Nach einer Suchaktion mit 100 Einsatzkräften am Mittwochabend wurde der Mann tot aufgefunden. Der Badebetrieb am Zülpicher See starte am Dnnerstag wieder.
Betrieb wieder gestartet85-Jähriger tot aus Zülpicher See geborgen – Kein Fremdverschulden

Im Bereich des Lago Beach suchten die Einsatzkräfte nach dem vermissten Mann und konnten ihn recht schnell orten.
Copyright: Feuerwehr Zülpich/Jakob Priebe
Ein 85 Jahre alter Mann aus Euskirchen konnte am Mittwochabend nur noch tot aus dem Zülpicher Wassersportsee geborgen werden. Nach Angaben der Polizei liegen derzeit keine Hinweise auf ein Fremdverschulden vor.
Am Vormittag hatte der Mann sich daheim von seiner Familie verabschiedet, um nach Zülpich zum Schwimmen zu fahren. Als er später nicht zurückkehrte, wuchs die Sorge der Angehörigen. Laut Polizei machten sie sich zunächst selbst auf die Suche, fanden die persönlichen Sachen des 85-Jährigen. Als sie ihn gegen 21 Uhr noch nicht gefunden hatten, informierten sie die Polizei.
DLRG Euskirchen setzte Sonargerät mit KI zur Suche ein
Es lief eine groß angelegte Suchaktion an. Daran waren neben Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst auch das Kreis-DRK mit der Suchhundestaffel und der Wasserwacht, Kräfte der DLRG Euskirchen sowie Taucher der Feuerwehr Köln beteiligt.
Insgesamt waren es nach Angaben von Einsatzleiter Heiko Bensberg von der Feuerwehr Zülpich rund 100 Kräfte, die sich am Ufer des Lago Beach und im Gewässer auf die Suche nach dem vermissten Mann machten. Sowohl die Rettungskette als auch die Zusammenarbeit der zahlreichen Organisationen lobt Bensberg ausdrücklich: „Das war hervorragend.“

Auch die Feuerwehr Zülpich war an der Suche nach dem Vermissten beteiligt.
Copyright: Feuerwehr Zülpich/Jakob Priebe

Nachdem der 85-Jährige aus dem See geborgen wurde, ermittelt die Polizei nun die Umstände des Todes.
Copyright: Feuerwehr Zülpich/Jakob Priebe
In die Karten spielte den Rettern auch die anhaltende Helligkeit. Ein entscheidendes Einsatzmittel brachte zudem die DLRG mit. Wie Jonah Kehren berichtet, wurde mit einem sogenannten Aqua-Eye, einem Gerät, das die Sonartechnik mit KI kombiniert, gearbeitet. Während noch die seichten Uferbereiche abgesucht wurden, wurde mithilfe des Gerätes auch das Wasser gescannt.
Vereinfacht gesagt kann es menschliche Körper unter der Wasseroberfläche erkennen und beispielsweise von Hölzern unterscheiden. Durch dieses Gerät wurde recht schnell ein Punkt identifiziert, an dem der Mann auch gegen 22 Uhr gefunden wurde. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des 85-Jährigen feststellen.
Der Badebetrieb am Zülpicher See ist wieder gestartet
Gefunden wurde der Mann laut Polizei wenige Meter außerhalb des markierten Schwimmbereichs. Dorthin kann er jedoch getrieben worden sein. Auch wenn die Polizei nicht von einem Fremdverschulden ausgeht, sind die genauen Umstände und Zeitabläufe nun Gegenstand der Ermittlungen. Die exakte Todesursache soll im Zuge einer Obduktion festgestellt werden.
Am Tag nach dem Unglück tummelten sich wieder Badegäste im und am Wassersportsee, auch wenn die Fahnen auf Halbmast hingen. Die Polizei hatte das Gelände im Seepark am Mittwochabend wieder freigegeben. „Wir haben lange überlegt, ob wir nach dem Unglück den Betrieb sofort weiterlaufen lassen“, sagt Christoph M. Hartmann, Geschäftsführer der Seepark gGmbH. Doch angesichts der Hitze habe man sich entschieden, Gäste einzulassen.
Er betont, dass das Strandbad am Zülpicher See eine Badestelle sei und keineswegs ein Freibad. Der Unterschied: An der Badestelle schwimmt man auf eigene Gefahr, im Freibad muss zwingend eine Badeaufsicht vor Ort sein. „Trotzdem haben wir mit dem ASB eine Badeaufsicht vor Ort“, erklärt Hartmann – jeweils zwei Personen seien an Wochentagen von 12 bis 18 Uhr und am Wochenende von 10 bis 18 Uhr am Strand, um für Sicherheit zu sorgen. Wenn keiner Aufsicht führe, sei eine rote Fahne gehisst, um darauf hinzuweisen.
Bei einem Freibad sei eine solche Lösung nicht möglich, das dürfe nicht zugänglich sein, wenn kein Bademeister da sei. Was für das Strandbad logistisch kaum umzusetzen und auch nicht erwünscht sei. „Viele Leute kommen außerhalb der Badezeiten, einfach um am Strand zu sitzen oder mal die Füße ins Wasser zu halten“, sagt Hartmann. Er ist seit 2008 für den Seepark zuständig: „Ich kann mich nicht erinnern, dass es in der Zeit einen Badeunfall gegeben hätte, bei dem ein Mensch zu Schaden gekommen ist.“ Noch wisse er nicht, wie der Mann am Mittwoch verunglückt sei. Doch er könne mit Protokollen nachweisen, dass alle Regeln eingehalten worden seien.
