Reisebüros und Urlauber aus Oberberg erzählen, welche Ziele gefragt sind und wie steigende Preise die Pläne verändern.
Von Mallorca bis ThailandSo machen die Oberberger Urlaub

Natalja Schlese aus Gummersbach auf ihrer Reise auf Korsika.
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Ob Mallorca, Griechenland, Fuerteventura oder mit dem Auto nach Holland: Wenn die Oberberger verreisen, sind die Vorlieben unterschiedlich. Manche zieht es immer wieder an denselben Ort, andere möchten möglichst viel von der Welt sehen. Doch zunehmend entscheidet auch der Geldbeutel darüber, wohin die Reise geht und wie lange sie dauert.
Stefanie Huland, Büroleiterin beim Reisebüro Naumann, nennt Griechenland als besonders gefragtes Ziel, auch die Türkei sei im Sommer beliebt. Insgesamt beobachtet sie in diesem Jahr allerdings einen Rückgang bei den Buchungen. Gründe seien vor allem die unsichere weltpolitische Lage sowie gestiegene Reise- und Lebenshaltungskosten. Besonders Familien mit mehreren Kindern müssten Abstriche machen: Aus zwei Wochen Spanien in den Sommerferien werde beispielsweise eine Woche Türkei in den Herbstferien.
Nadine Fischer von DER Touristik in Lindlar macht dagegen eine andere Erfahrung. „Die Reiselust ist ungebrochen“, sagt sie. Mallorca sei weiterhin die Nummer eins, auch Griechenland werde häufig gebucht. Bei Fernreisen liege Thailand vorne.
Urlauber wollen mehr erleben
Verändert habe sich teilweise die Art des Reisens. Fischer beobachtet eine steigende Nachfrage nach Rund-, Wanderreisen und Kreuzfahrten. Familien achten dagegen vor allem auf kinderfreundliche Anlagen, Poollandschaften und All-inclusive-Angebote. Für zwei Wochen Flugurlaub mit zwei Kindern liege die finanzielle Schmerzgrenze bei vielen bei rund 5000 Euro.
Wie sehr die Kosten die Planung beeinflussen, erlebt Natalja Schlese aus Gummersbach. Die 45-jährigeChemikerin und Dozentin am Berufskolleg in Dieringhausen ist mit ihrem Mann und den beiden Kindern schon viel gereist – unter anderem nach Spanien, Italien, Thailand und Korsika. „Unser Fokus ist wirklich, die Wohnung zur Miete, aber dafür die Welt sehen“, sagt sie.

Stefanie Huland weiß, welche Urlaubsziele derzeit besonders gefragt sind.
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In diesem Sommer ist ein großer Familienurlaub finanziell dennoch nicht drin. Stattdessen macht jedes Familienmitglied kleinere Ferienausflüge, im Herbst soll es möglicherweise mit dem Auto nach Dänemark gehen. Flugreisen seien momentan zu teuer. Für vier Personen und vier Wochen Urlaub müsse die Familie inzwischen mit mindestens 5000 Euro rechnen.
Auch Michael von Wantoch aus Bergneustadt merkt die Preissteigerungen. Der 52-Jährige reist bereits das vierte Jahr in Folge alleine nach Fuerteventura. Für seine erste Reise zahlte er rund 1200 Euro für zwei Wochen, diesmal sind es 1500 Euro für neun Tage. Trotzdem bleibt er der Insel wegen ihrer Strände, des Windes und der Ruhe treu. „Wenn ich Urlaub mache, möchte ich meine Ruhe haben.“
Das ist für mich wie ein Hotel auf dem Wasser, wie so ein Käfig
Björn und Ina Krefting aus Gummersbach bevorzugen dagegen Aktivurlaub. In diesem Jahr waren sie zwei Wochen in Holland und eine Woche in Südtirol. In den Niederlanden wird Rad gefahren, in Südtirol Ski. Für eine Woche Holland rechnen sie mit etwa 1000 bis 1200 Euro, Südtirol koste ungefähr 2000 Euro.
Beim Thema Kreuzfahrt sind sich die beiden noch uneinig. Björn Krefting würde nach früheren Schiffsreisen gerne wieder an Bord gehen. Seine Frau Ina ist skeptischer: „Das ist für mich wie ein Hotel auf dem Wasser, wie so ein Käfig.“ Ausgeschlossen ist die gemeinsame Kreuzfahrt dennoch nicht.
Kreuzfahrten sind stark gefragt
Damit liegen die Kreftings mitten in einem Reisetrend. Die Reisebüros berichten von einer hohen Nachfrage nach Kreuzfahrten. Besonders Touren mit Start und Ziel in Deutschland seien beliebt, sagt Huland. Auch für Familien könnten sie eine Alternative sein.
Gebucht wird meist früh. Huland schätzt den Vorlauf auf durchschnittlich ein halbes Jahr, erste Reisen für den Sommer 2027 und Kreuzfahrten für 2028 seien bereits reserviert. Innerhalb von Europa verbringen die Kunden meist sieben bis zehn Nächte am Urlaubsort, bei Fernreisen sind es in der Regel mindestens zwei Wochen.
Deutschland spielt beim Haupturlaub in den Reisebüros dagegen kaum eine Rolle. Gefragt sei es eher für Wochenenden und Städtereisen – wobei Fischer darauf hinweist, dass viele solche Aufenthalte direkt und nicht über ein Reisebüro buchen.
So unterschiedlich Ziele und Vorstellungen sind: Die Lust aufs Reisen ist bei vielen Oberbergern weiterhin vorhanden. Doch vor allem für Familien entscheidet der Preis immer häufiger darüber, wie weit es geht und wie lange der Urlaub dauert.
