Die Knallerei ist für die Vierbeiner eine Zumutung: So bereiten sich Hundehalter, Tierärzte und der Vogelpark auf den Silvestertag vor.
FeuerwerkOberbergische Hundehalter fliehen zum Flughafen

Nicht nur Hunde reagieren auf den Lärm empfindlich.
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Silvester feiern in der Wartehalle des Flughafens Köln-Bonn? Was für die einen ziemlich öde klingt, ist für Labrador Schoko und seine Besitzer die Rettung. Denn Schoko gerät völlig außer sich, wenn draußen die Knallerei beginnt und Raketen in den Himmel zischen. Im vergangenen Jahr haben seine Halter schon lange vor Mitternacht, wenn die Ungeduldigen losböllern, im Keller gesessen und ihm die Ohren zugehalten. Dass es in diesem Jahr ein ruhiges Silvester im Flughafen wird, verdanken sie einem Tipp der Engelskirchener Tierarztpraxis Bücheler.
Denn dort hat man beobachtet, dass vor allem Hunde panisch reagieren und entsprechend eine große Nachfrage ihrer Besitzer nach Beruhigungsmitteln besteht.
Im Eckenhagener Vogelpark gilt Stallpflicht
„Manchmal helfen pflanzliche Mittel, anderen Tieren werden stärkere Medikamente verschrieben, die für Entspannung und eine geringere Geräuschempfindlichkeit sorgen“, erklärt eine Mitarbeiterin. Denn wie Schoko leiden viele Tiere unter dem Lärm, der über sie herein bricht.
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„Das ist für sie wie ein Gewitter, wenn das Spektakel auf den Bergen gegenüber losgeht“, weiß Ludger Schmidt vom Affen- und Vogelpark Eckenhagen. Dort bleiben alle Tiere im Stall, „allein schon wegen der Vogelgrippe, da bekommen sie nicht so viel mit.“ Das sei vor allem wichtig für Fluchttiere wie die Flamingos, auch die Erdmännchen würden schnell nervös. Diese seien wie die Totenkopfäffchen weit genug von den Wohnhäusern der Nachbarschaft untergebracht. Die Berberaffen seien nicht so empfindlich. „Aber für die Tiere ist das Feuerwerk in jedem Fall ein Stressfaktor.“
Deshalb ist Carolin Dreiner, Leiterin des Tierheims Wipperfürth, froh darüber, dass in der Nachbarschaft nur ein einziges Haus steht, dessen Bewohner nicht knallen. „Feuerwerk sollte es nicht geben, allein schon wegen der Wildtiere, die dem schutzlos ausgeliefert sind“, kritisiert sie.
Wipperfürther Tierheim macht die Schotten dicht
Da geht es den zehn Hunden und rund 40 Katzen, die zurzeit im Tierheim leben, etwas besser. „Wir machen die Klappen runter, dass sie nicht in den Außenbereich können, und dann läuft das Radio die ganze Nacht lang.“ Den Fernseher laut stellen, die Rollläden schließen, das rät man auch in der Praxis Bücheler, außerdem frühzeitig spazieren gehen. „Jedes Jahr gibt es nach Neujahr Suchanfragen, weil Tiere in Panik weggelaufen sind“.
Weil in der Vergangenheit Leute ausgerechnet auf dem Parkplatz des Tierheims Koppelweide Knaller gezündet haben, passen dort in diesem Jahr zwei Mitarbeitende auf, dass das nichts passiert, informiert Christiane Greb, Vorsitzende des Tierschutzvereins Oberberg. „Für das feine Gehör der Tiere ist das eine grausame Tortur.“
Vogelparkchef Schmidt hat noch andere Gefahren im Blick und erinnert an den Brand im Krefelder Zoo zum Jahreswechsel 2019/2020, ausgelöst durch eine Himmelslaterne. 50 Tiere starben im Feuer. „Hier bei uns haben auch mal Jugendliche aus der Nachbarschaft mit Feuerwerk waagegerecht geschossen. Die haben eine Ansage bekommen und dann war Ruhe.“ Heute Nacht hält er die Stellung bei Kranich, Uhu und Co. „Wenn die Mitarbeiter feiern, muss der Chef selbst ran“, sagt er und lacht.

