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Gründer-ShowEnkel Phil aus Morsbach nimmt Opa Heinz (98) mit in die „Höhle der Löwen“

5 min
In der „Höhle der Löwen“: Phil Janßen (links) aus Morsbach-Lichtenberg, Philipp Battisti (Mitte) aus Kamp-Lintfort und Thorben Engel aus Reichshof-Odenspiel (rechts) präsentieren „Steets“, die Abstellhilfe für Gehstützen. Sie erhoffen sich ein Investment von 300.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile.

In der „Höhle der Löwen“: Phil Janßen (links) aus Morsbach-Lichtenberg, Philipp Battisti (Mitte) aus Kamp-Lintfort und Thorben Engel aus Reichshof-Odenspiel (rechts) präsentieren „Steets“, die Abstellhilfe für Gehstützen. Sie erhoffen sich ein Investment von 300.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile.

Heinz Schlechtingen aus Lichtenberg unterstützt die Gründer Phil Janßen, Thorben Engel und Philipp Battisti im Ringen um einen Löwen-Deal.

Während Phil Janßen längst nicht mehr weiß, wie er seine zitternden, feuchten Hände in Schach halten soll, ist sein Großvater Heinz Schlechtingen die Ruhe in Person. Und als sich endlich die Schiebetüren öffnen, tritt der 98-Jährige aus Morsbach-Lichtenberg entspannt ins Licht der Scheinwerfer, vor die Kameras und in die „Höhle der Löwen“. Denn Opa und Enkel sind gekommen, um zu pitchen: Sie wollen einen Deal ergattern in der Sendung, die gerade in die 18. Staffel gegangen ist und in der seit dem Jahr 2014 mutige Gründerinnen und Gründer Geld bekommen können von namhaften Investoren.

„Steets“ heißt das Unternehmen, das die Freunde Phil Janßen aus Lichtenberg, Thorben Engel aus Reichshof-Odenspiel und Philipp Battisti aus Kamp-Lintfort vor etwas mehr als drei Jahren gegründet haben. „Und irgendwann war uns klar, dass wir uns jemanden mit strategischer Erfahrung an die Seite holen müssen, dass wir Unterstützung brauchen, um weiterzukommen“, blickt der 31-jährige Janßen zurück.

Opa Heinz lässt sich nicht zweimal bitten: Der Morsbacher will unbedingt mit in die „Höhle der Löwen“

Als die Entscheidung fällt, dass der Weg in die „Höhle der Löwen“ führen soll, steht für Heinz Schlechtingen – von 1987 bis 1997 war der CDU-Mann ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Morsbach – prompt fest: „Ich gehe mit und lasse die Jungs nicht allein und helfe ihnen, wo ich nur kann.“ Und das tut der Senior nicht nur im Fernsehstudio: Der frühere Bundesbahn-Oberamtsrat und Vertriebsgeschäftsführer im Güterverkehr der Deutschen Bahn ist nicht nur beharrlicher, kraftspendender Motivator, sondern auch emsige Testperson.

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Phil Janßen, Gründer des Unternehmens Steets aus Morsbach-Lichtenberg, mit seinem Opa Heinz Schlechtingen, einst Bürgermeister von Morsbach. Natürlich benutzt der bald 99-Jährige das Abstellsystem für Gehhilfen, das sein Enkel mitentwickelt hat.

Phil Janßen, Gründer des Unternehmens Steets aus Morsbach-Lichtenberg, mit seinem Opa Heinz Schlechtingen, einst Bürgermeister von Morsbach. Natürlich benutzt der bald 99-Jährige das Abstellsystem für Gehhilfen, das sein Enkel mitentwickelt hat.

Janßen, Engel und Battisti (beide 30) haben eine Abstellhilfe entwickelt, die dafür sorgt, dass Gehstöcke und Gehhilfen jeglicher Art auch alleine stehen und nicht mehr umkippen, gibt man sie aus der Hand. Die Idee zu dieser Erfindung hat Phil Janßen vor fast 15 Jahren, damals besucht der spätere Abiturient die städtische Gesamtschule in Waldbröl. „Ich habe immer wieder gesehen, wie die Gehhilfen meiner Oma Maria hinfielen, und suchte nach einer Lösung, wie man diese überall sicher abstellen kann – egal, ob im Badezimmer, an der Bushaltestelle oder beim Arztbesuch.“

Bei einem Wochenendtrip nach Budapest weiht Phil Janßen die Freunde in sein Vorhaben ein

Bei einem Wochenendtrip nach Budapest Ende 2019 weiht Janßen, er hat Film und Fernsehen an der Fachhochschule in Dortmund studiert, den Betriebswirtschaftler Battisti und den Medizintechniker Engel in seine Pläne ein, ein mobiles Stützsystem für Gehhilfen zu bauen. „Dabei wollten wir von Anfang an einfach alles denken“, ergänzt der Gründer.

Genau das kommt in der „Höhle der Löwen“ gut an, als die drei Männer Ende Februar in den Kölner MMC-Studios vor den Investoren Carsten Maschmeyer, Ralf Dümmel, Judith Williams, Janna Ensthaler und Frank Thelen stehen. Nach sechsjähriger Höhlen-Pause unternimmt der Bonner Ur-Löwe Thelen in diesem Jahr ein Comeback in der Gründershow. Er ist hellauf begeistert von Steets: „Es wurden schon ganz viele Lösungen in der ,Höhle der Löwen‘ präsentiert, aber das ist eine der elegantesten Lösungen, die ich hier jemals gesehen habe.“ Seit 2022 schützt ein Patent diese Erfindung.

Immer schon ein Herz und eine Seele: Der Start-up-Gründer Phil Janßen als vierjähriger Junge 1998 mit seinem Opa Heinz Schlechtingen bei der Gartenarbeit in Morsbach-Lichtenberg.

Immer schon ein Herz und eine Seele: Der Start-up-Gründer Phil Janßen als vierjähriger Junge 1998 mit seinem Opa Heinz Schlechtingen bei der Gartenarbeit in Morsbach-Lichtenberg.

Auch Opa Heinz Schlechtingen geht heute nicht mehr ohne aus dem Haus: „Neulich bin ich sogar in einem Restaurant darauf angesprochen und gefragt worden, wo man das bekommen kann“, verrät er und bekennt: „Die ‚Höhle der Löwen‘ habe ich zuvor noch nie gesehen – und ich kannte keinen der Menschen, die da in den Sesseln sitzen.“

Als die Münchner Unternehmerin Judith Williams, selbst Gründerin eines Beauty-Konzerns, nach Schlechtingens Geheimrezept für ein so hohes Lebensalter fragt, antwortet der Ur-Lichtenberger sofort: „Nicht sterben.“ Das sei ihm heute aber ein wenig unangenehm, bedauert Schlechtingen. „Auf solchen Smalltalk war ich wohl nicht vorbereitet.“ Der 98-Jährige gilt übrigens als der älteste Sendungsgast bisher.

Einen Wunsch-Investor haben Phil Janßen, Thorben Engel und Philipp Battisti indes nicht. „Ralf Dümmel erschien uns jedoch besonders passend: sympathisch und mit starker Vertriebsexpertise“, schildert der Lichtenberger. Sein Ziel und das der beiden Mitstreiter ist es, 300.000 Euro zu ergattern und dafür 15 Prozent von ihrem Unternehmen an einen Löwen abzugeben.

Ob das Trio Erfolg hat, das ist ab dem kommenden Montag, 1. September 2025, ab 0.01 Uhr zunächst auf dem Streaming-Portal RTL+ und dann am Montag, 8. September 2025, in der Fernsehausstrahlung auf Vox ab 20.15 Uhr zu sehen. Wir werden weiterhin berichten.

Übrigens: Am Sonntag zuvor feiert Heinz Schlechtingen im Kreise der Familie seinen 99. Geburtstag.


Das ist die Stütze für die Stütze aus Morsbach-Lichtenberg

So funktioniert Steets: Drückt man einen Hebel unter dem Knauf der Gehhilfe, fahren – Zack! – vier Stützfüße aus und halten Stock oder Krücke stabil in der Senkrechten. Der erste Prototyp entsteht 2020. Weil Philipp Battisti und Thorben Engel damals in Paderborn studieren, geschieht dies noch während des Studiums unter dem Dach des Gründerzentrums „Garage 33“ der Universität dort. In der Nümbrechter Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik wird die Abstellhilfe wieder und wieder auf ihre Alltagstauglichkeit geprüft.

Seit 2022 schützt ein Patent die Erfindung. Hergestellt werden die Produkte von Steets aus recyceltem und umweltfreundlichem Kunststoff heute in Bad Salzuflen, in den Werken des Automobilzulieferers Rollax. 1000 Stück pro Woche kann das Gründerteam derzeit ausliefern – es gibt sowohl vollausgestattete Gehhilfen als auch nur 159 Gramm schwere Abstell-Adapter für vorhandene Gehstützen. Phil Janßen: „Unser Produkt passt auf jedes Modell.“ Jegliches Zubehör, das für das einfache Anbringen benötigt wird, findet sich zudem in jedem Paket.

Büros haben Janßen und seine Mitstreiter Engel und Battisti heute am Chlodwigplatz in Köln und weiterhin in Paderborn.

www.steets-lab.com