Ein Zeichen für Zusammenhalt und Solidarität will das THW Schleiden mit Blick auf die Hochwasserkatastrophe setzen. Es lädt zu einem Flutmarsch ein.
Nach der FlutkatastropheTHW Schleiden setzt mit einem Marsch ein Zeichen

Am 14. Juli 2021 wurden beim THW in Schleiden zahlreiche Sandsäcke abgefüllt.
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Fünf Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe lädt die THW-Helfervereinigung Schleiden am Sonntag, 6. September, zum Flutmarsch 2026 ein. Die Veranstaltung soll an die Ereignisse des Sommers 2021 erinnern und zugleich ein Zeichen für Zusammenhalt, Solidarität und den Wiederaufbau in der Region setzen. Die Teilnahme ist kostenlos.
Start- und Zielpunkt ist das Gelände des THW-Ortsverbandes Schleiden an der Weierstraße 8. Die Registrierung beginnt um 7 Uhr, gestartet werden kann zwischen 8 und 10 Uhr. Organisatoren bitten um Anmeldung über den auf der Facebook-Seite des THW Schleiden veröffentlichten Link. Zur Auswahl stehen zwei unterschiedlich lange Rundstrecken.
Die Wanderung führt über Waldwege und schmale Pfade
Der 22 Kilometer lange Original-Flutmarsch richtet sich an geübte Teilnehmerinnen und Teilnehmer, während eine 13 Kilometer lange Strecke insbesondere für Einsteiger, Familien und Gruppen gedacht ist. Beide Routen führen über Waldwege, schmale Pfade und naturbelassene Abschnitte. Entlang der Strecke werden Versorgungs- und Wasserpunkte eingerichtet.
Der Flutmarsch richtet sich an die gesamte Bevölkerung ebenso wie an Einsatzkräfte von THW, Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Bundeswehr. Auch Reservisten sowie alle weiteren Interessierten können teilnehmen. Dabei spielt es keine Rolle, ob in Einsatzkleidung oder in ziviler Kleidung marschiert wird. Für die Sicherheit sorgt eine Marschüberwachung entlang der Strecke. Der zurückgelegte Weg wird elektronisch erfasst.
Der Flutmarsch ist weit mehr als eine sportliche Veranstaltung.
Alle Teilnehmenden erhalten anschließend eine Urkunde mit der Kilometerzahl. Nach dem Marsch lädt die THW-Helfervereinigung Schleiden zum gemeinsamen Ausklang mit einer typischen THW-Mahlzeit und Getränken ein. „Der Flutmarsch ist weit mehr als eine sportliche Veranstaltung“, sagt Ingo Pfennings, Vorsitzender der THW-Helfervereinigung Schleiden.
Menschen mit Fluterfahrungen aus den unterschiedlichsten Bereichen könnten zusammenkommen, Erinnerungen teilen und Gemeinschaft erleben. Gleichzeitig sei die Veranstaltung Ausdruck der Verbundenheit mit den vielen Helferinnen und Helfern, die während der Flut Außergewöhnliches geleistet hätten.
Die Verbundenheit in der Region soll sichtbar werden
Auch in seiner Funktion als Bürgermeister der Stadt Schleiden sieht Pfennings in dem Marsch ein wichtiges Signal. Die Flut habe großes Leid verursacht, zugleich aber gezeigt, wie stark Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung sein könnten. Der Flutmarsch erinnere an das einschneidende Ereignis und richte den Blick gleichzeitig nach vorne – als Symbol für Hoffnung und die Stärke der Region.
Für Daniel Schwarzer, Ortsbeauftragter des THW-Ortsverbandes Schleiden, verbindet die Veranstaltung das Gedenken an die Flutkatastrophe mit den Werten des Technischen Hilfswerks wie Einsatzbereitschaft, Kameradschaft und Verantwortung. Es sei wichtig, Menschen unabhängig von ihrer Zugehörigkeit zu einer Hilfsorganisation zusammenzubringen und die Verbundenheit mit der Region sichtbar zu machen.
Björn Groß hatte die Idee zum Flutmarsch
Die Idee zum Flutmarsch stammt von Björn Groß, Mitglied des THW-Ortsverbandes Schleiden und Soldat der Bundeswehr. Märsche stünden für Ausdauer, Kameradschaft und gegenseitige Unterstützung – Werte, die auch das THW und andere Hilfsorganisationen prägten. Ziel sei es, die Erinnerung an die Flut wachzuhalten und gleichzeitig zu zeigen, dass der Zusammenhalt auch fünf Jahre später noch lebendig ist.
Da die Strecke überwiegend über Naturwege mit Wurzeln, Steinen und unebenem Untergrund führt, empfehlen die Veranstalter festes Schuhwerk sowie ausreichend Getränke im Rucksack. Die Teilnahme erfolgt auf eigene Verantwortung.
Nachwuchs ist beim THW Schleiden immer willkommen
Der heutige Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) Schleiden wurde im Juli 1965 als Ortsverband Hellenthal gegründet. Nach mehreren Standorten in der Gemeinde erfolgte Anfang der 1990er Jahre der Umzug nach Schleiden-Oberhausen, verbunden mit der Umbenennung in THW Ortsverband Schleiden. Das Einsatzgebiet umfasst den Altkreis Schleiden mit den Kommunen Blankenheim, Dahlem, Hellenthal, Kall, Nettersheim und Schleiden. Derzeit engagieren sich 46 aktive Helferinnen und Helfer sowie 16 Jugendliche im Alter von zehn bis 17 Jahren ehrenamtlich.
Während die Erwachsenen dienstags ausgebildet werden, trifft sich die THW-Jugend alle zwei Wochen samstags. Nachwuchs ist jederzeit willkommen. Kern des Ortsverbandes ist der Technische Zug mit Zugtrupp, Bergungsgruppe sowie den Fachgruppen „Notversorgung und Notinstandsetzung“ und „Örtliche Gefahrenabwehr“. Der Zugtrupp koordiniert Einsätze und arbeitet eng mit anderen Hilfsorganisationen zusammen.
Die Bergungsgruppe übernimmt unter anderem Rettungs- und Sicherungsarbeiten nach Unwettern, Gebäudeeinstürzen oder Verkehrsunfällen. Die Fachgruppe Notversorgung sorgt mit Notstrom, Beleuchtung, Unterkünften und Transportkapazitäten für die Infrastruktur bei länger andauernden Einsätzen. Für Hochwasserlagen verfügt der Ortsverband zudem über eine Sandsackfüllmaschine, die bis zu 3000 Sandsäcke pro Stunde befüllen kann. (tom)
