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Ausbau mit RadwegNaturschutzbeirat Rhein-Sieg diskutiert über Ausbau der B56

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Die B56 zwischen Pohlhausen und Heister in Neunkirchen-Seelscheid soll verbreitert werden.

Die B56 zwischen Pohlhausen und Heister in Neunkirchen-Seelscheid soll verbreitert werden.

Im Naturschutzbeirat wurden die Pläne für den Ausbau besprochen. Die Mitglieder stimmten dafür, einen bereits ausgewiesenen Radweg weiter zu nutzen.

Die Bundesstraße 56 zwischen Pohlhausen und Heister soll auf einer Länge von knapp zwei Kilometern ausgebaut werden. Geplant sind zwei Fahrstreifen mit jeweils 3,50 Metern Breite, Randstreifen und Bankette sowie ein Rad- und Gehweg mit einer Breite von 2,50 Metern. Zusätzlich ist ein Seitentrennstreifen vorgesehen.

Die Pläne des Landesbetriebs Straßenbau wurden jetzt im Naturschutzbeirat des Kreises vorgestellt. Dabei wurde auch diskutiert, ob der Radweg direkt entlang der Bundesstraße geführt werden soll oder über einen Wirtschaftsweg, der bereits heute parallel als Radweg ausgewiesen ist. In einer Stimmungsabfrage im Beirat votierten zehn Mitglieder bei zwei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen dafür, den bestehenden Radweg zu bevorzugen, der abseits der Straße ruhig durch Natur und Landschaft führt.

Gremium besitzt kein Widerspruchsrecht zu den Plänen

Das Gremium besitzt allerdings kein Widerspruchsrecht gegenüber den Plänen. Die Kreisverwaltung und die Kölner Bezirksregierung können die erforderliche Befreiung auch ohne einen Beschluss des Beirats erteilen, da diese wegen der betroffenen Schutzgebiete notwendig ist.

Welche Schutzgebiete durch den Ausbau betroffen sind, erläuterte ein Vertreter des Landesbetriebs in der Sitzung. Im Bereich der Landschaftsschutzgebiete werden Flächen südlich von Pohlhausen, ein Siefen bei Krahwinkel sowie eine Fläche nördlich der Ortschaft tangiert. Außerdem sind zwei gesetzlich geschützte Alleen betroffen, in denen Bäume gefällt werden müssen, sowie ein gesetzlich geschütztes Biotop.

Lückenschluss für Verbindng zwischen Siegburg und Much

Wie ein Planer in der Sitzung erläuterte, gilt dieser Ausbau als Lückenschluss für eine durchgängige Verbindung zwischen Siegburg und Much. Dabei soll auch die Straßenentwässerung, die nicht mehr dem Stand der Technik entspricht, erneuert werden. Zudem sollen die Knotenpunkte B56/B507 bei Pohlhausen und B56/K37 bei Krahwinkel ausgebaut werden und zwei neue Haltestellen für Schnellbusse angelegt werden.

Die notwendigen Eingriffe in Natur und Landschaft auf mehreren tausend Quadratmetern sollen möglichst ortsnah ausgeglichen werden, wie etwa durch die Entsiegelung von Straßen und Wegen, die Entwicklung einer Obstwiese sowie Baum- und Strauchpflanzungen. Ergänzend sollen Ökokonten des Aggerverbands und der Gemeinde Much herangezogen werden. Auch eine ehemalige Müllkippe wird beseitigt.

Aktueller Radweg wird wegen Steigungen nur wenig genutzt

Beiratsvorsitzender Dr. Norbert Möhlenbruch (Nabu) sprach von einem sehr großen und bedeutenden Projekt, dessen Notwendigkeit erkennbar sei. Dabei werde allerdings eine sehr große Fläche für den Radwegebau benötigt. Der jetzt ausgewiesene Rad-/Wirtschaftsweg wird wegen seiner größeren Steigungen und Gefälle nur wenig benutzt, stattdessen fahren die Radler meist über die stark frequentierte Bundesstraße.

Dazu Peter Inden (BUND): „Das ist lebensgefährlich!“ Durch einen Verzicht auf den neuen Radweg könnten zudem aber auch erhebliche Finanzen eingespart werden. Möhlenbruch warf die Frage auf, ob für eine höhere Schnelligkeit und mehr Bequemlichkeit ein so großer Landschaftsverbrauch nötig sei. Der Vorsitzende: „Natur und Landschaft sind auch von Bedeutung und wichtig für die Gesundheit.“ Andere Mitglieder des Beirates gaben zu bedenken, dass insbesondere nachts auf dem abgelegenen Radweg eine soziale Kontrolle nicht gewährleistet sei.