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TagungTreffen der rheinischen Kirchenleitung in Nümbrecht

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Das Foto zeigt Teilnehmer des Treffens der Rheinischen Kirchenleitung in Nümbrecht, mit Präses Thorsten Latzel (Mitte) und Superintendent Michael Braun (links).

Erstmals tagte die Rheinische Kirchenleitung im Oberbergischen und traf sich in Nümbrecht mit Vertretern des Kirchenkreises An der Agger.

Thema der zweitägigen Veranstaltung war insbesondere das geistliche Profil der Kirchengemeinden.

Erstmals im Oberbergischen tagte die Rheinische Kirchenleitung am Freitag und Samstag in Nümbrecht. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, hat sich dafür mit seinen Kollegen von der Kirchenleitung mit dem Kreissynodalvorstand (KSV) des Evangelischen Kirchenkreises „An der Agger“ am Freitagnachmittag im Gemeindehaus Nümbrecht zu einem Austausch getroffen.

Kirchenferne Menschen ansprechen

Thema war vor allem das „Geistliche Profil der Kirchengemeinden“, wobei der ländliche Kirchenkreis „An der Agger“ in der rheinischen Kirche mit seinen 34 Kirchenkreisen als besonders vielfältig gilt. Er hat sich  sehr innovativ mit schnellen Umsetzungen des Pfarrstellenkonzepts 2030, der Verwaltungsstrukturreform und der Einrichtung der Pfarrstelle „Segen An der Agger“ im Jahr 2024 gezeigt.

Im Rahmen dieser Pfarrstelle für innovative Projekte, die kirchenferne Menschen ansprechen sollen, wurden beispielsweise die Formate „Tage mit Goldrand“, „Einfach heiraten“ in Gummersbach und die Vesperkirche „Kostbar“ in Wiehl entwickelt. Die Pfarrstelle war von der Kreissynode im Herbst 2023 zunächst als Pfarrstelle „Auf dem Markt“ eingerichtet und im Rahmen des landeskirchlichen Programms „Erprobungsräume“ mit einer Unterstützung von mehr als 100.000 Euro jährlich als besonders förderungswürdig eingestuft worden.

Auftakt für das Treffen der beiden Kirchenleitungen war eine gemeinsamen Andacht in der evangelischen Kirche Nümbrecht. In seiner Begrüßung fokussierte sich Skriba Andreas Spierling, Pfarrer der Kirchengemeinde Lieberhausen-Bergneustadt, auf das Markus-Evangelium und das höchste Gebot „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen“.

Superintendent Michael Braun widmete sich zunächst der Geschichte Nümbrechter Pfarrer über die Jahrhunderte. Früher hätten diese vermutlich Probleme gehabt, abends über die Straßen zu gehen und Schlägereien zu vermeiden, falls sie zuvor in der Predigt zur Mäßigung beim Alkoholkonsum gemahnt hatten: „Nach meinen Recherchen gab es Mitte des 19. Jahrhunderts 34 Kneipen in Nümbrecht.“

Oberberg als Beispiel für lebendige Kirche

Die Frage sei immer, was zu tun sei, wenn althergebrachte Lösungen nicht mehr tragen. Einfach vergessen sei jedoch keine Option, denn eine reichhaltige Geschichte sei ein wertvolles Gut: „Diesen Schatz müssen wir nutzen und dürfen ihn nicht nur museal verwahren.“ Nach dem Segen von Synodalassessor Oliver Cremer informierte sich die Rheinische Kirchenleitung bis in die Abendstunden, wie lebendige Kirche im Oberbergischen funktioniert. Am Samstag traf sie sich zu einer Klausurtagung im Derichsweiler Hof.

Aktuell wichtige Themen in der Landeskirche sind neue Formen der Gemeindearbeit und das Programm der Erprobungsräume.