GroßprojektDie Umgestaltung des Schlossbergs in Bensberg ist gestartet

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Bensberg Schloßstrasse Vorbereitung für den Umbau

Die Neugestaltung der Bensberger Haupteinkaufsstraße beginnt.

Die Schloßstraße in Bensberg liegt auch auf der Strecke von Rund um Köln.

Die Bagger sind da. Wer befürchtet hatte, am Montag würde der Baustart auf der Schloßstraße ins Leere laufen, irrte. Tag eins, über 1000 weitere folgen.

Drei Arbeiter richteten am Morgen die Großbaustelle ein. Schon vor dem Mittag wuchteten sie die alten Straßenpoller beiseite und setzten rotweiße Absperrbaken. So also beginnt die Neugestaltung der Bensberger Haupteinkaufsstraße, ein Leuchtturmprojekt des Integrierten Handlungskonzepts. Bis 2026 wird jetzt gebaut.

Zahlreiche Bensberger hielten das ortshistorische Ereignis für die Nachwelt fest. Mit ihren Smartphones machten sie eifrig Fotos. Ein einsamer Mopedmann, der am Nachmittag seinen abgestellten Untersatz in der umzäunten Baustelle wiederfand, räumte seelenruhig Absperrpoller beiseite, ging zu seinem Mofa, setzte den Helm auf und fuhr davon. Die Bauarbeiter blieben davon ziemlich unbeeindruckt.

Umleitungsschilder hat die Stadt aufgestellt.

Umleitungsschilder hat die Stadt aufgestellt.

Rund 100 Meter lang ist die Passage, die auf der unteren Schloßstraße als erstes angegangen wird. Poller schieben, Baken setzen: ein unspektakulärer Baustart. Am Mittwochnachmittag kommen Bürgermeister Frank Stein (SPD) und sein Beigeordneter Harald Flügge zum „symbolischen Startschuss“ vorbei. Von den Geschäftshäuser mit den Hausnummern 1 bis 16 aus wird man in den nächsten Wochen den besten Blick auf die Baustelle haben.

„Wir richten die Baustelle heute ein, mehr nicht“, sagt einer aus dem Bautrupp der zuständigen Bauunternehmung. Über den Fortgang des Projekts könne er nichts sagen. Zwei kleine Bagger sind schon in Bensberg angekommen. Mehrere Baggerschaufeln sind abgeladen. Ein Rüttler steht am Nachmittag noch auf dem Hänger. Dass in den nächsten Tagen die Mannschaft auf der Baustelle größer werden wird, deuten die die beiden Sozialcontainer an, die aufgebaut worden sind. „Kolonne“ und „Polier“ steht auf ihren Türen. Die Kolonne ist also noch im Anmarsch.

„Schloßstraße gesperrt“: eine der Hinweistafeln für Autofahrer.

„Schloßstraße gesperrt“: eine der Hinweistafeln für Autofahrer.

Im Café an der Einkaufspassage sitzen zur Nachmittagszeit alle Gäste im Innern. Warm genug für draußen wäre es, nur stört doch ein wenig der Baggerbetrieb beim Kaffeetrinken. Apotheke, Boutiquen und Kosmetikläden, die nun mitten in der Baustellenzone liegen, haben weiter geöffnet. Kunden können auf dem Bürgersteig zu ihnen gelangen.

Nur die Parkplätze, die sich hier fanden, sind schon verschwunden. Am Montag machten sich Arbeiter an den Überresten der Straßenbäume zu schaffen, Wurzeln entfernen. Sie könnten beim Verlegen des Granitpflasters stören. Passend bietet ein Reisebüro Trips nach Spanien an, die Steine stammen aus diesem Land.

Drei Jahre sind angesetzt für den Straßenumbau. Passieren kann da allerhand, Verzögerungen, Störungen. Am Montag schien es aber ein Start nach Maß zu sein für die Bauarbeiter.

Wenn da eine drei Meter breite Schwarzdecke aufgetragen wird, klappt das.
Werner Schneider, ehemaliger Streckenplaner Rund um Köln

Für die Autofahrer kann man das eher nicht sagen. Zahlreiche von ihnen strandeten an den Absperrpollern. Wilde Wendemanöver gab es dutzendfach, dabei hatte die Stadt lange im Vorfeld darauf hingewiesen. Gelbe Umleitungsschilder sind aufgestellt, an den entscheidenden Straßenzügen stehen riesige Tafeln. Ob es ein Verkehrschaos geben wird, muss am Montag offen bleiben.

Noch etwas: Am 21. Mai wird der Radklassiker „Rund um Köln“ die Baustelle auf der Schloßstraße passieren, die Route bleibt hier voraussichtlich unverändert. „Wenn da eine drei Meter breite Schwarzdecke aufgetragen wird, klappt das“, meint der ehemalige Streckenplaner Werner Schneider auf Nachfrage.

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