24 Kleinprojekte, darunter zwölf aus dem Kreis Euskirchen, erhalten eine Förderung der Leader-Region Eifel.
Leader-FörderungGeld für ehrenamtliche Projekte im Kreis Euskirchen mit großer Wirkung

Die Vertreter der zwölf Kleinprojekte aus dem Kreis Euskirchen beim Treffen auf Burg Hengebach in Heimbach mit NRW-Ministerin Silke Gorißen (vorne, Mitte) freuten sich über ihre Förderbescheide.
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24 Kleinprojekte in der Leader-Region Eifel erhalten in diesem Jahr eine bis zu 80-prozentige Förderung der Kosten. Aus dem Kreis Euskirchen werden zwölf Vorhaben von Ehrenamtlern unterstützt.
Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW, nannte das erklärte Ziel des Landes: „Die ländlichen Regionen sind die Zukunftsräume unseres Landes. Wir werden uns als Landesregierung auch weiterhin für Leader und die Förderung von Kleinprojekte einsetzen!“
Adressiert waren ihre Worte im Vortrags- und Veranstaltungsraum der Internationalen Kunstakademie auf der Heimbacher Burg Hengebach nicht nur an die Vertreter von insgesamt 24 Kleinprojekten aus den Landkreisen Düren, Euskirchen und der Städteregion Aachen, die die Förderbescheide von Gorißen in Empfang nahmen. Sie machte auch künftigen Antragstellern Mut, als sie bekräftigte: „Was wären wir alle ohne das Ehrenamt? Und was wäre ohne das Ehrenamt der ländliche Raum?“ Gerade die Kleinprojekte zeigten doch, dass Europa bei den Menschen ankomme. Auch die EU-Kommission habe man mit einer Präsentation ausgewählter Ehrenamtsprojekte im Dezember vergangenen Jahres beeindruckt, erklärte Gorißen.
„Klein“ bezieht sich auf die Fördersumme, nicht auf die Wirkung
Vor Gorißen hatte Manfred Poth, Vorsitzender des Naturparks Nordeifel, der Träger der 2007 gegründeten Leader-Region Eifel ist, klargestellt: „Das Wort Kleinprojekteförderung bezieht sich allenfalls auf die Fördersumme, aber ganz bestimmt nicht auf die Wirkung, die diese Projekte in der Region haben.“ Sie würden vielmehr dem, was Entwicklung des ländlichen Raums genannt werde, ein Gesicht geben.
Bei für dieses Jahr beantragten Gesamtkosten von 250.968 Euro für kleinere Vorhaben von Ehrenamtlichen beträgt die Förderquote wie in den Vorjahren maximal 16.000 Euro oder 80 Prozent pro Antrag, 20 Prozent müssen die Antragsteller bezahlen. Finanziert wird die Förderung aus dem Regionalbudget der Leader-Region Eifel, die als einzige der 45 Leadergebiete in NRW einen auch so genannten Sondertopf für Kleinprojekte hat.
Seit 2020 wurden in Eifel 119 Projekte mit 1,9 Millionen Euro gefördert
Stefan Grießhaber, Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe Eifel (LAG), deren Koordinierungskreis die Auswahl auch der diesjährigen Fördergeldempfänger getroffen hatte, zog eine Zwischenbilanz. Er sei seit 2020 im Amt und habe seitdem 293 Anträge von Kleinprojekten mit einer Gesamtsumme von mehr als drei Millionen Euro gesichtet. „119 davon wurden bisher mit einer Fördersumme von 1,9 Millionen Euro bewilligt“, so Grießhaber.
Für die Förderrunde 2026 sei mit 64 Anträgen und einer Gesamtkostensumme in Höhe von rund 590.000 Euro ein neuer Rekord erreicht worden, was auch für 24 bewilligte Projekte – aber auch 40 Ablehnungen gelte. Die Förderung sei also Fluch und Segen zugleich geworden.
Was in diesem Jahr unterstützt wird, ist wie in den Vorjahren eine bunte Vorhabenmischung der Ehrenamtler in Vereinen und Initiativen. Allen gemeinsam ist: Wenige schaffen Benötigtes für viele, oder können so Hilfen für Benachteiligte finanzieren.
Unter den zwölf aus dem Kreis Euskirchen geförderten Kleinprojekten gilt letzteres vor allem für die 14.542 Euro Förderung (Gesamtkosten: 18.178 Euro) der Hilfsgruppe Eifel, Förderkreis für tumor- und leukämiekranke Kinder. Seit 17 Jahren finanziert die Hilfsgruppe eine Schwimmtherapie für Kinder und Jugendliche mit körperlichen und geistigen Handicaps. Um bis zu 24 Kindern und Jugendlichen pro Woche das Angebot im Schwimmbecken in Satzvey zu ermöglichen, ist ein Schwimmlifter nötig. Der aktuelle hat aber nur noch bis Ende dieses Jahres TÜV. Für den benötigten neuen hat die Hilfsgruppe den Förderantrag gestellt und bewilligt bekommen.
Die kleinste Gemeinde im Kreisgebiet erhält zudem unter allen 24 ausgewählten Kleinprojekten die höchste Fördersumme: 15.394 Euro (Gesamtkosten: 19.242 Euro) gehen an den Förderverein Dorfentwicklung Dahlem für ergänzende Einrichtungen der „Generationenallee“ an der Markusstraße in Dahlem.
Diese Projekte werden gefördert
Diese zwölf Kleinprojekte aus dem Kreisgebiet erhalten die Leader-Förderung in diesem Jahr:
- Stadt Bad Münstereifel: Der Dorfverein Hilterscheid kann einen Defibrillator anschaffen. Der Dorfverschönerungsverein Schönau kann jetzt einen Spielplatz am Spielhaus bauen.
- Gemeinde Blankenheim: Der Bürgerverein Blankenheimerdorf kann am Bürgerhaus Außenrollladen anbringen lassen.
- Gemeinde Dahlem: Ergänzende Einrichtungen für die Generationenallee durch den Förderverein Dorfentwicklung Dahlem.
- Gemeinde Hellenthal: Der Bürger- und Brauchtumsverein Wolfert kann am Musikpavillon des Bürgerhauses den Bühnenausbau starten. Der Dorfverschönerungsverein Sieberath bekommt die Neuanschaffung von Stühlen für das Bürgerhaus kofinanziert.
- Stadt Mechernich: Die Dorfgemeinschaft Berg investiert in den barrierefreien Treffpunkt Berg. Die Hilfsgruppe Eifel kann einen Schwimmlifter für Kinder und Jugendliche mit Handicap anschaffen.
- Gemeinde Nettersheim: Der Turnverein Buir 1954 kann einen WC-Container für den Waldfestplatz kaufen. Der Bürgerverein Bouderath schafft Mobiliar für den Begegnungsbereich an der Grillhütte an.
- Stadt Scheiden: Der Dorfgemeinschaftsverein Harperscheid investiert in die „Sicherheit für Jung und Alt“. Der Bürgerverein Ettelscheid kann den Dorfspielplatz erweitern.
Insgesamt wurden für Kleinprojekte im Kreis 123.533 Euro Förderung bewilligt bei Gesamtantragskosten in Höhe von 154.417 Euro. Der Eigenanteil (20 Prozent der Antragsumme je Projekt) liegt bei 30.883 Euro. Für alle 24 Kleinprojekte werden 200.774 Euro an Fördergeldern ausgeschüttet, die Fördersumme lag bei 250.968 Euro, die der Eigenanteile bei 50.193 Euro.
