Die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement hat einen Bericht zum Aufbau eines Krisenmanagements in Kommunen veröffentlicht.
Tipps zum KrisenmanagementSchleidener Bürgermeister arbeitete mit in bundesweitem Team

Auf Katastrophen wie die Flut im Juli 2021 müssen sich Kommunen organisatorisch vorbereiten. Hilfestellung gibt eine neue Publikation der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement.
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Internationale Krisen, Pandemien, die Zunahme von Cyberattacken und eine steigende Zahl von Extremwetterlagen durch den Klimawandel werden wohl auch in Zukunft die Städte und Gemeinden vor große Herausforderungen stellen. Darauf müssen sich die Verwaltungen organisatorisch so gut wie möglich vorbereiten. Die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) hat jetzt einen Bericht vorgelegt, der zeigt, wie Verwaltungen ihr Krisenmanagement aufbauen und organisieren und so im Ernstfall handlungsfähig bleiben können. Mitglied der Arbeitsgruppe war der Schleidener Bürgermeister Ingo Pfennings.
„Brandserie, Corona-Pandemie und Hochwasserkatastrophe haben mir persönlich gezeigt, dass kommunale Verwaltungen jederzeit von Sondersituationen bis hin zu Katastrophenlagen betroffen werden können und trotzdem ihre Alltagsarbeit bewältigen müssen“, erklärte Pfennings. Dazu sei eine gute Vorbereitung notwendig.
„Ich habe 2023 beim KGSt-Forum in Hamburg zusammen mit der KGSt-Referentin Klaudia Wergen aus Gemünd einen Vortrag gehalten“, erinnerte sich Pfennings. Dabei sei er gefragt worden, ob er an einem solchen Bericht mitarbeiten wolle. Er sei sehr froh, dass er damals Ja gesagt habe, denn der Austausch in diesem Team sei für alle eine große Bereicherung gewesen.
Team aus ganz Deutschland hat die Ergebnisse ausgearbeitet
Die Publikation „Kommunen in der Krise – Krisen erfolgreich bewältigen“ sei ein sehr wirkungsvolles Instrument für Kommunen. Erarbeitet wurden die Ergebnisse in einem interdisziplinären Team aus ganz Deutschland. „In dem Team waren Fachleute und Menschen, die entsprechende Katastrophen schon erlebt haben“, erzählte Pfennings. Der Bericht führe Kommunen Schritt für Schritt durch die wesentlichen Bausteine eines professionellen Krisenmanagements. Zudem gebe er Orientierung zu Begriffen und rechtlichen Zuständigkeiten und beschreibe zentrale Prozesse während und nach einer Krise.
Veranschaulicht würden die Ergebnisse durch kommunale Praxisbeispiele. „Gerade für kleine Verwaltungen ist die Vorbereitung auf etwaige Katastrophenlagen eine extreme Herausforderung, weil es dafür in der Regel keine Vollzeitstellen im Stellenplan gibt, sondern nebenher gemacht werden muss“, sagte der Bürgermeister. Deswegen liefere der Bericht auch kleineren Kommunen konkrete Hinweise, wie sie passende und tragfähige Strukturen aufbauen könnten.
Festes Gremium soll sich um das Krisenmanagement kümmern
Eine der wichtigsten Forderungen des Berichts ist die Einrichtung eines ständigen Gremiums für das Krisenmanagement, um das Thema dauerhaft in einer Verwaltung zu verankern. Handlungsfähigkeit im Ernstfall setze auf verlässliche Routine. Benötigt werden zudem Personal, eine geeignete Infrastruktur, Technologien, Daten und eine angemessene finanzielle Ausstattung.
„Es gab mehrere Online- und Präsenzveranstaltungen, bei denen ich viel gelernt habe. Die Gesetze, Erlasse und Normen in dem Bereich waren mir vorher auch nicht alle bekannt“, so der Bürgermeister.
Weil man bei den Diskussionen und Beratungen erkannt habe, dass man für das wieder mehr in den Fokus rückende Thema „Zivile Verteidigung“ ebenfalls dringend geeignetes Rüstzeug benötige, werde +die Arbeitsgruppe ihre Arbeit fortsetzen: „Meiner Meinung nach eine wichtige und richtige Entscheidung, da gerade unsere Kombination aus Theoretikern und Praktikern sehr gewinnbringend für alle ist. Ich bin schon jetzt auf das Ergebnis gespannt.“
Die zivile Verteidigung umfasse alle nicht-militärischen Maßnahmen, um die Bevölkerung, lebenswichtige Infrastruktur und staatliche Funktionen in Krisen- und Verteidigungsfällen zu schützen und aufrechtzuerhalten. Sie bilde zusammen mit der militärischen Verteidigung die Gesamtverteidigung und ziele darauf ab, die Widerstandsfähigkeit des Staates zu sichern.

