Martine Dupont räumt ihre Werkstatt nach und nach leer. Seit 2009 hatte sie dort gearbeitet.
KunstbrandMartine Dupont muss aus ihrem Lindlarer Keramik-Atelier raus

Martine Dupont sucht einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für ihre Keramikwerkstatt.
Copyright: Dennis Börsch (Archivfoto)
„Mit Wehmut“ muss Martine Dupont ihre Keramikwerkstatt in der Lindlarer Ortschaft Kalkofen schließen. „Gesundheitlich geht es einfach nicht mehr“, begründet sie ihre Entscheidung. 2009 hatte Martine Dupont ihr Atelier „Kunstbrand“ in Kalkofen 1 eröffnet. Zuvor hatte sie in Bergisch Gladbach in der Alten Dombach im Turm der Papiermühle eine Werkstatt. „13 Jahre war ich dort“, erzählt Dupont. Mit dem Umzug nach Lindlar bezog sie ein ebenerdiges Atelier. „Mit dem großen Vorteil, dass ich das Material nicht mehr Treppen herauftragen musste.“
Studium für die Passion aufgegeben
Dupont studierte Kunstgeschichte, brach das Studium aber zugunsten ihrer Passion für die Töpferei ab. 1982 absolvierte sie dann eine Ausbildung zur Keramikgesellin in Bruchhausen-Vilsen. „Die Arbeit mit Ton und Lehm, und mit den eigenen Händen etwas zu schaffen, das war immer meins“, sagt sie rückblickend. Die Vase, die von der Seite betrachtet wie ein Kopf aussieht, gehört zu ihren Steckenpferden. Neben Gebrauchsgegenständen hat Martine Dupont Keramikkunst geschaffen. Schon früh sei sie kunstinteressiert gewesen, sagt sie. Und so schuf sie auch Raumobjekte aus Ton, wie ihre Skulpturen. Aus Lehm stellte sie Urnen her – ungebrannt und ökologisch abbaubar.
Zu ihrer Vita gehören ebenso Projektarbeiten. Am Marktplatz in Bergisch Gladbach gestaltete sie 2007 beispielsweise die Außenansicht der dortigen Stromkästen. „Dazu habe ich Fotografien auf Folien gezogen“, blickt sie zurück. 2011 war Dupont zudem an der Ausstellung „Take Five“ in Bensberg beteiligt und schuf Installationen zum Thema Faulheit. „Projekte umzusetzen, auch das war immer cool.“
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In ihrer Zeit in Bergisch Gladbach leitete sie vier Jahre lang als Vorsitzende den dortigen Arbeitskreis der Künstler – bis sie 2009 nach Lindlar kam. Auch in Kalkofen lud sie regelmäßig zu offenen Ateliertagen ein – stets auch zum „Tag der Töpferei“. Besonders gern erinnert sich Dupont an „Kalkofen hautnah“, bei der im September 2024 Künstler und Kunsthandwerker aus Kalkofen mit Malerei, Skulpturen, Schmuck, Keramik und Stoffobjekten Besucherinnen und Besucher anlockten – und die sie initiiert hatte. „Das war eine tolle Sache.“
Man muss loslassen können, wenn es nicht mehr geht.
Doch jetzt sei es Zeit für den Cut. „Man muss loslassen können, wenn es nicht mehr geht“, sagt Martine Dupont. Nach und nach wird sie das Atelier bis März auflösen. Die Werkstatt in Kalkofen 1a würde sie gerne an jemanden übergeben, der Interesse hat. „Wenn das klappen würde, würde ich mich sehr freuen“, sagt sie. Die Räumlichkeit im Hof Müller ist voll ausgestattet, mit Töpferscheiben, Brennofen und allem, was es noch zum Töpferhandwerk braucht. Ihre noch vorhandenen Keramik-Werke werden weiterhin über die Blumenbindewerkstatt Jansen in Lindlar vertrieben.
Wer Interesse an der Töpferwerkstatt – oder auch nur an einzelnen Gerätschaften – hat, der kann unter info@kunstbrand.de mit Martine Dupont Kontakt aufnehmen.

