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Statistik über VerkehrsunfälleAlle zwölf Minuten kracht es in Köln

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Verkehrsunfälle in Köln

Verkehrsunfälle in Köln

Die Baustelle an der A4 bleibt ein Problem, da die verengten Fahrspuren wegen einer maroden Brücke häufig Unfälle verursachen.

Chaos, Trauer und Entsetzen. Wenn die Kölner Polizisten Bernd Neese und Paula Siepe an einen sonnigen Sommertag im Juli 2025 zurückblicken, denken beide nicht an Biergarten oder Vergnügen sondern an einen dramatischen Verkehrsunfall mit zwei Toten in der Wahner Heide hinter dem Flughafen Köln. Bei einem Frontalzusammenstoß auf der Alte Kölner Straße waren zwei Motorradfahrer ums Leben gekommen. Nach Aussagen von Zeugen überholte ein 28 Jahre alter Biker ein Auto und kollidierte dabei mit einem entgegenkommenden Motorrad, auf dem ein 20-Jähriger saß. Beide Motorradfahrer, die jeweils alleine unterwegs waren, erlagen noch vor Ort ihren schweren Verletzungen.

Zur Vorstellung der Unfallstatistik der Kölner Polizei aus dem Jahr 2025 berichteten die beiden Kräfte von dem Einsatz, an dem sie als erste Polizisten vorfuhren. In erster Linie drehen sich die Gedanken der Beamten auch nach über einem Jahr um das Leid und die Trauer der Angehörigen und die chaotischen Zustände am Unfallort. Familienvater und Polizist Bernd Neese dachte an seine drei Kinder und dass er ihnen das Motorradfahren nicht erlauben will.

Der Leiter der Direktion Verkehr bei der Kölner Polizei Frank Wißbaum hat mit gutem Grund noch einmal auf den furchtbaren Unfall aufmerksam gemacht. Denn die Zahlen sind im vergangenen Jahr in vielen Bereichen gestiegen. Er appellierte inständig an die Autofahrer sich an die Verkehrsregeln zu halten, sonst könne das Leben schnell vorbei sein. Zusammengefasst lautet die Statistik, mehr Unfälle und mehr Verletzte.   Mit Aufklärung, Schulungen und Kontrollen will die Behörde gegensteuern.   Motorradfahrer rücken besonders in den Fokus. Die Zahl der schweren Unfälle ist gestiegen. Drei Menschen verloren im Leben. Im Jahr zuvor gab es einen Todesfall. Insgesamt sind auf den Straßen der Stadt und den Autobahnen im vergangenen Jahr 27 Menschen gestorben. Alle zwölf Minuten eilt die Polizei zu einem Unfall und alle 90 Minuten wird ein Mensch im Straßenverkehr verletzt.

Insgesamt kam es zu 37.636 Verkehrsunfällen (Vorjahr 36.557) — ein Anstieg von drei Prozent. Einen Anstieg von 3, 2 Prozent gab es bei Unfällen mit Radfahrer (2025: 2117, 2024: 2052 Unfälle). Ein deutliches Plus gab es bei   E-Scootern, E-Tretrollern oder Segways. Die Polizei meldete 460 Unfälle, im Jahr 2025 waren es 360 Unfälle. Erst am Dienstag gab es an der Cäcilienstraße einen E-Scooter-Unfall.


Nadelöhr A4-Baustelle am Eifeltor

400 Mal hat es im Bereich der Baustelle auf der A4 in Höhe Eifeltor bisher gekracht. Es ist ein Baustelle, die den Autofahrern und der Polizei, sehr viele Nerven gekostet hat und weiter ein Nadelöhr ist. „Es musste sehr stark nachgebessert werden“, betonte der Leiter der Verkehrsdirektorin Frank Wißbaum gegenüber der Rundschau. Anfangs habe es keine Qualitätskontrolle bei der Einrichtung der Baustelle gegeben. Nach mehreren intensiven Gesprächen mit den Beteiligten seien deutliche Verbesserungen erreicht worden. „Die Baustelle war von Anfang an nicht eindeutig genug geregelt“, teilte auch der ADAC mit.

Der Grund für die A4-Baustelle ist ein festgestellter Schaden an der Brücke, die über Bahngleise führt, die den Güterverkehrsbahnhof Eifeltor anbinden. Weil diese Brücke marode ist und erneuert werden muss, wurden die Fahrspuren der Autobahn gezielt verengt, um sensible Bereiche der Brücke zu schützen. Fahrzeuge über 3,5 Tonnen dürfen hier nur noch auf der rechten Fahrspur fahren. Da sich einige Lkw-Fahrer nicht daran hielten, kam es zu Unfällen und kilometerlangen Staus.   Im Mai hatten sich fünf Lkws festgefahren. Die Beschilderung der Engstelle war anfangs nur rudimentär, was der Autobahn GmbH viel Kritik einbrachte. Mehrfach wurde die Beschilderung ergänzt, inzwischen werden die Verkehrsteilnehmer weit im Vorfeld der Engstelle gewarnt. Im Schnitt verkehren an dem Abschnitt pro Tag 135.000 Fahrzeuge je Fahrtrichtung, insgesamt passieren somit täglich 270.000 Fahrzeuge die marode Brücke.

Doch trotz der Verbesserungen bei der Beschilderung und der Befahrbarkeit der Baustelle gibt es für Autofahrer regelmäßig Probleme an der Ausfahrt Klettenberg abzufahren. Besonders im Feierabendverkehr reihen sich die Lastwagen auf der rechten Spur auf und machen es den Autofahrern schwer eine Lücke zu finden, um die Ausfahrt zu passieren. Fest steht: Die Verengung wird noch Jahre lang den Verkehr auf der Autobahn A 4 beeinträchtigen.   Die heiße Phase der Planungen des Neubaus erwartet Wißbaum im Jahr 2030. Vorher werden es für die umfangreichen Planungen immer mal wieder zu Sperrungen am Nadelöhr auf der A 4 kommen. (ta)