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Frust über reduziertes BusangebotHeimbach ist für Rentner aus Gemünd nicht erreichbar

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Blick auf die halbseitig gesperrte Straße und eine rote Ampel.

Noch regelt eine Ampel den Verkehr. Ab dem 15. Juni wird die B265 für zweieinhalb Monate voll gesperrt.

Die Sperrung der B265 und daraus resultierende Einschränkungen im ÖPNV-Angebot stellen Rentner Klaus Stüber aus Gemünd vor Probleme. 

Die Ankündigung, dass wegen der für Mitte Juni angekündigten Sperrung der Bundesstraße 265 im Dürener Berg zwischen Gemünd und Wolfgarten der Rurtalbus den Verkehr zwischen Wolfgarten, Gemünd und Schleiden unter der Woche einstellen wird, hat Klaus Stüber aus Gemünd mit Entsetzten in dieser Zeitung gelesen. Der Rentner hat sein Auto abgegeben und ist auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen, wenn er zu seinem Arzt nach Heimbach oder nach Düren fahren will. Das wird nach der Sperrung zum Problem.

Wie berichtet, wird die B265 am 15. Juni wegen Hangsicherungsarbeiten gesperrt. Nach Angaben des Landesbetriebs Straßen NRW, Regionalniederlassung Ville-Eifel in Euskirchen, muss der Hang auf einem rund 1,5 Kilometer langen Streckenabschnitt an fünf Stellen stabilisiert und gegen Abrutschen gesichert werden.

Untergrund wird durch ein Gemisch aus Erde und Zement stabilisiert

Im Zuge der Hangsicherungsarbeiten, die mittels Hydrozementationsverfahren durchgeführt werden, wird nicht nur der Untergrund der Straße durch ein Gemisch aus Erde und Zement stabilisiert, sondern es werden auch mehrere alte Stütz- und Schwergewichtswände entfernt. Im Anschluss wird die Fahrbahn im Bereich der Hangsicherungsarbeiten vollständig erneuert, teilt Torsten Gaber vom Landesbetrieb mit. Die Gesamtkosten betragen rund 800.000 Euro

Blick auf zwei Busse.

Die Busse der Rurtalbus GmbH werden während der Sperrung deutlich seltener Gemünd und Schleiden anfahren.

Der Verkehr zwischen Gemünd und Heimbach wird während der Sperrung über die B266 zur Wallenthalerhöhe und weiter über die Landesstraße 169 nach Lückerath und Hergarten umgeleitet. Das wiederum stellt den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) vor große Herausforderungen.

Die Linie 231, die von der Rurtalbus GmbH in Düren betrieben wird, wird aufgrund der weiten Umleitungsstrecke den Verkehr zwischen Wolfgarten, Gemünd und Schleiden unter der Woche einstellen. Die Verkehre enden und starten dann laut Umleitungsfahrplan in Wolfgarten. In der Woche gibt es nur noch zwei Verbindungen. Lediglich für den Schülerverkehr werden noch Fahrten angeboten.

An den Haltestellen werden in Kürze Umleitungsfahrpläne ausgehängt

„Morgens um 6.20 Uhr gibt es eine Verbindung von Schwammenauel nach Schleiden und am Nachmittag um 15.40 Uhr in die Gegenrichtung“, erklärte Udo Schüller, Einsatzleiter bei der Rurtalbus GmbH. „Wegen des Umwegs von 17 Kilometern ändern sich die Fahrtzeiten. Deshalb können wir nicht alle Fahrten durchführen“, betonte Schüller. Darum sei der Fahrplan ausgedünnt worden. Die wegen der geplanten Sperrung notwendigen Umplanungen seien ein Riesenaufwand für die Rurtalbus GmbH.

An Samstagen und Sonntagen werden auf der Linie 231 jeweils drei durchgehende Fahrten von Gemünd nach Heimbach und in die Gegenrichtung angeboten. „Das Angebot wurde mit den Kreisen Euskirchen und Düren abgestimmt“, so der Einsatzleiter. Mehr Fahrten seien nicht vorgesehen. An den rund 100 betroffenen Haltestellen würden in Kürze Umleitungsfahrpläne ausgehängt.

„Das kann doch nicht sein, dass der öffentliche Personennahverkehr einfach gestrichen wird“, ist Stüber erbost. Deshalb habe er bei der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) angerufen. Deren Mitarbeiterin habe ihm aber erklärt, dass die Rurtalbus GmbH und nicht die RVK zuständig sei. „Bei Rurtalbus ist dann niemand ans Telefon gegangen“, erzählte der 80-Jährige, der sein Auto abgeschafft hat, weil mehrere Buslinien vor der Tür abfahren.

80-Jähriger muss nun sehen, wie er nach Heimbach und Düren kommt

„Das ist enttäuschend und empörend“, sagte Stüber und sieht die Politik in der Verantwortung. Zumindest ein reduziertes Angebot eventuell mit Kleinbussen müsse doch in der Woche möglich sein. „Da sieht man, dass die Leute, die das zu entscheiden haben, wahrscheinlich einen Dienstwagen fahren“, so der 80-Jährige. Er müsse nun sehen, wie er nach Heimbach und Düren komme, und sei dabei auf Freunde oder Bekannte angewiesen.

Betroffen von der Sperrung ist auch die Linie 895 (MiKE-Linie der RVK von Wolfgarten nach Gemünd). MiKE ist ein Taxibusangebot und steht für „Mobil im Kreis Euskirchen“. Um die wegfallenden Fahrten der Linie 231 zu kompensieren, soll das MiKE-Fahrtenangebot laut Kreissprecher Sven Gnädig zwischen Gemünd und Wolfgarten erweitert werden. Da aber auch die Fahrzeuge von der Umleitung betroffen seien, werden sich die Fahrzeiten verlängern.

Auch Schleidener Feuerwehrleute sind betroffen, weil sie auch den Umweg über Bleibuir und Düttling nehmen müssen, wenn sie einen Einsatz in Wolfgarten haben. Deshalb hat die Stadt nach Angaben von Bürgermeister Ingo Pfennings eine Vereinbarung mit der Stadt Heimbach geschlossen. Sie sieht vor, dass die Feuerwehr Heimbach auch ausrückt, wenn in Wolfgarten etwas passiert. Wegen der Sperrung der Mariawalder Straße müssen die Heimbacher zwar den Umweg über Hergarten und Düttling nehmen, sind aber wohl immer noch schneller vor Ort als die Gemünder Kollegen.