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NeujahrsempfangIn Engelskirchen ging’s um eine Sex-and-Crime-Geschichte aus der Bibel

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Aufstellbild mit Frau Professor Doktor Barbara Schmitz und weiteren Personen.

Prof. Barbara Schmitz (3.v.l.) nahm ihre Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine spannende Reise.

Beim Neujahrsempfang der Ökumene Engelskirchen-Ründeroth sprach Prof. Dr. Barbara Schmitz über das Buch Judit.

Großer Andrang herrschte beim ökumenischen Neujahrsempfang am Samstagnachmittag im evangelischen Gemeindehaus in Engelskirchen. Bis auf den Flur saßen die Interessierten auf eilig hinzugeholten Stühlen. Sie alle wollten dem Vortrag über das biblische Buch Judit von Prof. Barbara Schmitz folgen. Sie ist Lehrstuhlinhaberin für Altes Testament und biblisch-orientalische Sprachen an der Universität Würzburg und stammt gebürtig aus Engelskirchen-Loope.

Der Autokrat und sein Feldherr

Zunächst begrüßte Kreisdechant Christoph Bersch die Besucherinnen und Besucher im Namen der Ökumene Engelskirchen-Ründeroth und nicht zuletzt im Namen der neugegründeten pastoralen Einheit Oberberg-Mitte, dem die beiden Gemeinden jetzt zugehörig sind.

Bürgermeister Lukas Miebach stellt in seinem Grußwort den gemeinsamen Dialog in den Vordergrund. Dass er dabei die Gemeinde vor Ort immer mehr als Ansprechpartner für Fragen erlebt habe als die Kölner Kirche, wird von den Zuhörenden mit Applaus beantwortet.

Prof. Barbara Schmitz, zu deren Forschungsschwerpunkten u.a. die jüdische Literatur aus hellenistisch-römischer Zeit und die erzählenden Bücher der Bibel gehören, zeigte unterdessen, dass die Bibel mit dem Buch Judith eine durchaus interessante „Sex-and-Crime-Geschichte“ bereit hält. Es geht um einen Autokraten, der die Weltherrschaft anstrebt und um seinen Feldherrn Holofernes, der die ideologischen Ideen seines Herren gnadenlos umsetzt. Und um Judit, die ihr Volk Israel mit kluger Taktik und großem Mut rettet, indem sie Holofernes enthauptet.

Thema ist brandaktuell

Die Geschichte sei eine historische Collage mit fiktiven Figuren, so erklärte die Professorin, aber die behandelten Themen seien bis heute aktuell. So zum Beispiel die Diskussion um den Tyrannenmord: Ist es ethisch-moralisch legitim, einen Menschen zu ermorden, um viele Menschenleben zu retten?

Prof. Schmitz trägt ihre wissenschaftliche Betrachtung mit durchaus humorvollen Aspekten vor, so dass es zwischendurch immer wieder Grund zum Lachen gibt – auch Lacher zu hören sind.

Musikalisch wird der Nachmittag mit Klezmer Musik von der Gruppe Freylechs ergänzt und in der anschließenden Diskussion ziehen die Besucherinnen und Besucher parallelen zu anderen biblischen Geschichten und zur heutigen Zeit.