Der Preis ist mit 1200 Euro dotiert. Andere Städte und auch Parteien sind der Kreis-SPD schon voraus. Auch der eigene Frechener Stadtverband.
Preis ausgelobtWie die SPD Rhein-Erft das Ehrenamt stützen will

Die Stadt Wesseling würdigt Ehrenamtliche bereits seit vielen Jahren im Rahmen einer Veranstaltung, hier 2024 im Rheinforum.
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Die SPD möchte dem Ehrenamt zu mehr Geltung verhelfen. Dazu beitragen soll ein Preis, den die Kreispartei 2026 erstmalig vergeben möchte. Damit soll das Engagement ehrenamtlich tätiger Bürgerinnen und Bürger und Vereine aus dem Rhein-Erft-Kreis ausgezeichnet und der Wert ehrenamtlicher Arbeit für die Gesellschaft allgemein unterstrichen werden. Dies teilte Kreisgeschäftsführer Johannes Stracke mit.
Parteichef Helge Herrwegen ruft dazu auf, für die Verleihung des Preises Vorschläge einzureichen. Das Spektrum reiche von der Kinder- und Jugendarbeit und dem sozialen Bereich über den Sport bis hin zum Umweltschutz und der Brauchtumspflege. Nur eine Ausnahme gebe es: Der Preis solle nicht an SPD-Mitglieder verliehen werden. Aus Herrwegens Sicht ist das Ehrenamt das Rückgrat unserer Gesellschaft: „Ohne die vielen Menschen, die sich tagtäglich ehrenamtlich engagieren, wäre heute vieles nicht möglich.“
Ehrenamtspreis firmiert in einigen Städten unter „Heimat-Preis“
Der mit jeweils 400 Euro dotierte Preis soll am 19. Juni an drei Preisträgerinnen beziehungsweise Preisträger verliehen werden.
Die SPD betritt mitnichten Neuland. Bereits seit mehreren Jahren werden Ehrenamtspreise in zahlreichen Städten des Rhein-Erft-Kreises vergeben. So loben unter anderem Erftstadt, Elsdorf und Hürth den 2019 von der Landesregierung NRW ins Leben gerufenen „Heimat-Preis“ aus. Er dient nicht nur der Stärkung der Gesellschaft durch die Anerkennung und Förderung des ehrenamtlichen Engagements, sondern soll auch das Ehrenamt sichtbarer machen und nachahmenswerte Projekte hervorheben. Er ist in jeder Kommune mit 5.000 Euro dotiert.

Der heutige Bürgermeister Uwe Tietz (l.) und die SPD-Vorstandsmitglieder Nadine Eilenberger und Carsten Peters gratulierten 2025 dem ersten Preisträger ihres Ehrenpreises, Johannes Paul (2.v.r.).
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Auch die Stadt Wesseling würdigt ehrenamtliches Engagement. Bei einer Veranstaltung rund um den 5. Dezember (Tag des Ehrenamts) werden im Rheinforum Auszeichnungen wie der Preis für Soziales Engagement, der Integrationspreis und der Kinder- und Jugendpreis verliehen. Zudem werden Ehrenamtskarten NRW für intensives bürgerschaftliches Engagement vergeben.
Ebenfalls mit einer Veranstaltung rückt Pulheim Menschen in den Mittelpunkt, die sich in besonderem Maß fürs Allgemeinwohl einsetzen. So zeichnete Bürgermeister Frank Keppeler im vorigen Jahr 20 Ehrenamtliche aus, die teilweise seit Jahrzehnten wichtige Aufgaben erfüllen und Projekte realisieren.
Dazu zählten sowohl Menschen, die im Hintergrund wirken und so dafür sorgen, dass die Räder ineinandergreifen, als auch Engagierte, die in Vorstandspositionen Verantwortung tragen. Bei diesem Vereinsempfang werden auch Sportlerinnen und Sportler geehrt, die hervorragende Leistungen erbracht haben. In Brühl wiederum richten der Stadtjugendring und die Stadt jährlich ein Treffen aus, bei dem Ehrenamtler gewürdigt werden.
Die SPD ist nicht die einzige Partei, die ihr Herz fürs Ehrenamt entdeckt hat. Bereits seit 2003 lobt die CDU einen Preis für Frauen und Männer aus, die sich in ihrer Freizeit über das übliche Maß hinaus für die Gesellschaft einsetzen. Zuletzt hatte sie 2024 Gaby Breuckmann geehrt – für ihre medizinisch-humanitären Einsätze mit dem Verein LandsAid. Der Preis ist mit 500 Euro versehen. Ähnlich alt ist der Heiner-Leßmann- Preis. Mit ihm würdigt der CDU-Stadtverband Personen für ihre hervorragende langjährige Leistung im Ehrenamt.
Auch bei den Sozialdemokraten in Frechen ist die Pflege des Ehrenamts kein neues Thema. Sie hat 2025 erstmalig ihren Ehrenamtspreis vergeben. Erster Preisträger war Johannes Paul, der sich als Vorsitzender des Kulturvereins St. Ulrich fürs kulturelle Leben in seiner Stadt einsetzt.
Vorschläge für den Ehrenamtspreis der SPD im Kreis können per Post an die Rhein-Erft SPD, Fritz-Erler-Straße 2, 50374 Erftstadt oder per E-Mail bis zum 10. Mai 2026 eingesendet werden.

