Spannende ZeitenEngelskirchen plant neue Attraktionen für Touristen in 2023

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Es ist die Alte Bücherfabrik in Ründeroth zu sehen.

Die Alte Bücherfabrik in Ründeroth harrt der Revitalisierung.

Wie sieht die Zukunft für Engelskirchen aus? In diesem Jahr sollen mehrere Projekte weiterentwickelt werden, unter anderem das Höhlenerlebniszentrum.

Taugt die Debatte über die Zukunft der Alten Bücherfabrik in Ründeroth als Leitmotiv für eine Analyse der Engelskirchener Politik? Eigentlich nicht.

Zwar dominiert das Thema die Tagesordnung vieler Sitzungen, und natürlich ist die Frage, ob und wie aus der Industriebrache ein Bürgerzentrum mit Veranstaltungshalle sowie eine Gesundheitsmanufaktur werden kann, von weitreichender Bedeutung. Es handelt sich zweifellos um ein Leuchtturmprojekt.

Lokale „Zeitenwende“ in Engelskirchen?

Und natürlich treibt diese Frage auch die Bürger um – nicht nur in Ründeroth. Aber doch ist die Debatte nicht typisch, denn andere Weichen sind in den vergangenen Jahren oft quer durch die Parteienlandschaft einvernehmlich gestellt worden.

Oder zeigt sich an der Diskussion womöglich eine lokale „Zeitenwende“? In der Haushaltsdebatte im Dezember hatte FDP-Ratsherr Christopher Skerka betont, man habe in den vergangenen zehn guten Jahre viel auf den Weg gebracht, „oft auch einstimmig. Aber jetzt gehen wir schwierigen Zeiten entgegen.“

Positiver Rückblick auf die letzten zehn Jahre

Und damit sei die Frage verbunden, ob es mit der Einigkeit wohl so weitergeht. Auch Bürgermeister Dr. Gero Karthaus hat zuletzt in verschiedenen Zusammenhängen betont, dass die Gemeinde allerhand auf die Beine gestellt hat, „in den letzten zehn Jahren, trotz enger Rahmenbedingungen“.

Er verweist gerne auf die Schullandschaft mit dem sanierten Aggertal-Gymnasium, die auch dank des Engagements der Vereine auf Vordermann gebrachten Sportanlagen und „manche Investition in grundlegende Verbesserungen der Infrastruktur“. Dabei sei der Haushalt seit sieben Jahren ausgeglichen, es seien Verbindlichkeiten abgebaut und Rücklagen gebildet worden.

Immer mehr Menschen wollen nach Engelskirchen ziehen

All das trage dazu bei, dass Engelskirchen „überrannt wird“ von Menschen, die in die Gemeinde ziehen möchten, wie Karthaus sagt: Da sei etwa eine große Kölner Community, dann seien es Menschen aus Oberberg und Rhein-Berg – und nicht zuletzt die jungen Engelskirchener, die in ihre eigenen vier Wände ziehen möchten.

Das soziale Umfeld zöge die Menschen ebenso an wie der hohe Freizeitwert, die Natur vor der Haustür und die Nähe zu Köln mit seinen großstädtischen Angeboten. Bürgermeister und Verwaltung betonen, dass eine – nicht zuletzt von den Grünen prognostizierte – Schrumpfung der Einwohnerzahl Engelskirchens ein „Märchen“ sei.

Schwierigkeit bei Suche nach Bauplätzen steigt

Etwaige Wachstumsträume wären allerdings schnell ausgeträumt, denn Bauplätze sind immer schwieriger zu identifizieren. Aus den unterschiedlichen Erwartungen an die Zukunft erwachsen dann naturgemäß auch verschiedene Politikansätze, wie das Beispiel Buschhausen wenig überraschend zeigt.

Ein Teil der heute in Buschhausen lebenden Menschen und der Naturschutzbund lehnen das dort geplante Neubaugebiet mit Unterstützung der Grünen ab. Alle anderen Parteien und der andere Teil der Nachbarschaft wollen dort ein womöglich letztes zusammenhängendes Neubaugebiet möglich machen.

Gewerbesteuereinnahmen könnten bei 18 Millionen Euro liegen

Der große Waldanteil und die Tallage der Gemeinde erschwert in gleicher Weise die Identifizierung weiterer Gewerbeflächen. Gerade werden die letzten 8000 Quadratmeter in Wiehlpuhl, die sich im Besitz der Gemeinde befinden, vergeben.

Bemerkenswert: Obwohl sich schon seit Jahren aus Platzmangel kein zusätzliches Gewerbe ansiedeln lässt, könnten die Gewerbesteuereinnahmen für 2022 bei erstaunlichen 18 Millionen Euro liegen. Richtet man den Blick in die Zukunft, stehen weitere spannende Entwicklungen an.

20.000 – 30.000 Besucher pro Jahr erwartet

Das alte Ründerother Bahnhofsgebäude soll in ein Hotel mit Restaurant umgebaut werden. Man muss kein Touristiker sein, um den Bogen zum geplanten Höhlenerlebniszentrum herzustellen. Rund um die Aggertalhöhle soll ja in Zukunft eine Attraktion entstehen, die eindeutig auch auf Besucher von außerhalb zielt.

Von 20.000 bis 30.000 pro Jahr war bei der Vorstellung die Rede – „konservativ gerechnet“, hieß es; Bürgermeister Karthaus hatte angekündigt, man strebe landes- und bundesweite Bedeutung an. Gelingen soll das unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Cologne GameLab der Technischen Hochschule Köln. (sül)

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