Weil die Stadt Schleiden seit Jahresbeginn wieder Eigentümer des Kurhauskomplexes ist, muss sie sich auch um die Vermarktung der Räume kümmern.
Vertrag geändertStadt Schleiden übernimmt wieder die Regie im Gemünder Kurhaus

Das Gemünder Kurhaus hat die Stadt wieder übernommen. Vermarktet wird es von der GfW.
Copyright: Wolfgang Kirfel
Die Gesellschaft für Wirtschaft, Tourismus und Veranstaltungen (GfW) übernimmt bis Ende 2027 die Vermarktung der Räume im Gemünder Kurhaus. Parallel soll die GfW Ausschau nach Unternehmen oder Privatpersonen halten, die sich künftig um die Vermarktung der Immobilie kümmern wollen. Das hat der Schleidener Stadtrat nach einigen Diskussionen in seiner jüngsten Sitzung im nicht-öffentlichen Teil beschlossen.
Die Stadt ist seit Jahresbeginn wieder Eigentümer des Kurhauskomplexes mit den Seminarräumen, dem großem und kleinen Kursaal sowie dem Restaurant. „Der Pächter war auf uns zu gekommen, weil er die Verwaltung der Räume abgeben und sich auf die Gastronomie konzentrieren will“, erklärte Bürgermeister Ingo Pfennings. Deshalb sei der Erbbaurechtsvertrag in einen langfristigen Pachtvertrag für die Gastronomie umgewandelt worden. „Mit der Übernahme des Gebäudes war aber auch klar, dass sich die Stadt wieder um die Vermarktung kümmern muss“, sagte der Bürgermeister.
Gesellschaft ist aktuell im alten Rathaus in Schleiden untergebracht
Die Aufgaben der Wirtschafts- und Tourismusförderung sowie das Veranstaltungsmanagement hatte die Stadt aber 2022 auf die „Tochter“ GfW übertragen. Dafür bekommt die Gesellschaft jährlich einen Zuschuss in Höhe von 517.000 Euro, der je zur Hälfte aus Mitteln der Wirtschafts- und der Tourismusförderung bereitgestellt wird. Darüber hinaus erhält die GfW aufgrund der Auswirkungen der Flut 2021 auf Wirtschaft, Tourismus und Veranstaltungen ein Sonderbudget von jährlich 50.000 Euro für den Zeitraum von 2023 bis 2026.
Untergebracht ist die GfW aktuell im alten Rathaus in Schleiden. Sobald die Räume im zweiten Obergeschoss im ehemaligen Ose-Gebäude in der Gemünder Innenstadt fertiggestellt sind, soll die Gesellschaft dorthin umziehen. Aber das wird wohl noch einige Zeit dauern.
In dem Gebäude soll zudem die bei der Flutkatastrophe zerstörte Tourist-Info untergebracht werden. Doch während die Kosten für die Tourist-Info komplett über den Wiederaufbau finanziert werden, muss die Stadt Schleiden den geplanten Ausstellungs- und Aufenthaltsbereich mit Seminarräumen für den Nationalpark Eifel und die Herrichtung der Büros für die GfW selbst bezahlen. Von den Gesamtkosten in Höhe von 4,9 Millionen Euro sind das laut aktueller Schätzung drei Millionen Euro. Geld, dass die Stadt zurzeit nicht hat.
Projekt im ehemaligen Ose-Gebäude wurde erst einmal zurückgestellt
„Für die Maßnahmen in den beiden Obergeschossen gibt es keine Fördermittel. Sie müssten über Kredite finanziert werden“, erklärte der Beigeordnete Marcel Wolter. Deshalb habe man das Projekt erst einmal zurückgestellt. Außerdem ist das Vorhaben Teil des Integrierten Innenstadtkonzepts für Gemünd (ISEK), das aktuell noch von einem Büro erstellt wird und für das anschließend noch in diesem Jahr ein Antrag auf eine 60-prozentige Förderung eingereicht werden soll.
In Zusammenhang mit der Übernahme des Kurhauses war zunächst geplant, dass die GfW einige Räume im Bürotrakt in dem Gebäude bezieht und die beiden Kursäle für eigene Veranstaltungen sowie zur Vermarktung von Events nutzt. „Dafür wären zwei Seminarräume weggefallen“, sagte Wolter. Die Kursäle samt Bühne, Backstagebereich und sonstigen Nebenräumen und der Technik werden der GfW für Veranstaltungen mietfrei zur Verfügung gestellt.
Die Lösung hätte für die Stadt erhebliche finanzielle Vorteile gehabt. „Während die Räume im Kurhaus mit geringen Mitteln hergerichtet werden könnten, stehen im Ose-Gebäude ja noch erhebliche Investitionen an“, so der Beigeordnete. Außerdem sei das Kurhaus ein städtisches Gebäude, während die Räume für die GfW im alten Rathaus angemietet seien. Vorteilhaft sei ferner die Nähe zu den Kursälen und zu den zahlreichen Veranstaltungen in der Einstiegszone des Kurparks gewesen. Die Tourist-Info in der Innenstadt sei zu Fuß in wenigen Minuten zu erreichen, argumentierte die Verwaltung.
„Wir haben zahlreiche Gespräche geführt und nach der besten Lösung gesucht“, betonte Pfennings. Am Ende habe man sich dann auf eine andere Variante geeinigt. Die GfW bleibe jetzt in ihren Büros in Schleiden und bekomme einen Vermarktungsauftrag für die Räume im Kurhaus, der erst einmal bis Ende 2027 befristet sei.
„Parallel soll der Markt nach potenziellen Betreibern sondiert werden. Wir sind der Meinung, dass die Räume für eine Vermarktung sehr attraktiv sind“, so Pfennings. In der Vergangenheit hätten dort auch viele Veranstaltungen von Vereinen und Organisationen stattgefunden.
