Gerd Struwe, Leiter der Volkshochschule (VHS) Leverkusen, schlägt Alarm. Zumindest so ein bisschen, denn: Im vergangenen Jahr seien die Integrationskurse „Deutsch als Fremd- und Zweitsprache“ nicht mehr so stark besucht gewesen wie in den Jahren zuvor. Der Grund: Die Zahl der neu zugewanderten Migranten in die Stadt habe im Gegensatz zu den Jahren 2016 bis 2018 abgenommen. Für die VHS an sich sei das zwar kein Problem. Das Angebot könne jederzeit entsprechend angepasst werden, sagte Struwe. Indes: Sollte die Entwicklung so weitergehen, dann müssten die in den Kursen eingesetzten Dozenten um ihre Jobs bangen. Und für manch einen gehe es da um Existenzielles: „Einige absolvierten zuletzt bis zu 30 Stunden pro Woche.“ Die Leverkusener Lage sei zwar noch weit von der anderer Kommunen entfernt – Struwe spricht diesbezüglich von bis zu 50 Prozent weniger Teilnehmern. „Aber wir müssen das im Auge behalten.“
In der Statistik ganz vorn
Ebenso wie die Entwicklung der VHS überhaupt. In der offiziellen Statistik des Deutschen Volkshochschulverbandes (DVV) liege die Leverkusener Einrichtung zwar auf Platz eins bezüglich der Einnahmen. Aber all das bei einer rückläufigen Teilnehmerzahl. Was bedeute: Immer weniger Teilnehmer teilten sich die gleichbleibenden Gesamtkosten eines Kurses, indem sie pro Kopf eben mehr Gebühren zahlten. „Und das dürfen und wollen wir nicht überdrehen.“ Am Programm für Frühjahr und Sommer hat all das allerdings noch keine Auswirkung: Nach wie vor gebe es acht acht Abschlusstests zu den Sprachkursen sowie sieben landeskundliche Prüfungen sowie Einbürgerungstests. Und noch kümmerten sich 25 Dozenten auf Honorarbasis um diese Angebote.
Sozialkonferenz im März
Was sonst noch angeboten wird, sind unter anderem mehrere Kurse und Seminare zu Kunsthandwerkstechniken wie Buchbinden, Handarbeit, Siebdruck oder Sticken. Ein Seminar zum Thema „Leben ohne Plastik“ (20. März). Seminarreihen, in deren Veranstaltungen es um das Sterben und den Tod, die Begleitung von Sterbenden und Schwerkranken geht. Glücksseminare. Und die obligatorischen Sprachkurse. Zwei Sonderveranstaltung stehen im Frühjahr auf dem Programm: die Sozialkonferenz (28. März) zum Thema „Arbeitswelten im digitalen Umbruch – Herausforderungen und Chancen für Leverkusen“. Und die Multimediashow „70 Jahre Schuman-Plan – 70 Jahre Europäische Union“ mit dem Politologen Ingo Espenschied (4. Juni).
Das komplette Programm für Frühjahr und Sommer 2020 ist im Internet einsehbar und liegt zudem in den öffentlichen Institutionen der Stadt aus.
www.vhs-leverkusen.de