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Interview

Ausblick 2026
Wiehler Bürgermeister fordert Verlässlichkeit

4 min
Ein Mann mit Kindern in einem Holzturm.

Ein Herz für Schulentwicklung bewies der Bürgermeister bei der Einweihung des neuen Spielplatzes auf dem Bielsteiner Schulhof.

Ulrich Stücker (59) hat im Herbst vergangenen Jahres seine dritte Amtszeit als Bürgermeister der Stadt Wiehl angetreten. Im Interview spricht er über verschiedene Vorhaben, die 2026 erledigt werden sollen.

Was steht aktuell auf Ihrer To-do-Liste?

Ulrich Stücker: Wir bekommen in den nächsten Wochen die ersten Angebote zu Sanierung und Erweiterung des neuen Gymnasiums und treten danach in die Verhandlungen mit den Bauunternehmen ein. In der zweiten Jahreshälfte wollen wir einen sogenannten Totalunternehmer finden, der auch die Planung übernimmt, und dann den Auftrag vergeben. Es zeichnet sich jetzt schon ab, dass der Wechsel auf dieses Verfahren richtig war. Viele Kommunen schwenken derzeit darauf um. Parallel vollziehen wir die erforderlichen Umbauten in Bielstein, wo im Sommer die Gesamtschule startet. Und schließlich treiben wir die Vorarbeiten zur Modernisierung des Grundschulstandorts Marienhagen voran. Bis dort gebaut wird, vergehen aber noch einige Jahre. Wie ich schon in meiner Haushaltsrede angekündigt habe, ist die Bildungsinfrastruktur ein Schwerpunkt des Jahres für die Verwaltung.

Was steht im weiteren Verlauf des Jahres außerdem auf der Agenda?

Wiehl soll ein attraktiver Wohn- und Arbeitsstandort bleiben. Darum kaufen wir Flächen an und entwickeln vor allem in Drabenderhöhe neue Baugebiete. Das Gelände des Alten Zolllagers stößt wegen seiner zentralen Lage auf Interesse bei Investoren. Für das Gebiet „In der Freiheit“ hat das Planverfahren begonnen; dort entsteht ja auch das neue Feuerwehrhaus. Für das Gebiet „Auf der Höhe“ bei Brächen und das Seequartier im Wiehler Zentrum liegen die Rahmenplanungen vor. Zum Start fürs Seequartier schreiben wir noch in diesem Jahr die Verlegung der Brucher Straße aus.

Was passiert darüber hinaus im Hauptort?

Mit der Sanierung von Mühlenbrücke und -straße wird das innerstädtische Stadtentwicklungskonzept abgeschlossen. Im Wiehlpark erweitern wir den integrativen Spielplatz. Zudem beginnt die Sanierung der Tiefgarage unter der Weiherpassage. Und wir sind gespannt, ob wir nicht nur für die Modernisierung der Bielsteiner Sporthalle, sondern auch für die Eishalle Geld aus der Sportstättenförderung bekommen. Schließlich überlegen wir, nach dem Vorbild der Stadt München Container in der Stadt aufzustellen, wo junge Leute sich verabreden können. Doch viel wichtiger für das Funktionieren der Stadt ist etwas anderes.

Und zwar?

All die genannten Investitionen dienen dem gesellschaftlichen Zusammenhalt. Der ist heute wichtiger denn je und wird in Wiehl vor allem gewährleistet durch das Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Diesen Aktiven wollen wir wieder mit einem Ehrenamtstag danken.

Wie sieht es mit dem Zusammenhalt im Stadtrat aus?

Ich bin optimistisch, dass es zwischen Rat und Verwaltung eine konstruktive Zusammenarbeit geben wird. Dabei ist es Aufgabe der Verwaltung, Entscheidungen so gut vorzubereiten wie möglich. Bei der Gewerbesteuer gab es diesmal keine Mehrheit für die von uns vorgeschlagene geringfügige Erhöhung. Abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung wird der Rat in jedem Jahr neu darüber entscheiden müssen. Ich bin aber kein Freund von gewaltigen Steuersprüngen. Die beste Wirtschaftsförderung ist angesichts der schwierigen weltpolitischen Lage eine Verlässlichkeit vor Ort, die Rat und Verwaltung garantieren sollten.

Beim Thema Verkehr gibt es gleich zwei Baustellen. Wir geht es im und über dem Wiehltal weiter?

Im Hinblick auf Sanierung und Neubau der Wiehltalbrücke wird die Autobahn GmbH auf meine Initiative hin bei einer Veranstaltung am 23. Februar im Drabenderhöher Stadtteilhaus die Bürgerinnen und Bürger über den Stand der Pläne informieren. Derzeit bereiten sich alle beteiligten Behörden vorsorglich auf mögliche Umleitungsverkehre vor. Was die Zukunft der Wiehltalbahn betrifft, haben wir nach Aufnahme des Betriebs durch die Lappwaldbahn GmbH zunächst ein Jahr Zeit und werden sehen, was eine realistische Lösung für das Trassenband ist. Die Lappwaldbahn sieht eine Perspektive für wirtschaftlichen Bahnverkehr.

Wann kommt es zu einer Lösung für den Komplex des Hotels Platte?

Von uns aus sofort. Die Stadt hofft weiterhin, dass wir zu einem Einvernehmen mit den Eigentümern kommen. Daran soll es aus unserer Sicht nicht scheitern. Wir haben immer wieder gangbare Wege aufgezeigt. In einer Sitzung des neuen Ältestenrats werde ich kurzfristig über den Stand der Dinge informieren. Vor allem aber sind die Eigentümer gefragt, denn: „Eigentum verpflichtet“ ist ein zentraler Grundsatz des Grundgesetzes.