Der Erlös aus dem Nachlassverkauf soll Projekten zur Pflege und Begrünung um Neuhonrath und Auel dienen.
Ausstellung im KunsthausBilder von Agger und Naaf in Neunkirchen-Seelscheid

Bei der Verkaufsausstellung in Neunkirchen-Seelscheid wurden Werke von Günter Merx zur Heimat an der Agger angeboten.
Copyright: Andrea Enzenberger
Zwischen Natursteinwänden, alten Holzdielen und der Staffelei des Künstlers hängen sie noch einmal beisammen: die Bilder von Günter Merx (1929-2022). Wiesen und Bachläufe, Hofstellen und Baumgruppen aus dem Agger-, Naaf- und Sülztal prägen die Verkaufsausstellung im Kunsthaus von Brigitte und Burkhard Sondermeier.
Was auf den ersten Blick wie eine Retrospektive eines Landschaftsmalers wirkt, verfolgt zugleich einen praktischen Zweck: Der Erlös aus dem Nachlass soll in Projekte zur Pflege und Begrünung der Kulturlandschaft rund um Neuhonrath und Auel fließen.
Dorfgemeinschaft will Einnahmen für Baumpflanzungen nutzen
„Damit schließt sich der Kreis“, sagt Udo Behrendes von der Dorfgemeinschaft Neuhonrath und Auel, die die Ausstellung betreut. „Der Erlös der Bilder des Landschaftsmalers wird wieder in die Landschaft zurückgegeben.“
Die Idee geht auf Hanna Merx zurück. Die Witwe des Künstlers hat die noch vorhandenen Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen aus dem Nachlass für die Verkaufsausstellung gestiftet. Die Dorfgemeinschaft möchte die Einnahmen unter anderem für Baumpflanzungen verwenden.
Zu sehen sind zahlreiche Arbeiten aus mehr als fünf Jahrzehnten. Viele Motive stammen aus dem Aggertal, dem Naaf- und dem Sülztal. Andere entstanden auf Reisen oder zeigen Selbstporträts aus jüngeren Jahren. Gemeinsam vermitteln sie ein eindrucksvolles Bild der Region und ihrer Entwicklung.

Bei der Verkaufsausstellung in Neunkirchen-Seelscheid wurden Werke von Günter Merx zur Heimat an der Agger angeboten.
Copyright: Andrea Enzenberger
Für viele Besucher ist die Ausstellung zugleich eine Wiederentdeckung eines Künstlers, der nie die Öffentlichkeit gesucht hat. Günter Merx, Absolvent der Kunstakademie Düsseldorf und langjähriger Kunstlehrer an einem Gymnasium in Köln, malte vor allem für sich selbst. Obwohl sich im Laufe seines Lebens eine große Zahl von Werken ansammelte, wollte er seine Bilder nie verkaufen.
Stattdessen verschenkte er sie an Freunde, Bekannte und Verwandte. Ein eigenes Werkverzeichnis führte er nicht. „Er hat nie eine Ausstellung gemacht und seine Bilder nie verkauft“, berichtet Behrendes, „er hat einfach gemalt.“
Persönliche Einblicke in das Leben des Künstlers
Umso außergewöhnlicher ist die aktuelle Verkaufsausstellung. Burkhard Sondermeier unterstützte die Organisatoren bei der Sichtung des Nachlasses, der kunstfachlichen Einordnung der Werke und der Ermittlung angemessener Preise. Mit seiner Frau Brigitte stellte er die historischen Nebenräume des Kunsthauses für die Ausstellung zur Verfügung.
Neben den Bildern vermittelt die Ausstellung persönliche Einblicke in das Leben des Künstlers. Zu sehen sind unter anderem sein charakteristischer schwarzer Hut, mit dem ihn viele Menschen aus der Region in Erinnerung haben, sowie seine Staffelei. Zeichnungen, Skizzen und persönliche Gegenstände ergänzen die Ausstellung. Dadurch entsteht das Bild eines Künstlers, der weniger an Ausstellungen und Verkauf interessiert war als an der Beobachtung seiner Umgebung. Seine Motive fand er häufig direkt vor der Haustür.

Bei der Verkaufsausstellung in Neunkirchen-Seelscheid wurden Werke von Günter Merx zur Heimat an der Agger angeboten.
Copyright: Andrea Enzenberger
Viele Besucher erkennen auf seinen Bildern Orte wieder, die sie seit ihrer Kindheit kennen. Ehemalige Schülerinnen und Schüler aus seiner Zeit als Kunstlehrer in Köln haben sich bereits angekündigt. Eine frühere Klasse plant sogar einen gemeinsamen Besuch der Ausstellung.
Die Dorfgemeinschaft Neuhonrath-Auel engagiert sich seit Jahren für die Aufwertung des Ortsbildes und der Kulturlandschaft. Im Rahmen des Landeswettbewerbs „unser Dorf hat Zukunft“ wurden zahlreiche Begrünungsprojekte angestoßen. Die Einnahmen aus der Ausstellung sollen diese Arbeit nun weiter unterstützen.
Die Ausstellung im Kunsthaus Sondermeier in Seelscheid ist noch bis einschließlich 5. Juli an den Wochenenden von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Darüber hinaus sind Besuche nach Vereinbarung möglich.
