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Bilanz der IHKAuch der Tourismus in Bonn/Rhein-Sieg leidet unter der Nordbrücken-Sperrung

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Der bevorstehende Auftritt von Roland Kaiser auf dem Bonner KunstRasen war innerhalb kurzer Zeit ausverkauft. Die Touristiker in der Region Bonn/Rhein-Sieg wünschen sich mehr vergleichbare Events.

Der bevorstehende Auftritt von Roland Kaiser auf dem Bonner KunstRasen war innerhalb kurzer Zeit ausverkauft. Die Touristiker in der Region Bonn/Rhein-Sieg wünschen sich mehr vergleichbare Events.

2025 begann für den Tourismus in Bonn/Rhein-Sieg mit steigenden Übernachtungszahlen. Doch die Verkehrsprobleme in der Region sorgen für schlechte Stimmung.

Das Jahr 2026 hatte für die Gastronomie- und Tourismusbranche der Region Bonn/Rhein-Sieg gut begonnen: 4,2 Prozent mehr Gästeübernachtungen allein im April, 3000 bis 4000 Teilnehmer einer UNO-Konferenz in Bonn, die Geld in der Stadt ließen, so dass ein Viertel der Touristik-Unternehmer bei einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg im Mai seine aktuelle Geschäftslage als gut bewertete.

Doch dann wurde im Juni die Nordbrücke in Bonn gesperrt, und damit verfinsterte sich die Stimmung bei Hoteliers, Wirten, Reisekaufleuten und Veranstaltungsorganisatoren: „Nach ersten Rückmeldungen aus der Branche belasten die Einschränkungen bei Erreichbarkeit und Verkehrsfluss Gäste, Betriebe und Veranstalter spürbar“, teilte die IHK am Mittwoch mit. IHK-Vizepräsidentin Ruth Winterwerb-van den Elzen machte das in einer Pressekonferenz am Mittwoch (29. Juli) an einem Beispiel deutlich: Sie ist Direktorin des Hotels Collegium Leoninum und hatte eine Tagung mit 80 Teilnehmern auf dem Buchungszettel, „doch am Ende kamen nur 15“, erzählte sie. Grund der Absagen: die Sperrung der Rheinbrücke.

Auch die Verkehrsprobleme im Bonn haben Folgen für den Tourismus

Hinzu kommen aktuell Bauarbeiten auf der rechtsrheinischen Bahnstrecke und im Bad Godesberger Straßentunnel sowie der Ausfall von 60 Stadtbahnfahrzeugen bei den Bonner Stadtwerken – all das mache dem Tourismus in Bonn und im Kreis schwer zu schaffen. „Wenn Anreisewege unklar erscheinen oder sich der Eindruck verfestigt, die Region sei kaum erreichbar, drohen Buchungen, Veranstaltungen und spontane Besuche auszufallen oder in andere Städte abzuwandern“, warnte IHK-Geschäftsführerin Claudia Betzing, die bei der Kammer zuständig ist für Standortpolitik und Unternehmensführung. Sie forderte eine Kampagne, die zeigen soll, dass die Region mit Einschränkungen erreichbar sei. Schließlich sei sie mit ihren Kultur- und Freizeitangeboten attraktiv und besuchenswert.

Winterwerb-van den Elzen setzt bei der Vermarktung auf die Beethovenhalle, die bei Reiseveranstaltern gut nachgefragt werde, auch das Beethovenfest im September und dessen erstmals fürs kommende Frühjahr geplante kleinere Version wirkten sich positiv aufs Geschäft aus. Bonn brauche insgesamt mehr solcher Veranstaltungen wie beispielsweise die Konzerte auf dem „Kunstrasen“. Die Karten für das Gastspiel von Roland Kaiser am 15. August waren binnen kurzer Zeit ausverkauft – das freut auch manchen Hotelier.

Gastgewerbe in Bonn/Rhein-Sieg fehlt das Personal

Nach dem kleinen Frühlingshoch sind die Erwartungen der Branche mittlerweile gedämpft: Ihre Kolleginnen und Kollegen hätten für den August auf einen starken Inlandstourismus gehofft, sagte die Vizepräsidentin, doch die international unruhige politische Lage wie der Iran-Konflikt und damit verbundene höhere Energiekosten führten dazu, dass Kunden ihre Reise- und Freizeitbudgets zunehmend zurückhaltend planten.

Eine weitere Sorge der Hoteliers und Gastronomen ist das fehlende Personal, offene Stellen könnten teilweise nicht zeitnah nachbesetzt werden, auch weil in Bonn bezahlbare Wohnungen fehlten. 77 Prozent der von der Kammer befragten Betriebe wollen modernisieren, um die Erwartungen der Gäste an Komfort und Servicequalität zu erfüllen. Die hohe Investitionsbereitschaft ist die Betzing ein Zeichen, dass „die Unternehmen trotz eines weiterhin anspruchsvollen Umfelds auf die langfristige Entwicklung des Tourismusstandorts setzen“.

Der Geschäftsklimaindex im Tourismusgewerbe liegt bei 95 Punkten und ist damit besser als in der restlichen Wirtschaft im IHK-Bezirk, der 85 Punkte aufweist. Allerdings wurde der Index von der Kammer im Mai ermittelt, als die Nordbrückensperrung nicht absehbar war.


2,92 Millionen Übernachtungen in Bonn/Rhein-Sieg

Zwischen Januar und April übernachteten in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis 846.220 Gäste; das sind 2,5 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Allein für April weist die Statistik 251.891 Übernachtungen aus (plus 4,2 Prozent). Im gesamten Jahr 2025 wurden 2,92 Millionen Übernachtungen gezählt. 2019, also vor Corona, lag diese Zahl bei 3,1 Millionen.