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SchuleBauzeit für Sanierung des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums in Bergisch Gladbach verlängert sich

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Das Foto zeigt die Baustelle des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums

Baustellle des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums in Bergisch Gladbach

Die Stadt Bergisch Gladbach will aus der Pannenserie bei der Sanierung des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums lernen

Das Wort „Bauzeitverzögerung “ ist bei den städtischen Planern in Bergisch Gladbach wenig populär. Es bedeutet: Ein Schulsanierung dauert deutlich länger als gedacht und bei den Baukosten sieht es auch ungünstig aus. Baudezernent Thore Eggert formuliert es für das Nicolaus-Cusanus-Gymnasium an der Reuterstraße deshalb anders: „Es gibt eine Aufsummierung von Ungünstigkeiten.“ Und: „Wir müssen uns einmal ehrlich machen.“ Gleichwohl wolle die Stadt aus der ungünstigen Situation für die Zukunft lernen. Schulleiter Sven Hees, in der Vergangenheit mit kritischen Tönen zu Pannen zitiert, sagt: „Wir haben gute Perspektiven.“ Diese verzögern sich aber zeitlich nach hinten.

Fertigstellung zum Jahresende

Für die seit Jahren unter Zeitverzug stehende Sanierung der Schulgebäude, begonnen 2020, hat die Stadt jetzt eine aktualisierte Zeitschiene vorgestellt. Jetzt im April sei geplant gewesen, Aula, Nordtrakt und Verwaltung fertigzustellen, erläutert Geschäftsbereichsleiterin Alexandra Meuthen. Problem: die Aula. Hier hakt es offenbar erheblich. Die Fertigstellung dieses Bereiches verschiebt sich laut Stadt von Sommer 2026 auf Winter/Jahresende 2026.

„Leider sind bei der Ausschreibung auch faule Eier dabei gewesen“, gibt die Planerin einen Einblick ins Innenleben der Sanierung. Auf Nachfrage sagt Meuthen, faule Eier seien Baufirmen, die etwa wegen Insolvenz ihre Gewerke nicht in Angriff nehmen könnten. Oder mangelhafte Bauleistungen erbracht hätten, mit Kündigung der Verträge durch die Stadt. Und wenn es einmal nicht rund laufe, habe dies Auswirkungen auf alle nachfolgenden Handwerker.

Verträge neu aushandeln

Neue Verhandlungen mit den Unternehmen seien die Folge, möglicherweise auch mit Kostensteigerungen. Daraus müsse jetzt das Beste für die Schulgemeinschaft gemacht werden, betont Schulleiter Hees und verweist auf stabile Anmeldezahlen bei den Fünftklässlern. Der starke Zusammenhalt der Schulgemeinschaft gebe Kraft, die nächsten Monate mit der Baustelle auf dem Schulgelände zu überstehen.

Es ist dies aber nicht die einzige Verzögerung. In den letzten Sommerferien tauchte plötzlich Schimmel in den Schulcontainern auf, Ersatzbauten mussten bestellt werden.

Neu auf der Verzögerungsliste: Der Abbruch des Südtrakts, ursprünglich in diesem Sommerferien vorgesehen, verschiebt sich in der aktualisierten Prognose um ein Jahr nach hinten. Für den Mitteltrakt gibt die Stadt jetzt nicht mehr den Sommer 2026 als Zeitpunkt der Fertigstellung an, sondern Winter 2027. Die Sanierung der Oberstufengebäude soll 2028 und 2029 angegangen werden.

Störanfällige Sanierung

„Eine Sanierung in dieser Größenordnung mit vielen Einzelgewerke ist extrem störanfällig“, sagt Alexandra Meuthen. Die Stadt reflektiere die Abläufe und schaue auch selbstkritisch auf die Situation. Im März sei auch Infoveranstaltung für Schüler, Lehrer und Eltern vorgesehen. Die Sanierung des Gymnasiums stand in den vergangenen Jahren unter keinem günstigen Stern.

Von zunächst 27,3 Mio. Euro sprangen die Kosten auf zuletzt 48,4 Mio. Eine neue Prognose sei in Vorbereitung, sagt Meuthen, und werde im April im Schulausschuss vorgestellt. Das noch eine Schüppe bei der Ausgaben aufgesattelt werden muss, ließ die Geschäftsbereichsleiterin bereits durchblicken. Die Stadt, so berichtet es Thore Eggert, wolle aus der Situation am NCG lernen für die weiteren Bauprojekte.

Damals andere Strukturen

Das betrifft auch alle Projektverantwortlichen innerhalb der Verwaltung, neben Eggert und Meuthen den Beigeordneten Stephan Dekker und mit Barbara Kirschner eine weitere Geschäftsberechsleiterin. Als vor knapp zehn Jahren erste Planungen für die Sanierung des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums erörtert wurden, habe es andere Strukturen gegeben, erläutert Eggert.

Für die Zukunft wolle die Stadt alles daran setzen, dass sich eine Situation wie bei der NCG-Sanierung nicht wiederhole. Offenbar will die Stadt versuchen, sich strukturell anders gegenüber den beauftragten Unternehmen aufzustellen.

Die nächsten Sanierungs- und Neubauprojekte stehen bereits fest. Die Integrierte Gesamtschule in Paffrath steht dabei vor der größten Herausforderung, das rund fünf Jahrzehnte alte Gebäude gilt als marode. Zur Baustelle werden absehbar auch das Albertus-Magnus-Gymnasium Bensberg, die Katholische Grundschule in Bensberg sowie die Grundschulen an der Steinbreche in Refrath und in Kippekausen.

Das NCG und die GGS Bensberg werden die ersten beiden Schulen sein, deren Sanierung/Neubau in nächster Zeit fertiggestellt werden wird. Auch der Bau einer Rotationsschule in Heidkamp und der Neubau der Grundschule Herkenrath steht an. „Wir machen unsere Hausaufgaben“, sagt dazu der Baudezernent.