Delight“ der Marienschule. Eine bewusste Entscheidung, da das Gymnasium von der Flut betroffen war.

Im Anschluss wird die Foto-Ausstellung „Euskirchen und die Flut im Juli 2021. Fünf Jahre nach der Katastrophe“ im Stadtmuseum eröffnet, die bis zum 11. Oktober läuft. Bereits seit dem 23. Juni und noch bis zum 16. Juli ist eine zweite Version der Ausstellung mit anderen Bildern im NRW-Landtag zu sehen. Aus mehr als 3500 Fotos und Filmen konnte Sammlungsprojekt-Kuratorin Sabine Dünnwald aussuchen.

Maja Kützemeier (v.l., Ausstellungskuratorin), Dr. Heike Lützenkirchen (Leiterin Stadtmuseum), Sacha Reichelt (Bürgermeister), Silke Winter (Abteilungsleiterin bei der Stadt) und Sabine Dünnwald (Leitern Stadtarchiv) stehen vor den Bildern der Ausstellung.

In Euskirchen wird es zum fünften Jahrestag zwei Sonderausstellungen und eine Gedenkveranstaltung geben.

Mit der Ausstellung wolle man zeigen, was in den fünf Jahren passiert sei, sagt Reichelt und weiter: „Die Menschen können stolz sein auf das Erreichte.“ Die Ausstellung solle außerdem zeigen, was möglich ist, wenn man zusammenarbeitet, formuliert es Dr. Heike Lützenkirchen, Leiterin des Stadtmuseums.

Rund 80 Tafeln, auf der oft zwei oder mehr Bilder gezeigt werden, führe durch das Ereignis: Vom Hochwasser und der Zerstörung über die Solidarität bis zum aktuellen Stand. Fortschritte werden mit Vorher-Nachher-Bildern demonstriert. Ebenfalls am Jahrestag wird der Künstler Frank Bölter mit freiwilligen Helfern ein etwa acht Meter langes Rettungsboot aus Papier bauen. Dieses wird nach der Veranstaltung in die Galerie Hausen, die dieses Jahr 50 Jahre besteht, gebracht und ausgestellt.

Zum fünfjährigen Gedenken an die Katastrophe bietet das Stadtmuseum zudem in den kommenden Monaten zusätzliche Veranstaltungen an: eine Stadtführung am 8. August, 14 Uhr, unter dem Titel „Mer stonn widder op!“, ein Zeitzeugengespräch am 27. August, 19 Uhr, eine Lesung von Tanja Wodok über „Das Ich-liebe-doch-Experiment“ am 24. September, 19 Uhr, und einen Vortrag über das Forschungsprojekt „So was haben noch nicht erlebt!“ am 8. Oktober, 19 Uhr.

Auch Iversheim will an die Katastrophe von vor fünf Jahren erinnern

Wie in Bad Münstereifel stehen auch im Ort Iversheim am Samstag, 11. Juli, der Dank und das Erinnern an den immensen Zusammenhalt bei der Bewältigung der Katastrophe im Vordergrund.

Um 14 Uhr wird in Iversheim der neue Spielplatz auf dem früheren Bolzplatzgelände eröffnet. Ab 15.15 Uhr startet das „Fest der Verbundenheit“ auf dem Platz vor dem Dorfsaal. Nach einer Andacht mit Diakon Dr. Ulrich Günzel gibt es Musik von der Weilerswist and District Pipe Band, der Musikkapelle Iversheim, Musik am Bloch, Dawn Marie Sirrenberg, Diva Delight + Friends, Stager und den Männern von Flake. Alle Künstlerinnen und Künstler kommen entweder aus Iversheim oder haben einen Bezug zum Dorf, wie Joachim Waasem aus dem Organisationsteam im Gespräch mit dieser Zeitung berichtet. 

Fotoausstellung zur Flut im Euskirchener Kreishaus

Wie die Stadt Euskirchen möchte auch der Kreis mit einer Fotoausstellung an den 14. Juli 2021 erinnern. Herzstück der Ausstellung sind Aufnahmen des Kölner Fotografen Joachim Rieger, der den Wiederaufbau in Bad Münstereifel begleitet hat. Dabei hat er den Menschen zugehört und ihre Geschichten eingefangen.

Erweitert wurde seine Sammlung um Fotos von verschiedenen, meist lokalen Fotografinnen und Fotografen, die die Katastrophe vor Ort dokumentiert haben. Sie zeigen das Ausmaß der Zerstörung. Die Ausstellung sei ein Ort des Erinnerns, des Innehaltens und des Dankes: An alle, die geholfen haben, an alle, die durchgehalten haben, und an alle, die bis heute am Wiederaufbau unserer Heimat mitwirken, heißt es aus dem Kreishaus.

Gedenkfeier mit Andacht in Kall

Die Gedenkfeier in Kall findet am Dienstag, 14. Juli, ab 17 Uhr auf dem Rathausvorplatz statt. Zuerst gibt es eine ökumenische Andacht, die von Pater Wieslaw Kaczor SDS und Pastor Christoph Ude gestaltet wird. Anschließend wird eine Erinnerungsstele eingeweiht. Die Stele aus Cortenstahl wurde von Markus Auel, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, entworfen und vom Sistiger Schmied Stephan Pütz hergestellt. Im Anschluss gibt es Raum für Gespräche. Musikalisch begleitet wird die Feier vom Musikverein Urft.

Gedenkstunden in Blumenthal, Schleiden und Gemünd

Anlässlich des fünften Jahrestages finden in Schleiden und Hellenthal am 14. Juli Gedenkveranstaltungen in Blumenthal, Schleiden und Gemünd statt. Die Bürgermeister Ingo Pfennings (Schleiden) und Martin Berners (Hellenthal) sowie der katholische Pfarrer Thomas Schlütter und der evangelische Pfarrer Oliver Joswig haben gemeinsam entschieden, in den Orten jeweils ein kleines Rahmenprogramm anzubieten. Los geht es um 18 Uhr in Blumenthal auf dem Kirchvorplatz. Um 19.30 Uhr findet die Gedenkfeier in Schleiden in der evangelischen Kirche statt. Abschließend wird dann um 21.30 Uhr auf dem Nepomukplatz in Gemünd an die Katastrophe erinnert.

Bei allen drei Veranstaltungen wird es Reden und Musikbeiträge geben. Alle Kirchen in Hellenthal und Schleiden sind ganztägig geöffnet. Um 21.30 Uhr werden alle funktionsbereiten Glocken in der Gemeinde Hellenthal und in der Stadt Schleiden läuten.

Im Weilerswister Hochzeitsgarten wird auch an die Opfer der Flut erinnert

Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe lädt auch die Gemeinde Weilerswist zu einer öffentlichen Gedenkveranstaltung ein. Am Dienstag, 14. Juli, soll gemeinsam an die verheerende Katastrophe erinnert werden, die auch in Weilerswist tiefe Spuren hinterließ. Die Gedenkfeier beginnt um 15 Uhr im Hochzeitsgarten neben dem Rathaus. Im Mittelpunkt stehen das Gedenken an die Opfer der Flut sowie die Erinnerung an die Menschen, die bis heute mit den Folgen der Katastrophe leben.

Gleichzeitig soll all jenen gedankt werden, die damals und in den Monaten danach mit großem persönlichem Einsatz geholfen haben – sei es bei den Rettungsarbeiten, beim Wiederaufbau oder durch vielfältige Unterstützung im Alltag. „Mit der Veranstaltung möchte die Gemeinde ein Zeichen des Erinnerns, der Verbundenheit und der Hoffnung setzen. Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, gemeinsam innezuhalten und der Ereignisse vor fünf Jahren zu gedenken“, sagt Bürgermeister Dino Steuer.

Bundespräsident zu Gedenkveranstaltung im Landtag erwartet

Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands mit mindestens 185 Toten wird mit einer Gedenkfeier im nordrhein-westfälischen Landtag an die Opfer erinnert. Zu dem Gedenkakt am 14. Juli in Düsseldorf, der um 16 Uhr beginnt, wird auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erwartet, wie der Landtag dem Evangelischen Pressedienst (epd) mitteilte. Er werde ebenso Gedenkworte sprechen wie Ministerpräsident Hendrik Wüst und Landtagspräsident André Kuper (beide CDU).

Außerdem hält die Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel, Claudia Müller-Bück, eine überkonfessionelle Ansprache. „Mit der Teilnahme des Bundespräsidenten an der Gedenkstunde im Landtag wird deutlich, dass das Gedenken an diese Katastrophe Deutschland bewegt und der Dank an die vielen Helferinnen und Helfer auch fünf Jahre nach dem Unwetter weiter gilt“, so Kuper. (red)