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Minusgrade erwartetPolizei Rhein-Erft warnt vor Betreten gefrorener Seen

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Das Bild zeigt zwei Schwäne auf der gefrorenen Eisfläche des Sees.

Der Pingsdorfer See war bereits kürzlich von einer dünnen Eisschicht bedeckt.

Wer die Eisflächen betritt, begibt sich potenziell in Lebensgefahr. Hunde sollten angeleint werden, damit sie nicht auf das Eis laufen.

Minus zwölf Grad haben die Wetterboten für die Nacht auf Sonntag angekündigt. Gut möglich, dass sich nach dem Tauwetter also schnell wieder eine Eisschicht über die Wasseroberfläche der Seen im Rhein-Erft-Kreis zieht. Und das lockt dann möglicherweise die Menschen aus dem Haus: aufs Eis, um dort womöglich auf Schlittschuhen ein paar Runden zu drehen.

Doch davon rät Revierförster Frank Mayer dringend ab. „Bei jedem Betreten der Eisfläche herrscht Lebensgefahr“, warnt er. Auf einigen Seen hatte sich schon in den vergangenen Tagen eine Eisfläche gebildet. Doch das Eis sei ganz unterschiedlich dick.

Rhein-Erft-Kreis: Hunde sollen an gefrorenen Seen angeleint sein

„Die Seen in der Ville werden nicht zum Betreten freigegeben“, stellt Mayer klar. Viele seien nach den winterlichen Temperaturen der vergangenen Tage ohnehin nur am Rand ein bisschen zugefroren – eine geschlossene Eisdecke sei gar nicht vorhanden. Gerne dürften die Erholungssuchenden jedoch die Winterlandschaft in der Ville genießen. Doch auch dabei gilt: „Bitte bleiben sie bei ihren Spaziergängen auf den Wegen.“ Die Wildvögel auf dem Eis bräuchten im Übrigen auch nicht gerettet werden. „Sie kommen in der Regel mit der Situation klar“, so Mayer.

Hundebesitzern empfiehlt der Revierförster allerdings, diese lieber bei der Runde um den zugefrorenen See an der Leine zu halten. Blitzschnell könne ein Hund auch mal ausbüxen, um einem kleinen Tier aufs Eis zu folgen. Der Förster möchte sich gar nicht ausmalen, was dann alles passieren könnte.

Hürther Feuerwehr wegen eines Hundes auf dem Eis im Einsatz

Tatsächlich erinnert sich Hürths Feuerwehrsprecher Marvin Habbig sogar noch sehr gut an einen Einsatz vor ein paar Jahren, als auf dem nur dünn zugefrorenen Otto-Maigler-See plötzlich Hund Bella einem kleinen Wildtier auf die Eisfläche folgte und dann abrupt mitten auf der Eisfläche stehen blieb und sich keinen Zentimeter mehr von der Stelle bewegen wollte.

Der Hundehalter sei dem Hund zum Glück nicht aufs Eis gefolgt, sondern habe in seiner Not die Feuerwehr angerufen. Die ausgebildeten Eisretter der Feuerwehr Hürth seien in speziellen Eisrettungsanzüge angeseilt im Eisrettungsboot zur Seemitte gelangt. Anstandslos – augenscheinlich sogar richtig erleichtert – habe sich Bella von den Rettern ins Boot heben und ans sichere Ufer bringen lassen.

Feuerwehren und Polizei warnen vor Lebensgefahr auf dem Eis

Die Feuerwehren im Rhein-Erft-Kreis, aber auch die Polizei, die Kommunen und die Rettungskräfte appellieren eindringlich an die Bevölkerung, die Eisfläche auf gar keinen Fall zu betreten – und sei es auch noch so verlockend. „Auch eine augenscheinlich dick wirkende Eisfläche ist instabil und kann derzeit jederzeit einbrechen – und dann besteht allerhöchste Lebensgefahr“, warnt Habbig. Gleiches betont auch Peter Berg von der Feuerwehr in Brühl: „Keiner wird die Verantwortung übernehmen und irgendeinen See freigeben“, sagt er.

Das bestätigt auch die Brühler Stadtverwaltung: Eine Absicherung der Brühler Seen sei seitens der Stadt Brühl nicht geplant. „Wir geben keine Flächen frei und warnen ausdrücklich vor dem Betreten“, so eine Sprecherin der Stadt. Das Betreten der Eisfläche des Heider Bergsees sei sogar per Satzung explizit verboten. Personen, die trotzdem aufs Eis gehen, würden sich selber und möglicherweise sogar Menschen in Lebensgefahr bringen, die ihnen spontan zur Hilfe eilen.

Auf eine entsprechende Satzung in der Stadtverordnung bezieht sich auch Volker Düster, Sprecher der Stadt Erftstadt: „Das Betreten von Eisflächen der öffentlich zugänglichen Gewässer ist verboten“, heißt es darin. Demnach würde eine Freigabe von Eisflächen sogar gegen die Stadtordnung verstoßen.

Auch die Polizei des Rhein-Erft-Kreises warnt dringend davor ab, die Eisflächen der Seen zu betreten. Polizeisprecher Roland Schmidt: „Die Dicke des Eises und die entsprechende Tragfähigkeit lassen sich ja gar nicht sicher feststellen.“