Guido Boveleth, Obermeister der Bäckerinnung Köln/Rhein-Erft, hofft allerdings auf eine baldige Entlastung.
Kleine BrötchenMehlknappheit stellt Bäckereien im Rhein-Erft-Kreis vor Herausforderungen

Mit Futterweizen sind die Brötchen kleiner und schwieriger zu kauen.
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„In der aktuellen Situation haben wir mit bedeutenden Herausforderungen in der Mehlversorgung zu kämpfen“. Das teilt Bäckermeister Guido Boveleth mit. Grund sei ein Mangel an einigen Weizenmehlsorten, die in ihrer Mischung für die gewohnte Qualität der Brötchen erforderlich sei. „Das Problem trifft uns immer am Ende des Mehljahres, aber bislang nicht so heftig wie in diesem Jahr“, erläutert der Obermeister der Bäckerinnung Köln/Rhein-Erft die Situation.
Das zentrale Problem sei, dass fehlende Sorten nicht wie früher aus der Ukraine oder Kanada ergänzt werden könnten. Dies führe dazu, dass den rheinischen Mühlen hochwertiges Brotgetreide fehle, weil der heimische Weizen gerade erst gedroschen und sich noch vor der Verarbeitung befinde.
Bedburg: Mühlen müssen auf Futterweizen umsteigen
Um die Produktion aufrechtzuerhalten, müssten die Mühlen daher nun auch Futterweizen verarbeiten. Der sei ebenso rein wie Brotweizen, aber weniger eiweißhaltig, versichert der Bedburger Bäcker. So verliere der Teig schon bei der Reifung an Luftigkeit. Geschmacklich und aromatisch gebe es dagegen keinen Unterschied zu der gewohnten Qualität.
Diese Umstellung habe „negative Auswirkungen auf die Qualität der Teige, die dadurch an Stabilität und Gashaltevermögen verlieren“. Die Brötchen hätten zwar das übliche Gewicht, seien jedoch dichter im Biss und dadurch schwerer zu kauen. Im Gespräch mit der Redaktion vergleicht Boveleth das Manko mit Buntstiften: „Wenn eine Farbe in der Stiftesammlung ausgeht, kann das Bild farblich nicht wie gewohnt gelingen.“ Für die Brötchen bedeute das, dass sie über weniger Volumen und somit kleiner sind, bei gleicher Teigmenge.
Zum Wochenende erwartet Boveleth, der üblicherweise Mehl für etwa zwei Wochen bevorratet, die Lieferung eines alternativen Qualitätsmehls. „Wir hoffen, dass die Brötchen am Sonntag mit dem neuen Markenmehl besser gelingen“, sagt er. „Wir geben unser Bestes, um die Situation zu verbessern“, sichert er zu. Er wolle die Situation offen mit der Kundschaft kommunizieren, begründet er seine öffentlichen Darstellungen, die auch auf für die meisten anderen Bäckereien zuträfen. In etwa vier Wochen sei der Weizenengpass erfahrungsgemäß beendet.
Der große Kölner Bäckereizulieferer BÄKO bestätigt, dass Weizen aus Kanada und der Ukraine nicht importiert würden, auch wegen unterschiedlicher Pestizidverordnungen für die Landwirtschaft. Deutschland sei beim Weizen Selbstversorger mit ausreichendem Getreide. Der neue deutsche Weizen werde jetzt bereits mit schleichendem Mengenzuwachs bei Siloware untergemischt.
