Die Eigentümer vom „Wilden Gockel“ schlagen aus allem Kapital, was das Haus rettet. Die Hobbybühne ist bis Ende März mit der Aufführung zu sehen.
Ländliches SpektakelHobbybühne Hurst präsentiert neues Stück in Windeck

Gotthard Knöttelmeier, reicher Kölner Unternehmer, und Gattin Auguste (Tina Engels) sorgen für Aufruhr im Hotel.
Copyright: Sylvia Schmidt
Wildschweinplage, Jagdtrieb, Zielwasser, Blindgänger und Kuppelei – verlässlich kommt in den Theateraufführungen der Windecker Hobby-Bühne Hurst seit mehr als drei Jahrzehnten ein Ungemach zum anderen und sorgt somit für ein paar Stunden ländliches Spektakel. „Knapp vorbei ist auch daneben“ heißt es in der neuen Spielsaison mit zehn ausverkauften Vorstellungen bis Ende März im Hurster Dorfhaus.
Katja Ebstein erklingt mit ihrem Schlager von 1974 „Es war einmal ein Jäger, heili-heilo, ein Jäger…“, derweil ein Hochsitz in Bühnennähe hereingeschoben wird. Von hier aus schwört Regisseurin Marion Gelhausen die Theatergemeinde auf das ein, was sie seit dem letzten Oktober mit ihren elf Bühnenakteurinnen und -akteuren in 1600 Probestunden einstudiert hat.
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In der fantastischen Kulisse im Empfang vom Waldhotel „Zum wilden Gockel“ wird es vor einer anstehenden Treibjagd turbulent. Dort gönnt sich Köchin Berta (Lisa Gelhausen) heimlich eine schöne Zigarre am offenen Fenster, denn im Waldhotel ist Rauchen verboten. Die Komödie von Autorin Beate Irmisch spielt in den 1990er Jahren und zieht das „Kneipensterben“ vor. Dem „Gockel“ geht es also nicht gerade rosig. Ferdi Gockel (Andreas Gelhausen) und seine Frau Agathe (Anke Gelhausen) müssen sich etwas einfallen lassen. Dringend wäre eine Modernisierung des Hauses nötig, doch was tun, wenn das nötige Kleingeld fehlt?

Die Eigentümer vom Waldhotel „Zum wilden Gockel“. Andreas und Anke Gelhausen spielen Ferdi und Agathe Gockel.
Copyright: Sylvia Schmidt
Da kommt jeglicher Rettungsanker gelegen, auch aus einer Wildschweinplage im Frühherbst lässt sich Kapital schlagen. Als sich der betuchte Kölner Hobbyjäger Knöttelmeier (Uwe Schyns) mit Gattin Auguste (Tina Engels) und dem 30-jährigen Muttersöhnchen Albatius (in Doppelrolle Felix Engels und Ole Birk) zur Treibjagd einquartieren. Der Alte hat es auf einen 16-Ender abgesehen, den er unbedingt vor die Flinte bekommen möchte. Agathe Gockel wittert einen regelrechten Geldsegen, hat sie doch mit Heidelinde (Laura Bauermann) eine Tochter im heiratsfähigen Alter.
Sie und Auguste sind nicht abgeneigt ihre Kinder zusammenbringen. Als Knöttelmeiers Mätresse Gloria (Janina Ortmann) aus Düsseldorf anrauscht, gerät beim Filius und bei Waldarbeiter Franz (Maurice Gerhards) der Blutkreislauf allerdings gehörig durcheinander. Die Rettung des Waldhotels rückt in weite Ferne, als Förster Waldeck (Kevin Bauernmann) kurzerhand den 16-Ender vor der Jagd unter Naturschutz stellen lässt.
Jede Figur schillert in dem Stück für sich, treudoof, verwegen, schlitzohrig, bauernschlau. „Keine Rolle fällt hinter raus“, findet die Regisseurin, die erstmals eine Komödie von Beate Irmisch auf die Bühne bringt. „Es ist eine andere Spielweise als bei den Stücken von Bernd Gombold. Es wird auf viele Einzelheiten mit Auf- und Abgängen geachtet.“ Erstmals auf der Bühne sind die Jungdarsteller Ole Birk und Felix Engels, die sich die Rolle des noch jungfräulichen Albatius von Knöttelmeier teilen. Zur gesamten Crew gehören rund 40 weitere Mitglieder, die sich um Bühnenbau, Maske, Technik und Bewirtung kümmern sowie zwei Souffleusen, die bei Texthängern einspringen.
Aus Privatbestand haben Familien jagdliche Kostüme und Requisiten zur Verfügung gestellt. Passend zum Thema Jagd hat die Hobby-Bühne wieder eine „Souffleuse“, Edition 07, herausgegeben, den Brombeer-Likör „Zielwasser“.
Alle Vorstellungen für „Knapp vorbei ist auch daneben“, sind ausverkauft. Doch wie der Verein auf seiner Webseite betont, gebe es manchmal noch Restkarten, oder Karten werden zurückgegeben. Wer sein Glück versuchen will, kann bei Wolfgang Schuldt unter 0151-27544246 oder 02292-1325 anrufen. Die weiteren Aufführungstermine bis jeweils an Freitagen, Samstagen und Sonntagen bis Ende März, sind auf der Webseite der Hobbybühne Hurst zu finden: www.hobbybuehne.de

